das Kirchenjahr

4. Sonntag nach Trinitatis

Die Gemeinde der Sünder

Proprium

Beschreibung:
Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.
Eingangsvotum:
Am 4. Sonntag nach Trinitatis werden wir daran erinnert, dass wir eine Gemeinde von Sündern sind, die der Vergebung bedarf. So haben wir auch nicht das Recht, unseren Nächsten zu richten. Wir wissen aber um die große Gnade, dass Gott gerade denen nachgeht, die in Schuld gefangen sind.
oder
Wir sind allesamt Sünder - daran erinnert uns der Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer. Mit diesem Sündersein werden wir es heute zu tun kriegen, aber auch damit: dass wir ohne Verdienst gerecht werden aus Gottes Gnade. So feiern wir diesen Gottesdienst als Geliebte, Kinder Gottes.
oder
Der Wochenspruch aus dem 6. Kapitel des Briefes an die Galater macht deutlich, worum es an diesem Sonntag geht. Er fordert uns auf, aufeinander acht zu haben, sich umeinander zu sorgen und das zu tun, was nötig ist. Das fällt nicht immer leicht, ja, es ist schon im ersten Schritt schwierig. Da ist es gut, dass wir uns immer wieder der Tatsache versichern dürfen, dass wir nicht nach unserem Versagen, sondern nach der Gnade Gottes beurteilt werden.
Wochenspruch:
Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Gal 6,2)
Wochenlied:
Komm in unsre stolze Welt (EG 428) oder
O Gott, du frommer Gott (EG 495)
Liedvorschläge
Musikvideo zum ersten Wochenlied von Miguel-Pascal Schaar
Antiphon:
Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. (Ps 42,6)
Halleluja-Vers:
Das ist ein köstlich Ding, dem Herren danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster. (Ps 92,2)
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Die Gemeinschaft der Sünder - ein Thema, das nur schwer gestaltet werden kann. Der Gottesdienst sollte mit einem gemeinsamen Sündenbekenntnis beginnen. Dies kann eingeleitet werden durch Hinweise auf aktuelle Probleme, an denen wir alle in irgendeiner Form beteiligt sind.
Kollektengebet:
Herr Jesus Christus, du hast uns gesagt, was gut ist, und doch tun wir immer wieder das Gegenteil. Wir kommen zu dir, weil wir deine Hilfe brauchen. Zeige uns den Weg des Friedens, führe uns auf den Weg, der uns das Gute tun lässt, das du uns gezeigt hast. Der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen
oder
Barmherziger Gott, wir danken dir für deine Gnade, die uns von aller Schuld befreit. Wir bitten dich, hilf, dass wir unseren Mitmenschen in Liebe begegnen, damit die Welt erkennt: du bist unser Gott. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
oder
Barmherziger Gott, du rufst uns zusammen, damit wir dich loben und preisen. So bitten wir dich: stärke unsere Gemeinschaft durch deinen Geist, damit die Welt erkennt, dass du der Herr bist, dem allein Ehre gebührt. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
*BWV 21 - Ich hatte viel Bekümmernis
BWV 24 - Ein ungefärbt Gemüte
BWV 177 - Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
BWV 185 - Barmherziges Herze der ewigen Liebe
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
42, 2-6
I:
Lk 6, 36-42 (Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet.) - Evangelium-Lesung
II:
Röm 12, 17-21 (Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.) - Epistel-Lesung - Predigttext
III:
1. Mose 50, 15-21 (= Gen 50, 15-21) (Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.) - AT-Lesung
IV:
Joh 8, 3-11 (Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.)
V:
1. Petr 3, 8-17 (Es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.)
VI:
1. Sam 24, 1-20 (Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen?)
M:
Röm 14, (1-6)10-13
Jak 1, (19-21)22-25
Jak 3, 13-18