das Kirchenjahr

22. Sonntag nach Trinitatis

Vergib uns unsere Schuld*

Proprium

Beschreibung:
Der 22. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit Schuld im weiteren Sinne, bekommt aber sein Thema vom Gleichnis vom „Schalksknecht”, das die Bitte des Vaterunsers "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern" deutlich unterstreicht. Andere Aspekte der Schuld, die an diesem Sonntag durch die Perikopen angesprochen werden, sind die der Sündenvergebung und -bindung (!) durch die Nachfolger Jesu, der unbedingten Sündhaftigkeit des Menschen, selbst gegen seinen Willen, durch das Gesetz, und die der Unfähigkeit des Menschen, seine Schuld wieder gutzumachen. Die Vielschichtigkeit von Schuld macht es unmöglich, dieses Thema letztgültig abzuhandlen, da man auch immer selbst in der Schuld verhaftet ist und sich damit auch nicht zum Richter über andere erheben kann.
Eingangsvotum:
Am 22. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis vom Schalksknecht. Wir erfahren das kostbare Geschenk der Vergebung unserer unermesslichen Schuld durch den Tod Jesu Christi und danken Gott dafür, indem wir selbst unser Leben durch die Kraft der Vergebung gestalten und uns unserem Nächsten vergebend zuwenden.
Wochenspruch:
Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. (Ps 130, 4)
Wochenlied:
Herz und Herz vereint zusammen (EG 251)
Wo Menschen sich vergessen (
fT Liederbuch „freiTöne”
172,
LPfGLieder und Psalmen für den Gottesdienst (Ergänzungsheft zum EG)
29)
Musikvideo zu „Herz und Herz vereint zusammen” von MrVergangenheit
Musikvideo zu „Wo Menschen sich vergessen” von Ben das Brot
Weitere Liedvorschläge
Antiphon:
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. (Ps 51, 3)
Halleluja-Vers:
Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. (Ps 147, 3)
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
An einem Sonntag, der Schuld und Vergebung zum Thema hat, bietet es sich an, Schuldbekenntnis und Sündenvergebung ganz bewusst im Gottesdienst erlebbar zu machen. Dies kann geschehen durch eine allgemeine Beichte, oder durch Handlungen persönlicherer Natur, die allerdings nicht zu Vergewaltigungen führen dürfen, vor allem nicht zu dem Gefühl, dass man „gerichtet” wird. Vergebung sollte der Schwerpunkt des Gottesdienstes sein, und dies sollte auch im Handeln deutlich werden.
Kollektengebet (Tagesgebet):
Himmlischer Vater, wir stehen vor dir als deine Kinder und bitten dich: Gieß dein Erbarmen in unsere Herzen, damit wir deine Liebe erkennen und unseren Mitmenschen von Herzen vergeben, wenn sie an uns schuldig wurden, denn Du hast uns zuerst vergeben. Das bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn.
Bach-Kantaten:
*BWV 42 - Am Abend aber desselbigen Sabbats (IV)
*BWV 45 - Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist (VI)
*BWV 48 - Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen (II)
BWV 55 - Ich armer Mensch, ich Sündenknecht (I, M: Phil 1)
BWV 89 - Was soll ich aus dir machen, Ephraim (M: Phil 1)
*BWV 105 - Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht (Ps)
BWV 115 - Mache dich, mein Geist, bereit (I)
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
143, 1-9
I:
Evangelium
Mt 18, 21-35 (Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch.)
II:
Epistel
Röm 7, 14-25a (Das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.)
III:
Altes Testament
Jes 44, 21-23 (Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!)
IV:
Mt 18, 15-20 (Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.)
V:
Predigttext
1. Joh 2, 12-14 (Ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen.)
VI:
Mi 6, 1-8 (Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.)
M:
Sir 28, 1-9
Mk 11, 24-25
Phil 1, 3-11
1. Joh 3, 19-24