das Kirchenjahr

Tag der Geburt des Herrn

Christfest I

Die Geburt des Herrn*

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Tag der Geburt des Herrn - Christfest I steht im Evangelium nach Johannes im 1. Kapitel und lautet: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.
Eingangslied: Tochter Zion, freue dich (EG 13)
Psalmgebet: Ps 96, 1-3.7-13
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Allmächtiger Gott, wir vertrauen auf deine unermessliche Güte, die du im Kommen deines Sohnes Jesus Christus offenbart hast. Wir bitten dich: komme bald, damit alle Welt dich sehen kann und deinen Namen preisen wird. Das bitten wir durch ihn, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Tit 3, 4-7 (Epistel)
Lied: Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Der Herr gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes. oder Erschienen ist uns der Tag, den Gott geheiligt. Kommt herzu, ihr Völker, und betet an den Herren; denn heute steigt herab das große Licht auf die Erde. (altkirchlich)
Gesang: Halleluja*
Lesung: Joh 1, 1-5.9-14(16-18) (Evangelium)
Lied: Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Jes 52, 7-10)
Lied: Also liebt Gott die arge Welt (EG )
Fürbitte
Himmlischer Vater, wir freuen uns über all das Gute, das wir in unserem Leben erfahren haben. Wir danken dir, dass du uns in Liebe begegnest und wir keinen Grund haben, zu klagen. Wir erkennen aber, dass es vielen in dieser Welt nicht so gut geht. Sie hoffen auf deine Liebe und bitten dich um Hilfe - und verzagen, weil keiner da ist, der ihnen deine Liebe nahe bringt. Wir bitten dich: lass nicht zu, dass wir sie in diesen Tagen vergessen. Öffne unsere Herzen, mache sie groß, damit deutlich wird: Wir sind deine Kinder! Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Wir möchten uns gerne freuen - und doch herrschen Krieg und Gewalt in dieser Welt. Unsere Regierungen glauben, den Terrorismus ausrotten zu können mit Waffen, deren Einsatz den Hass auf die sogenannte zivilisierte Welt immer stärker anwachsen lässt. Als du zu uns kamst, hast du Frieden gebracht. Diesen Frieden wollen wir weitergeben, mit der einzigen Waffe, die nicht verletzen kann: Liebe. Hilf uns, dass wir einander mit Liebe und Vertrauen begegnen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Wir möchten uns gerne freuen, doch herrschen Krankheit und Tod in dieser Welt. Unzählige Menschen verzweifeln, weil sie ihre Schmerzen nicht mehr ertragen können oder weil sie wissen, dass ihre Krankheit unheilbar ist und sie dem Tod ins Angesicht sehen müssen. Menschen, die behindert sind, erinnern uns daran, dass unserem Leben Grenzen gesetzt sind. Hilf uns, dass wir diese Grenzen anerkennen und in ihnen dich zu suchen beginnen, denn du schenkst das Heil, nach dem sich so viele Menschen sehnen. Erfülle die, die sich um Kranke und Schwache kümmern und sie versorgen, mit deiner Kraft. Schenke den Menschen, die ihren Mut verlieren, neue Hoffnung, und benutze du uns, dass durch uns dein Heil kund werde. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Wir möchten uns freuen in dir, doch sind die Güter dieser Welt noch so ungerecht verteilt. Der Reichtum dieser Welt konzentriert sich auf immer weniger Menschen. Wie kann da deine Liebe deutlich werden? Hilf, dass Verantwortliche in Politik und Wirtschaft erkennen, dass sie auf lange Sicht unsere Welt durch ihr Handeln lebensunwert machen. Mache den Ausgebeuteten und Unterdrückten Mut, für ihr Recht einzutreten und dafür zu kämpfen. Gib uns die Bereitschaft und zeige uns Wege, zu teilen, denn glücklich werden wir doch nur durch deine Liebe und nicht durch das, was wir besitzen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich!
Gott, wir danken dir für deine Liebe und freuen uns an deinem Heil. Wir hoffen auf dich.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: O du fröhliche (EG 44)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.