das Kirchenjahr

21. Sonntag nach Trinitatis

Die geistliche Waffenrüstung

Proprium

Beschreibung:
Der 21. Sonntag nach Trinitatis wird von der Epistel her bestimmt. Es ist dort die Rede von der "Waffenrüstung Gottes" - Paulus vergleicht die Instrumente des Krieges mit denen des Glaubens. Dem ist das Evangelium von der Feindesliebe entgegengestellt - es handelt sich bei diesem Text allerdings nur um die Zusammenfassung der längeren Liste aus Epheser 6. Der alttestamentliche Text scheint nicht viel mit "geistlicher Waffenrüstung" zu tun zu haben, es sei denn, man betrachtet den Vers 7 als Hinweis auf die Waffe, mit der das jüdische Volk sich im Exil am Leben erhalten hat. Von einer Waffenrüstung zu reden - gleich ob geistlich oder nicht - trifft heute normalerweise auf Befremden. Diese Bilder gehören in eine extremistische Welt, nicht aber in die friedvolle Welt der Kirche. Dabei übersehen wir oft, dass es auch in der Kirche menschlich zugeht und auch dort Waffen benutzt werden - diese sind dann allerdings oft nicht die, von denen Paulus redet.
Eingangsvotum:
Die Rede Jesu von der Feindesliebe zeigt uns am 21. Sonntag nach Trinitatis, welche Waffen wir gegen unsere Feinde einsetzen können und sollen. Die Waffe der Liebe hat die Verheißung, dass Gott durch sie wirkt; darum können wir uns getrost auf sie verlassen, auch dann, wenn uns diese Waffe als wirkungslos erscheint. oder
Auch Christen benutzen Waffen, aber ihre Waffen verletzen nicht - zumindest nicht in der Regel - denn es sind geistliche Waffen, die uns sicher und fest machen und zugleich dazu dienen, Menschen, denen wir begegnen, die Liebe Gottes spürbar zu vermitteln. So rüsten wir uns in diesem Gottesdienst, um für die Herausforderungen des Alltags gewappnet zu sein.
Wochenspruch:
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12, 21)
Wochenlied:
Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (EG 377)
Damit aus Fremden Freunde werden (
HE-EG Gesangbuch der Ev. Kirchen in Hessen
639 /
NB-EG Gesangbuch der Ev. Kirchen in Niedersachsen und Bremen
619)
Liedvorschläge
Musikvideo zum ersten Wochenlied von Sacraloorgan
Musikvideo zum zweiten Wochenlied von Calvin Hobbes (Gethsemanekirche Würzburg)
Antiphon:
Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre. (Ps 84, 12a)
Halleluja-Vers:
Von Gnade und Recht will ich singen / und dir, Herr, Lob sagen. (Ps 101, 1)
Kyriegebet:
Vater im Himmel, wir möchten kein Ärgernis sein und scheuen uns darum oft, mit anderen von dem zu reden, was wir glauben und wovon wir überzeugt sind. Vergib uns unseren Kleinmut und rüste uns aus mit den Gaben deines Geistes, damit wir durch unser Reden und Tun deine Güte preisen. Wir rufen zu dir:
Kollektengebet:
Gott, du willst, dass wir uns entscheiden für das Gute, das du in unsere Herzen gelegt hast. Hilf, dass wir es auch erkennen, und lass uns dann feste Schritte tun auf dem Weg, den du uns führen willst. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
BWV 2 - Ach Gott, vom Himmel sieh darein
BWV 38 - Aus tiefer Not schrei ich zu dir
BWV 80 - Ein feste Burg ist unser Gott
BWV 98 - Was Gott tut, das ist wohlgetan
BWV 109 - Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben
BWV 188 - Ich habe meine Zuversicht
Anmerkungen:
Wenn der Sonntag auf den 31.10. fällt oder der 31.10. in der Woche davor war und nicht als Reformationsgedenken begangen werden konnte, so tritt an die Stelle dieses Sonntags das Proprium des Reformationsgedenkens.
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
19, 8-14
I:
Epistel
Eph 6, 10-17 (Zieht an die Waffenrüstung Gottes!)
II:
Altes Testament
Predigttext
Jer 29, 1.4-7(8-9)10-14 (Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen.)
III:
Mt 10, 34-39 (Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.)
IV:
Joh 15, 9-12 (13-17) (Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe.)
V:
1. Mose 13, 1-12(13-18) (= Gen 13, 1-12(13-18)) (Das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten.)
VI:
Evangelium
Mt 5, 38-48 (Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.)
M:
Tob 4, 6-9
Mt 15, 1-11a.18-20