Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


Home
Advent
Christfest (Weihnachten)
Zwölf Heilige Nächte
Epiphanias
Vorfastenzeit
Fastenzeit

Aschermittwoch
Invokavit
Reminiszere
Okuli
Laetare
Judika

Heilige Woche
Ostern
Pfingsten
Trinitatis
Ende des Kirchenjahres
Feste Januar-August
Feste September-Dezember
Bitt- und Gedenktage




Reminiszere
Gott und Mensch - Predigtbeispiele

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten


Wenn Sie eine meiner Predigtvorschläge verwenden wollen, teilen Sie es mir bitte mit. Jegliche Vervielfältigung, auch im Internet, ist nur mit meiner ausdrücklichen, schriftlichen Zustimmung erlaubt. Weisen Sie bei der Verwendung des Materials bitte auf die Quelle hin.

Predigtvorschläge zu Mk 12, 1-12
Rev. 2014: Joh 3, 14-21 (I)

Eine Predigt zu Joh 3, 14-21 sowie weitere Predigten von mir finden Sie auf der Webseite der Stiftskirchengemeinde (Kaiserdom)


Liedvorschläge:

*O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
*Jesu, meines Lebens Leben (EG 86)
Du schöner Lebensbaum des Paradieses (EG 96)
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)
Ist Gott für mich, so trete (EG 351)
Gott rufet noch. Sollt ich nicht (EG 392)
Wir gehn hinauf nach Jerusalem (KHW/HN-EG 545)
zu Joh 3, 14-21
Es kommt ein Schiff, geladen (EG 8)
Also liebt Gott die arge Welt (EG 51)
Nun gehören unsre Herzen (EG 93)

Predigtvorschläge zu Hebr 11, 8-10
Rev. 2014: Mt 26, 36-46 (VI)

Liebe Gemeinde!

Ich möchte Glauben haben - eigentlich eine verkehrte Bitte. Wenn wir nicht Glauben hätten, wären wir doch nicht hier. Warum also sollten wir dieses Lied singen?
Aber wir kennen auch die Bitte des Vaters eines besessenen Jungen: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben! Also gibt es einen Unterschied zwischen Glauben und Glauben? Gibt es einen starken, festen Glauben, und demgegenüber einen schwachen, schwankenden Glauben? Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern und meinte damit sicher auch uns: Wenn ihr Glauben habt so groß wie ein Senfkorn, könnt ihr einen ganzen Berg versetzen! Dieser Satz, richtig verstanden, bedeutet doch wohl: Entweder es gibt Glaube, oder es gibt keinen. Und jeder Glaube ist gut genug, da gibt es keine Qualitätsschwankungen: wer glaubt, glaubt. Vielleicht müssen wir dann die Bitte des Vaters etwas näher betrachten: ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben! - mit dieser Bitte deutet er vielleicht nur an, dass er im Grunde gar nicht weiß, von welchem Glauben Jesus redet. Denn Jesus sagt ja zuvor: Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Und der Vater des besessenen Jungen muss bekennen, dass er seinen Sohn nicht heilen kann, dass er also den Glauben, von dem Jesus redet, nicht hat. Auf der anderen Seite aber glaubt er daran, dass Jesus seinen Sohn heilen kann.
Glaube - das Wort bedeutet auch: Vertrauen. Vertrauen auf etwas, das man nicht sieht und auch sonst mit keinen Sinnen wahrnehmen kann. Vertrauen darauf, dass es eine Wirklichkeit gibt, die sich unserem Vorstellungsvermögen entzieht nämlich: die Wirklichkeit Gottes. Und diesen Glauben haben wir, darum sind wir doch hier zusammengekommen, um uns gegenseitig in unserem Glauben zu stärken. Das Lied, das wir gesungen haben, liegt daher eigentlich falsch. Es bittet um Glauben, so als ob wir ihn nicht hätten oder so, als ob der Glaube, den wir haben, einfach nicht genug ist. Nur so ist jedenfalls zu erklären, dass in der 4. Strophe dann davon gesprochen wird, dass Gott den Glauben gibt, der reifen wird. Glaube, wenn wir diesem Lied folgen, entwickelt sich also, wird langsam zu dem, was er eigentlich von Anfang an sein soll. Im Glauben wachsen, so nennt man das. Das ist eine ganz übliche Vorstellung, aber eine verkehrte. Denn nach Jesu Worten ist Glaube entweder da - oder er ist nicht da. Und ich bin sicher, dass wir ihn haben, diesen Glauben, der über Zweifel siegt, der Antwort weiß auf Fragen und Halt im Leben gibt. Denn das ist doch auch eine der Früchte des Glaubens, dass wir den Zweifel überwinden, der uns immer wieder befällt, der an uns nagt und uns vermitteln will, dass es keinen Gott gibt, dass unser Leben im Grunde trostlos ist und wir nur dann etwas davon haben, wenn wir es in vollen Zügen genießen, ohne Rücksicht auf unsere Mitmenschen. Unser Glaube überwindet diesen Zweifel und macht uns wieder zu Menschen, zu Geschöpfen Gottes, die sich in ihm geborgen und von ihm getragen wissen. Geschöpfe, die um die Not anderer Menschen wissen und sich ihnen zuwenden in Liebe und Fürsorge. Geschöpfe, die diese Welt erst lebenswert machen, die ihr ein freundliches Gesicht verleihen.
Und das ist auch eine der Früchte des Glaubens, dass wir Antwort haben auf Fragen, auf die niemand sonst eine Antwort weiß. Unser Glaube gibt uns Halt im Leben, er macht uns fest. Es kommt nicht darauf an, wie weit wir im Glauben sind. Diese Frage sollte eigentlich niemals gestellt werden. Jede(r) von uns kann davon erzählen, wie der Glaube geholfen hat.
Der Wunsch, der in diesem Lied zum Ausdruck kommt, ist also falsch zumindest, wenn wir dieses Lied singen. Und dennoch habe ich es ausgewählt, denn es erinnert mich an das, was ich habe. Das Lied hilft mir, den Wert meines Glaubens neu zu erfassen. Ich erkenne, was für ein kostbares Geschenk dieser Glaube ist.
Auch Abraham glaubte. Er ist gewissermaßen der Vater des Glaubens nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für uns Christen. Der Hebräerbrief erzählt uns davon: Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusst nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebr 11, 8-10) Abraham begab sich auf einen lange, unbekannten Weg, er war bereit, weil er Glauben hatte. Abraham vertraute Gott. Er überwand den Zweifel, der sich ganz gewiss in ihm regte: wo würde ihn dieser Weg hinführen? Was, wenn es nur seine eigene Abenteuerlust war, die er verspürte, und nicht der Wille Gottes? War es richtig, seine Familie den Härten einer langen Reise durch oft karges Land auszusetzen? Sollte er wirklich seine Ländereien aufgeben, die ihm doch einen guten Stand sicherten? Konnte er hier, in Ur, seiner Heimatstadt, Gott nicht viel besser dienen, indem er hier die Taten Gottes verkündete? Nein, Abraham vertraute Gott und betrat den Weg, den er nicht kannte. Auch kannte er das Ziel nicht nur die Verheißung, die Gott ihm gemacht hatte, dass er in ein fruchtbares Land kommen und ein großes Volk werden würde. So hatte Abraham ein Bild vor Augen, eine Hoffnung, auf die hin er sein Leben ausrichten konnte. Dieses Bild, so schreibt der Verfasser des Briefes an die Hebräer, war das Bild einer Stadt, fest gebaut, gegründet auf einem festen Grund, den Gott selbst gelegt hatte. Ja, die ganze Stadt hat Gott gebaut. Diese Stadt sollte Abrahams Heimat werden. Dort würde er sich nach nichts mehr sehnen, dort wäre alles vollkommen. Dieses Bild vor Augen, machte sich Abraham auf eine ungeheuer beschwerliche, viele Jahre dauernde, Reise. Oft war seine Existenz gefährdet. Das Ziel, dieses Bild der von Gott erbauten Stadt, würde er in seinem Leben nicht erreichen. Aber das hat ihn nicht entmutigt. Er hat Gott vertraut und dieses Vertrauen niemals aufgegeben. Sicher, es gab Zeiten, in denen er zweifelte aber der Glaube hat diesen Zweifel jedes Mal überwunden. Er vertraute darauf, dass Gott zu seinem Wort stehen würde.
Glaube ist ein Wegbegleiter. Glaube führt auf einen unbekannten Weg. An Abraham erkennen wir es das erste Mal, und dann hat es jeden gepackt: wer glaubt, macht sich auf den Weg. Denn wer glaubt, der weiß, dass es ein Ziel gibt, eine Verheißung, zu der man nur gelangen kann, wenn man sich auf den Weg macht. Das bedeutet: Risiken eingehen, Dinge aufgeben, die einem vertraut geworden sind, und sein ganzes Vertrauen auf einen setzen, den man mit seinen Sinnen nicht wahrnehmen kann: Gott.
Auch wir sind auf dem Weg. Das Ziel, das wir vor Augen haben, ist die Realität Gottes, die vielleicht hier und dort hervorbricht, so wie ein Lichtstrahl durch die Wolkendecke bricht. Aber wir sind noch nicht dort. Wir wissen nur, dass es sie gibt, und darum sind wir bereit, zu wandern. Es ist ein nicht immer leichter Weg. Aber wir gehen ihn und nehmen auf diesem Weg die Wegzehrung zu uns, die unser Herr Jesus Christus uns geschenkt hat: seinen Leib und sein Blut im Abendmahl. Darauf dürfen wir uns freuen, denn dies ist die Nahrung, die uns auf dem Weg, auf den uns unser Glaube führt, wirklich satt macht. Durch sie fällt es uns leichter, am Glauben festzuhalten, auch dann, wenn der Zweifel an uns nagt. Mit dieser Nahrung können wir getrost Wege gehen, die uns bisher unbekannt waren und die uns zu einem Ziel führen, das wir noch nicht kennen, von dem wir aber eine große Verheißung haben.
Amen


Liedvorschläge zur Predigt:

Geist des Glaubens, Geist der Stärke (EG 137)
Abraham, Abraham, verlass dein Land (EG 311)
Ich weiß, woran ich glaube (EG 357)
Eneure mich, o ewigs Licht (EG 390)
Jesu, geh voran (EG 391)
*Vertraut den neuen Wegen (EG 395)
Ich bin ein Gast auf Erden (EG 529)
*Ich möchte Glauben haben (NB-EG 596)
*Herr, wir stehen Hand in Hand (NB-EG 602)
zu Mt 26, 36-46
Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83)

Zuletzt überarbeitet: 08 April 2015
© Copyright 1998-2015 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Schreiben Sie mir!

- Heiligenkalender -
- Erläuterungen & Impressum -
- Kalender -
- Monatssprüche -
- Links -
- Buchtipps -
- Lesepläne -
- Thema Gottesdienst -
- Diskussionsforum -
- drmartinus.de -
- Konzertsänger -
- Kirchenmusik/Oratorien -
- Pfarrerrecht -
- Spende -

Aktuelle Predigtreihe: III

 Als ein Wort behandeln


Bitte unterstützen Sie diese Webseite, indem Sie Ihre Bücher und anderes bei Amazon kaufen oder auf die folgende Werbung klicken. Danke!

Gebrauchte Bücher bei booklooker
Hier finden Sie gebrauchte Bücher zum günstigen Preis!


"christliche" Suchmaschinen:

Feuerflamme Suchmaschine
Das Kirchenjahr: Ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de


eXTReMe Tracker