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15. Sonntag nach Trinitatis
Irdische Güter - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

Der 15. Sonntag nach Trinitatis hat "Irdische Güter" zum Thema. Es geht ums Sorgen, die Angst um die Zukunft, um das, was morgen kommt, die Sorge um das leibliche Wohl, um das Dach über dem Kopf. Mancher Predigttext legt eine gewisse Leibfeindlichkeit nahe, etwas, das einzuüben heute gewiss nicht ganz verkehrt ist. Dabei sollte man sich allerdings davor hüten, die Gaben Gottes, von denen wir leben, zu verteufeln.

III - Lk 18, 28-30
Rev. 2014: 1. Petr 5, 5b-11 (Epistellesung - s. auch Reihe II)

Petrus sprach zu Jesus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wiederempfange in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] 1. Petr 5, 5b-11
Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. 7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. 11 Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Ein heikler Text. Wieder einmal stehen wir vor der Spannung zwischen Anspruch und Realität, die es so oft unmöglich macht, eine Aussage Jesu wörtlich zu nehmen. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Spannung aufzulösen:
1. Man "vergeistlicht" den Text. Während man also "weltliche Bindungen" aufgegeben hat (die zu den Verwandten und zum Besitz), gewinnt man geistliche Schätze. Wie diese aussehen, bleibt der Phantasie des Predigers überlassen. Die Tatsache, dass Jesus wohl doch das vielfach verheißt, das man zurückgelassen hat, wird dabei ignoriert.
2. Zumindest in Bezug auf die Verwandten kann man die Aussage Jesu schon wörtlich nehmen: immerhin bildet die Gemeinde Jesu Christi eine große Familie, also man gewinnt neue Verwandte, die die Stelle der Geschwister oder Eltern einnehmen können. Ob dies auch für das Haus gilt? Bekanntlich ist es um die Gütergemeinschaft in der christlichen Kirche (in Deutschland) nicht so gut bestellt.
Das sind vermutlich auch die gängigsten Ansätze. Beide dürften dem Predigttext mehr oder weniger Gewalt antun. Die Frage ist freilich, wie man es richtig macht?
Zunächst sollte man den Zusammenhang beachten. Gerade zuvor wird vom reichen Jüngling erzählt, und Jesu Aussage macht Angst: "Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Himmelreich komme." Deswegen weist Petrus darauf hin, dass sie nicht reich sind, ja, dass sie alles für die Nachfolge Jesu aufgegeben haben. Man kann sich schon fragen, warum Jesus nicht gerade das, was er daraufhin zu den Jüngern sagt, auch schon dem reichen Jüngling gesagt hat. Hätte der dann nicht freudig alles aufgegeben, wohl wissend, dass er alles vielfältig zurückbekommen würde? Hier liegt gewiss ein wichtiger Punkt für die Predigt: Jesus redet diese Worte zu den "Insidern", nicht zu denen, die noch nicht überzeugt sind. Wenn jemand um des Gewinns willen die Nachfolge anstreben würde, wäre das wohl verkehrt, denn er würde nichts aufgeben.
Wenn dieser Text gepredigt wird, muss man sich vor Augen halten, wer die Auslegung eigentlich hört: es ist nicht eine Gruppe von Menschen, die wie die Jünger alles zurückgelassen hat. In der Regel kommt niemand in die Kirche, der um Christi willen all seinen Besitz und die Familie aufgegeben hat. Eher im Gegenteil: den meisten würde es ausgesprochen schwer fallen, auch nur einen Bruchteil ihres Besitzes aufzugeben (siehe die Höhe der Kollekte). So gesehen, sind die Zuhörer in der Kirche eher mit dem reichen Jüngling zu vergleichen!
Eine zeitgemäße und dem Kontext angemessene Auslegung wird daher darauf hinweisen, dass zum Empfangen Verzicht gehört. Wir machen deswegen nicht die Erfahrung der "Bereicherung", weil wir nichts aufgegeben haben! Für die Predigt wäre es also ratsam, darauf hinzuweisen, dass wir noch viel aufzugeben haben, um diese Erfahrung der Bereicherung machen zu können. Es muss aber auch klar gestellt sein, dass Jesus dies nicht in einer gesetzlichen Form verlangt, d.h. es ist nicht so, dass nur der, der alles aufgibt, auch Jesus nachfolgen kann. Die Bereitschaft zur Aufgabe ist sicherlich genug.
Vom kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang her kann man nun auch sagen, dass das Herz eben nicht an unserem Besitz hängen soll. Wenn es das tut, wird es ungleich schwer, den Segen Gottes zu empfangen. Man kann tun was man will - mit dem durch Versicherungen und andere Dinge fest gewobenen materiellen Netz, das einen auffangen soll, wenn es mal knapp wird, entzieht man Gott die Grundlage für sein helfendes und rettendes Eingreifen.

Liedvorschläge zur Predigt:

*Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369)
Lasset uns mit Jesus ziehen (EG 384)
Eins ist not! Ach Herr, dies Eine (EG 386)
Jesu, geh voran (EG 391)
Lass mich, o Herr, in allen Dingen (EG 414)
*O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens (EG 416)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 14 September 2015
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