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4. Sonntag nach Trinitatis
Die Gemeinde der Sünder - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.

IV - 1. Petr 3, 8-15a (15b-17)
Rev. 2014: Röm 12, 17-21 (Epistellesung - s. Reihe VI)

Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. 9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. 10 Denn «wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. 11 Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. 12 Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun» (Psalm 34,13-17).
13 Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? 14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; 15 heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. [Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, 16 und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. 17 Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.]

Die eingeklammerten Verse dieser Perikope sollten getrost in der Predigtvorbereitung und in der Predigt Beachtung finden, denn sie gehören zu dem Abschnitt 8-15a dazu. Petrus (der wohl nicht der Verfasser ist, aber auch hier benutze ich den Namen, den der Verfasser sich selbst gibt) mahnt zum freundlichen Umgang miteinander. Er hat eine Gemeinde vor Augen, die offenbar unter Verfolgung leidet und deswegen wohl auch intern Probleme hat (Abfall, Denunziation usw.). Bedenklich ist der kausale Ansatz seiner Argumentation: "wenn ihr gute Tage sehen wollt..." - diese Art der Argumentation hat mit Jesus eigentlich ihre Bedeutung verloren, denn wir haben ja erfahren, dass Gott vergibt. Wenn wir so handeln, wie Petrus uns auffordert zu tun, dann aus Dankbarkeit dafür, dass Gott uns mit sich versöhnt hat, und nicht, um diese Versöhnung zu erlangen. Zu gut wissen wir ja auch, dass die Sonne scheint über Böse und Gute, von daher also nicht zu erwarten ist, dass es den Guten besser geht als den Schlechten.
Wozu Petrus die Gemeinde auffordert, ist allerdings beachtenswert: Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. (Vers 9). Segnet - selbst und gerade auch die Feinde, die einem schaden wollen. Suche Frieden (Vers 11) nicht in dir selbst, sondern mit deinen Mitmenschen.
Petrus führt Ps 34 an, um seine kausale Argumentation zu untermauern, merkt dann aber selbst, dass dies der Erfahrung widerspricht. Plötzlich wird, wenn auch nicht explizit, Gott anheim gestellt, was mit denen, die Böses tun und den Christen schaden, geschieht. Was denen widerfährt, die Gutes Tun, ist zwar klar - sie sind selig (Vers 14). Das nützt ihnen nur nicht viel, wenn sie getötet werden - oder doch? Das Gericht Gottes müssen sie jedenfalls nicht fürchten, weil sie sich darum bemüht haben, Gottes Willen, der vorher ausgeführt wurde, zu tun.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist nicht ohne Weiteres ersichtlich. Die "Gemeinde der Sünder" kommt hier nicht unbedingt zum Vorschein, eher die Gemeinde der Erlösten. Insofern aber auch die Gemeinde der Sünder, denn erlöst werden kann man nur von der Sünde. Und da man nie den Zustand erreicht, in dem man ganz frei von Sünde ist, außer durch die Gnade Gottes, bleiben wir Sünder. Petrus führt der Gemeinde vor Augen, worin sie versagt, und worin sie sich üben muss. Das Versagen ist die Sünde.
Die Predigt kann versuchen, zunächst darzustellen, wo und wie wir selbst mit Konfliktsituation nicht fertig werden, sondern verbittern. Es kommt dann darauf an, deutlich zu machen, dass wir mit Gott versöhnt sind und darum aus Dankbarkeit und Freude darüber anders handeln können, eben als "Erlöste". Man könnte allerdings auch fragen, inwieweit diese Aufforderung zu friedfertigem Handeln uns zu Marionetten gemacht hat, d.h. wir erscheinen nach außen als solche, die keine Konflikte wünschen und darum jedem freundlich lächelnd gegenüberstehen, innerlich aber nicht zur Ruhe kommen und keinen Frieden mit diesen Menschen finden. Wir gehen ihnen dann möglichst aus dem Weg. Dann jenen Menschen segnend entgegenzutreten, ist sicherlich eine große Herausforderung.
Man muss natürlich vorsichtig sein: Partei ergreifen darf man genauso wenig wie einer Gruppe von Menschen den Glauben absprechen.

Liedvorschläge zur Predigt:


Jesu, meine Freude (EG 396)
Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397)
Lass die Wurzel unsers Handelns (EG 417)
Licht, das in die Welt gekommen (EG 593)
Schalom, Schalom! Wo die Liebe wohnt (EG 627)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 27 Mai 2018
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