Der Name des Sonntags Reminiszere leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon
ab: "Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum
quae e saeculo sunt." (Ps 25, 6; deutsch s. unten, wörtliche Übersetzung von "Reminiszere" hervorgehoben)
Der Sonntag Reminiszere hat das Gleichnis von
den bösen Weingärtnern zum Thema. Es geht dabei um das Verhältnis
zwischen Gott und Mensch. Wohl wissend, was sie tun, bringen die Weingärtner
den Sohn des Besitzers um, hoffend, dass sie dann den ganzen Besitz für
sich einstreichen können. Ganz offensichtlich soll das Gleichnis darauf hindeuten,
dass die Menschen, die eine Verantwortung von Gott übertragen bekommen
haben (jeder), das ihnen Anvertraute lieber als ihr Eigentum ansehen wollen und
dabei die Rechte Gottes zu mißachten (und damit auch seine Macht). Die Frage
dieses Sonntags und dieser Woche ist daher die nach unserem Verhältnis zu Gott.
Sie wird allerdings schwierig zu beantworten sein, denn wie mißt man ein solches
Verhältnis? Sobald man zu messen beginnt, ist man ja nicht mehr Betroffener,
sondern "Richter", und stellt sich damit jenseits dessen, was einen zutiefst
persönlich angeht. Und das kann nicht gut gehen. Soll man andere den Maßstab
anlegen lassen? Auch das ist nicht im Sinne des Evangeliums. Bleibt nur das "Innewerden",
das "Auf-Sich-Besinnen", als Möglichkeit, über das eigene Verhältnis
zu Gott nachzudenken und, falls nötig, Konsequenzen zu ziehen. II - Röm 5, 1-5 (6-11)
Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; 2 durch ihn
haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott
geben wird. 3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt,
4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist
ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist. 6 Denn Christus ist schon zu
der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. 7 Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten
willen wagt er vielleicht sein Leben. 8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch
Sünder waren. 9 Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht
geworden sind! 10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel
mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. 11 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch
Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. Anregung folgt später Liedvorschläge:*Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79)
Des Herren Rechte, die behält (EG 113, 4-7) Komm, Feuer Gottes, Heilger Geist (EG 127, 4.6)
Bewahre uns Gott (EG 171) Es ist das Heil uns kommen her (EG 342, 1.6.8.9) *Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich (EG 351)
*Ich steh in meines Herren Hand (EG 374) Halt im Gedächtnis Jesus Christ (EG 405, 1-3.6)
*O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens (EG 416) Die Anregungen für alle Predigtreihen
Buchempfehlungen: 40 Tage für mich. Ein Wegbegleiter in Zeiten des Fastens v. Helwig Wegner, J. R. Didszuweit. Gütersloher Verlagshaus 2002 - 1. Auflage.
Orgelmeditation für die Fastenzeit. Audio-CD v. Pater Dominikus spielt Werke alter Meister. 2003 - 1. Auflage.
Mein persönlicher Fastenbegleiter. v. Aktion Anders Leben (Hg.). Gütersloher Verlagshaus 2004 - 1. Auflage.
Die Lesepredigt 2009/2010 - Perikopenreihe II. v. Friedrich Hauschildt, VELKD (Hg.). Gütersloher Verlagshaus 2009, 576 S. - 1. Auflage. Loseblattausgabe mit CD-ROM. Bewährte Arbeitshilfe für Pfarrer/innen, Lektor(inn)en und Prädikant(inn)en.
Gottesdienstpraxis, Serie B, Passion. Mit CD-ROM v. Christian Schwarz (Hg.). Gütersloher Verlagshaus 2009, 152 S. - 2. Auflage. Diese Vorschläge für Gottesdienste in der Passionszeit geben verschiedene Zugänge zur Passion und zum Kreuz Jesu. Der Tod berühmter
Persönlichkeiten bewegt. Vom Tod des Sokrates durch den Giftbecher wissen heute noch viele, ebenso vom Tod Cäsars durch Verschwörerhand. Aber kein
Tod der Menschheitsgeschichte bewegt auch nur annähernd wie der Tod Jesu. Der gewaltsame Tod eines Menschen löst in der Regel schmerzhafte
Prozesse aus. Das war bei Jesu Tod nicht anders. Und doch wird der Tod Jesu ? in all seiner Abgründigkeit ? seit 2000 Jahren von Christinnen und
Christen als etwas Positives verstanden. Als Tod, durch den andere ? wir ? leben. Die in diesem Buch gesammelten Vorschläge für Gottesdienste in
der Passionszeit folgen dieser Auslegungstradition, auch wenn sie den Akzent durchaus unterschiedlich setzen ? es gibt viele Zugänge zur Passion
und zum Kreuz Jesu.
Gottesdienste mit Psalmmeditationen Band I. Advent bis Pfingsten. Dienst am Wort Band 115 v. Klaus von Mering. Vandenhoeck & Ruprecht 2008, 168 S. - 1. Auflage. Thematisch kommt die ganze Viefalt der Glaubenserfahrungen zur Sprache, vom begeisterten Schöpfungslob bis zur tiefen Ratlosigkeit und Verzweiflung. Mit umfangreichem
Register
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