das Kirchenjahr

6. Sonntag nach Trinitatis

Leben aus der Taufe

Predigtanregung

Der 6. Sonntag nach Trinitatis konzentriert sich diesmal auf die Taufe als dem Beginn eines neuen Lebens. In diesem Zusammenhang wird auch der Gedanke eines „lebenslangen Bundes” aufgenommen. Der 6. und der 7. Sonntag nach Trinitatis könnten auch als „Sakramentssonntage” bezeichnet werden, denn an ihnen wird der Taufe und des Abendmahls in seiner Bedeutung für das Leben des Christen gedacht.

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IV - Röm 6, 3-8(9-11)

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.

Die Taufe hat für Viele etwas Magisches. Eltern halten es für wichtig, ihr Kind taufen zu lassen. Sie verbinden damit häufig den Wunsch, dass Gott sich dem Kind in besonderer Weise zuwendet und es vor Schaden und Gefahr schützt. Das wird auch daran deutlich, dass häufig der Vers aus Ps 91 als Taufspruch gewählt wird („Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten...”). Dabei wird durch die Worte des Paulus im Römerbrief deutlich, dass die Taufe viel weiter geht. Während sie ursprünglich (auch schon vor der Zeit Jesu) einzig als Bußritual gepflegt wurde (im Sinne einer Reinwaschung von begangenen Sünden), wird die Taufe der Christen zum Bindeglied zu Christus. Die Taufe markiert gewissermaßen den Tod des alten Menschen (der der Sünde verfallen ist) und die Geburt des neuen Menschen (der in der Gnade Gottes lebt und webt). Dies muss als Handeln Gottes am Menschen verstanden werden und kann nicht reduziert werden auf ein Handeln des Menschen, der sich taufen lässt. Gott tötet und macht lebendig, so könnte man es im Blick auf die Taufe sagen. Die Buße, d.h. Umkehr, ist nicht mehr das Wesentliche, obwohl natürlich mit dem Tod des alten Menschen auch die Sünde dahin ist. Aber dies geschieht durch Gott allein und nicht aufgrund des Menschenwillens. Buße muss auch im Leben eines getauften Menschen immer neu geschehen, denn trotz der Zusage in der Taufe wenden sich die Menschen immer wieder von Gott ab.
Die Taufe stellt den Menschen in eine neue Welt, die ganz von der Gnade Gottes lebt. Durch diese Gnade ist die Sünde tatsächlich hinfällig. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die Taufe kein Freibrief ist, zu tun und zu lassen, was man möchte. Man kann sich jederzeit dafür entscheiden, aus der Welt der Gnade Gottes „auszusteigen”. Und das würde bedeuten, dass man die Gnade verlässt. Zwar wird Gott dem Menschen nachgehen („Verlorener Sohn”), aber wenn ein Mensch das Angebot der Gnade nicht mehr in Anspruch nehmen will, dann hat die Taufe auch keine Bedeutung.

Liedvorschläge zur Predigt:


Jesus lebt, mit ihm auch ich (EG 115)
Du hast, mich, Herr, zu dir gerufen (EG 210)
Deine Liebe wirkt die neue Schöpfung (EG 212, 4-6)
Nun lasst uns Gott dem Herren (EG 320)
Herr Jesu, Gnadensonne (EG 404)



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