Der 14. Sonntag nach Trinitatis redet von der heilenden Kraft Gottes. Das Thema dieses Sonntags ist diesmal von der Epistel her abgeleitet. Die anderen Texte haben wenig mit dem Thema zu tun. Es wird schwierig sein, die Thematik durchzuziehen, man sollte es aber versuchen. Von daher ist eine Vertiefung in die Epistel bei der Studie des aktuellen Predigttextes ratsam.
Zu den Perikopen
Präfamen:
Das Alte Testament erzählt vom Volk Israel, durch das die ganze Welt gesegnet wurde, denn aus diesem Volk
ist unser Herr Jesus Christus hervorgegangen. Wir hören heute, wie Gott dem Jakob, der später Israel genannt wird, in einem
Traum ankündigt, dass er ihn zu einem großen Volk machen wird. So hört, wie geschrieben steht im Buch Genesis (1. Mose) im 28. Kapitel:
Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran
11und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war
untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
12Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit
der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin
der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und
deinen Nachkommen geben.
14Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet
werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst,
und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
16Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr,
der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!
17Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte!
Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
18Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den
er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf
19und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.
20Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf
dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen
21und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der
Herr mein Gott sein.
22Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus
werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.
Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.
2Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner
und war reich.
3Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der
Menge; denn er war klein von Gestalt.
4Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort
sollte er durchkommen.
5Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig
eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.
6Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
7Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.
8Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte
von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.
9Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn.
10Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder:
Weist die Unordentlichen zurecht,
tröstet die Kleinmütigen,
tragt die Schwachen,
seid geduldig gegen jedermann.
15Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern
jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann.
16Seid allezeit fröhlich,
17betet ohne Unterlass,
18seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.
19Den Geist dämpft nicht.
20Prophetische Rede verachtet nicht.
21Prüft aber alles, und das Gute behaltet.
22Meidet das Böse in jeder Gestalt.
23Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist
samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
24Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.
Zu der Zeit wirst du sagen:
Ich danke dir, Herr, dass du bist zornig gewesen über mich
und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest.
2Siehe, Gott ist mein Heil,
ich bin sicher und fürchte mich nicht;
denn Gott der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.
3Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.
4Und ihr werdet sagen zu der Zeit:
Danket dem Herrn, rufet an seinen Namen!
Machet kund unter den Völkern sein Tun,
verkündiget, wie sein Name so hoch ist!
5Lobsinget dem Herrn, denn er hat sich herrlich bewiesen.
Solches sei kund in allen Landen!
6Jauchze und rühme, du Tochter Zion;
denn der Heilige Israels ist groß bei dir!
Präfamen:
Zehn Aussätzige werden geheilt, aber nur einer kehrt um, um Gott zu danken. Wir erkennen in dieser Erzählung uns selbst
und erfahren, wie Gott trotz all unserer Schuld uns angenommen und geheilt hat. Er schenkt unserer Seele Frieden, damit wir in
seiner Gegenwart leben können. So hört die Erzählung, die zugleich unser Predigttext ist, wie sie geschrieben steht im Lukas-Evangelium
im 17. Kapitel:
Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. 12Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. 15Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.
Präfamen:
Gott hat das Volk Israel zuerst berufen zu seinem Volk und Erben, aber danach auch uns zu seinen Kindern gemacht. Darum
sind auch wir Erben der Gnade und Herrlichkeit Gottes. Wir sind frei, diese Gaben zu gebrauchen und so die Liebe Gottes weiterzusagen.
So schreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer im 8. Kapitel:
14Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.
Mk 1, 40-45
1. Thess 1, 2-10
Mk 1, 40-45:
Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen.
41Und es jammerte ihn, und er streckte die Hand aus, rührte ihn
an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein!
42Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein.
43Und Jesus drohte ihm und trieb ihn alsbald von sich
44und sprach zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und
zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.
45Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die Geschichte bekanntzumachen,
so dass Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten; doch sie kamen zu
ihm von allen Enden.
1. Thess 1, 2-10:
Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet
3und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure
Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus.
4Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid;
5denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch
in der Kraft und in dem heiligen Geist und in großer Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen.
6Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen
in großer Bedrängnis mit Freuden im heiligen Geist,
7so dass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja.
8Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja,
sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, so dass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen.
9Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch
bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott
10und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der
uns von dem zukünftigen Zorn errettet.