das Kirchenjahr

19. Sonntag nach Trinitatis

Heilung an Leib und Seele

Proprium

Beschreibung:
Der 19. Sonntag nach Trinitatis hat die ganzheitliche Heilung zum Thema. "Ganzheitlich" ist ein Schlagwort unserer Zeit, und es wäre hilfreich, wenn eine Verbindung zum heutigen Verständnis von den Predigttexten her abgeleitet werden könnte.
Eingangsvotum:
Die Erzählung von der Heilung des Gichtbrüchigen macht uns am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis deutlich, dass der Mensch nicht allein aus dem Leib besteht, der krank werden und sterben kann. Wenn Jesus heilt, so heilt er immer den ganzen Menschen, so dass auch die Seele wieder gesund wird.
oder: Krankheit zeigt uns unsere Grenzen. Sie macht uns bewusst, dass wir unseren Körper nicht unendlich belasten können. Zuletzt bereitet sie uns auch auf den Tod vor.
Insofern kann Krankheit auch eine positive Wirkung haben. Sie hilft uns, unsere Ziele neu zu stecken und an unsere Grenzen, die uns von Gott gesetzt sind, anzupassen. Sie gibt uns die Möglichkeit, auszuruhen und uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Auch die Seele kann nicht unbegrenzt belastet werden. Auch sie braucht Phasen der Ruhe und Entspannung; einer hat es mal so formuliert: die Seele baumeln lassen, das ist es, was wir brauchen.
Wenn Gott sich uns mit seiner heilenden Kraft zuwendet, dann immer so, dass er beides meint, unseren Leib und unsere Seele. Das Heil, das er uns schenkt, seine Heilung ist vollkommen und lässt nichts aus.
Darum lautet der Wochenspruch, der beim Propheten Jeremia im 17. Kapitel steht:
Wochenspruch:
Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jer 17, 14)
Wochenlied:
Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324)
Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Singt Jubilate 128 /
fT Liederheft „freiTöne”
25)
Antiphon:
Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich! (Ps 27, 7)
Halleluja-Vers:
Herr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen. (Ps 138, 8b)
Kollektengebet:
Gott, du schenkst uns dein Heil und machst uns frei von allem, was uns krank macht. Gib, dass deine Liebe unsere Herzen erwärmt, dass wir nicht achtlos an denen vorübergehen, die in ihrer Not gefangen sind, sondern sie einladen zu dir. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
oder
Allmächtiger, barmherziger Gott, durch die Liebe, die du uns in deinem Sohn Jesus Christus bewiesen hast, können wir einen Neuanfang wagen. Hilf uns, das Alte hinter uns zu lassen, damit wir Deinem Namen Ehre geben vor allen Menschen. Bewahre uns durch deinen Geist. Amen
oder
Himmlischer Vater, wir sind deine Kinder. Darum dürfen wir uns vertrauensvoll dir zuwenden und von dir Hilfe erbitten für unser Leben, für unsere Seele. Lass uns deinen Segen erfahren und hilf uns, dass wir auch anderen zum Segen werden. Das bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
BWV 5 - Wo soll ich fliehen hin
BWV 48 - Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen
BWV 56 - Ich will den Kreuzstab gerne tragen
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
32, 1-7
I:
Joh 5, 1-16 - Predigttext
II:
Eph 4, 22-32
III:
Jes 38, 9-20
IV:
Mk 2, 1-12 - Evangelium-Lesung
V:
Jak 5, 13-16 - Epistel-Lesung
VI:
2. Mose 34, 4-10 (= Ex 34, 4-10) - AT-Lesung
M:
1. Mose 9, 12-17 (= Gen 9, 12-17)
Mk 1, 32-39
1. Kor 9, 16-23 (s. Reihe M am 2. S. n. Trinitatis und Reihe I/IV am 24. S. n. Trinitatis)