Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon
ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam"
(Jes 66, 10; deutsch s. Antiphon, wörtliche Übersetzung von "Laetare" hervorgehoben)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch "Mittfasten" genannt.
Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist "Brotsonntag".
In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als "Rosensonntag" bezeichnet, weil an ihm der
Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche
verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die
liturgische Farbe "rosa" vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses
Brauches.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker
in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes
Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird
der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie
durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere
eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter,
obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass
ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien
Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums,
das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!
Eingangsvotum:
Das Opfer Jesu, an das wir durch die Worte vom Weizenkorn, das stirbt und dadurch
viel Frucht bringt, erinnert werden, läßt uns froh und dankbar auf das
Kreuz schauen. Wir haben Teil am Leiden und Sterben Jesu durch die Gaben der Schöpfung,
in deren Gestalt er sich uns im Abendmahl hingibt.
Wochenspruch:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)
Wochenlied:
Korn, das in die Erde (EG 98) oder Jesu, meine Freude (EG 396)
Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über sie alle, die ihr sie liebhabt! Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden
wie einen Strom. (Jes 66, 10.12)
Halleluja-Vers:
kein Halleluja
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Ein Abendmahlsgottesdienst, wenn das Abendmahl nicht ohnehin wöchentlich gefeiert wird, wäre hier auf
jeden Fall angebracht. Im Abendmahl wird die Selbsthingabe Jesu ja besonders deutlich.
Im Blick auf das Evangelium wäre es auch durchaus sinnvoll, an die Gemeindeglieder am Eingang Samenkörner zu verteilen, die sie dann im Verlauf der Predigt
oder am Ende derselben in einen großen Topf legen können. Die Samenkörner werden dann gepflegt, so dass sie aufgehen können. Vielleicht kann man am
Erntedankfest die Früchte zeigen - man kann auch zwischenzeitlich immer wieder den Topf gebrauchen, um auf den Charakter der Nachfolge hinzuweisen.
(s. auch das Predigtbeispiel)
Kollektengebet:
Schenke uns Freude, Herr, an diesem Tag – Freude an der Auferstehung deines Sohnes, Freude über
Deine Gnade und Barmherzigkeit, Freude über das Wirken Deines Geistes in dieser Welt, damit wir einander in Liebe begegnen und voller
Freude Dein Kommen erwarten, wie Du es verheißen hast. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und
dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
keine
Anmerkungen:
In der Fastenzeit entfallen das "Halleluja" und das "Gloria in excelsis" (Ehre sei Gott in der Höhe/Allein Gott in der Höh sei Ehr)