das Kirchenjahr

11. Sonntag nach Trinitatis

Pharisäer und Zöllner

Proprium

Beschreibung:
Der 11. Sonntag nach Trinitatis widmet sich unserer Einstellung zu Gott und zu seinem Gnadenhandeln. Dafür werden im Evangelium die zwei völlig unterschiedlichen Charaktere des Pharisäers und des Zöllners einander gegenüber gestellt. Die übrigen Texte weisen mehr in die Richtung des "Seligwerdens aus Gnade" und nicht aus Werken. Unsere Einstellung zu der Gnade Gottes ist entscheidend dafür, ob wir sie auch empfangen werden.
Eingangsvotum:
Am 11. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Erzählung vom Pharisäer und Zöllner und erfahren, dass unser Glaube nicht unser Verdienst, sondern die Gabe Gottes ist. Wir freuen uns an dieser Gabe, aber wir erkennen auch, dass wir dennoch fähig sind, gegen den Willen Gottes zu handeln. Darum sind wir froh und dankbar, dass Gott uns immer wieder die Möglichkeit zur Buße, zur Umkehr schenkt.
Wochenspruch:
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5, 5)
Wochenlied:
Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)
Meine engen Grenzen (HE-EG 584)
Liedvorschläge
Antiphon:
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. (Ps 113, 3)
Halleluja-Vers:
I: Danket dem Herrn und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!
II: Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. (I: Ps 105, 1 (EGb S. 371) / II: Ps 34, 2 (NB-EG 954.55))
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Es ist schwer, zu dieser Thematik etwas besonderes zu gestalten, weil man immer auch Gefahr läuft, anzuklagen. In der Gottesdienstgemeinde gibt es die Gruppe der Sünder in der Regel nicht. Man könnte also darüber nachdenken, ob und wie man diese Gruppe im Gottesdienst erscheinen lässt. Sie leibhaftig antreten zu lassen, ist wohl kaum möglich. Man könnte versuchen, auf andere Weise "Anstoß" zu erregen und so die Sensibilität für die Thematik des Sonntags herzustellen. Dies könnte mit fremden Bildern geschehen, mit einem Berg Abfall (Symbol für die Welt, in der viele Menschen leben) im oder vor dem Altarraum, usw.
Kyriegebet:
Vater im Himmel, oft meinen wir, alles richtig zu machen, und erkennen nicht, dass wir unsere Mitmenschen missachten, Böses über sie denken oder gar reden. Oft fügen wir anderen, auch unbewusst, Schaden zu. Mache uns aufmerksam, dass wir unsere Schuld erkennen und vor dich bringen. Wir rufen zu dir:
Kollektengebet:
Herr Jesus Christus, wir möchten "Ja" sagen zu deinem Ruf, und doch scheint es uns manchmal sehr schwer. Wir bitten dich: öffne unsere Herzen, dass wir umkehren und den Weg zu dir finden. Das bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit.
Amen
Bach-Kantaten:
*BWV 38 - Aus tiefer Not schrei ich zu dir
*BWV 47 - Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
BWV 113 - Herr Jesu Christ, du höchstes Gut
BWV 179 - Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei
BWV 199 - Mein Herze schwimmt im Blut
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
145, 1-2.14.17-21
I:
Hiob 23 (Er ist der Eine – wer will ihm wehren?)
II:
Evangelium
Predigttext
Lk 18, 9-14 (Gott, sei mir Sünder gnädig!)
III:
Epistel
Eph 2, 4-10 (Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.)
IV:
Altes Testament
2. Sam 12, 1-10.13-15a (Nathan sprach zu David: Du bist der Mann!)
V:
Lk 7, 36-50 (Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt.)
VI:
Gal 2, 16-21 (Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.)
M:
1. Sam 17, 38-51
Hiob 22, 21-30
Mt 23, 1-12