das Kirchenjahr

8. Sonntag nach Trinitatis

Früchte des Geistes

Predigtanregung

Der 8. Sonntag nach Trinitatis fragt nach der Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes in seinem Leben. Diese Antwort erfordert nicht viel; es ist eigentlich ein schlichtes &bdquot;Nichtverbergen&rdquot; dessen, was man bekommen hat. Schwerpunkt der Texte ist aber auch das Licht, das von denen, die dem Volk Gottes angehören, ausgeht, oder an dem sie teilhaben.

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IV - Mk 12, 41-44

Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. 42 Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht zusammen einen Pfennig. 43 Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. 44 Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.

Ob sich jede/r Gottesdienstbesucher/in wohl wie diese arme Witwe fühlt? Eigentlich ist schon deutlich, dass Jesus hier jeden Menschen anspricht, der bereit ist, etwas für andere Menschen zu opfern. Die üblichen Wege sind die Kollekte und die Spenden an wohltätige Organisationen, die man oft nicht ohne die Freude auf die Steuererstattung leistet. Aber Jesus tadelt diese Haltung eigentlich nicht. Er macht nur deutlich, dass das Opfer der armen Witwe unendlich viel größer ist als das Opfer aller anderen, die in der Regel wesentlich weniger als den Zehnten (also 10%) ihres Einkommens spenden. Ihre Spende zeugt immer noch davon, dass ihnen die bedürftigen Menschen am Herzen liegen. Das Beschämende ist, dass die selbst bedürftige arme Witwe noch etwas von dem wenigen, was sie hat, spendet.
Diese Erzählung rät dazu, sich auf seine eigene Spendenbereitschaft nichts einzubilden, und noch weniger damit zu prahlen. Wenn ein Multimilliardär durch die Presse die Nachricht gehen lässt, dass er mehrere Millionen Euro für einen guten Zweck gespendet hat, dann dient das seiner Imagepflege und nicht den Bedürftigen (obwohl die natürlich auch etwas davon haben).
Jesus vermittelt uns einen Eindruck davon, wie Gott unser(e) Opfer ansieht. Meist gehören sie zu den Selbstverständlichkeiten, die ein Christenmensch aus freiem Willen leistet. Und so sollten auch wir sie behandeln. Es liegt darin nichts Außergewöhnliches. Und es wäre sicher auch falsch, sich durch besonders große Opfer darum zu bemühen, dass Gott einen in besonderer Weise ansieht. Solche Opfer gefallen Gott nicht.
Dass wir aber bereit sind, von unserem Eigentum etwas für andere abzugeben, gehört zum Ausdruck des Dankes, den wir Gott schuldig sind dafür, dass er uns von Schuld und vom Tod erlöst hat. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Das sollte auch in der Predigt zum Ausdruck kommen.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird genau in dieser Selbstverständlichkeit deutlich. Gottes Wirken an uns löst die Opferbereitschaft, die eine Frucht des Geistes Gottes ist, aus.

Liedvorschläge zur Predigt:


"Eins ist not!&rdquot; Ach Herr, dies eine (EG 386)
Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397)
Ich will dich lieben, meine Stärke (EG 400)



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