Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon
ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam"
(Jes 66, 10; deutsch s. Antiphon, wörtliche Übersetzung von "Laetare" hervorgehoben)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch "Mittfasten" genannt.
Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist "Brotsonntag".
In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als "Rosensonntag" bezeichnet, weil an ihm der
Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche
verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die
liturgische Farbe "rosa" vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses
Brauches.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker
in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes
Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird
der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie
durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere
eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter,
obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass
ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien
Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums,
das auch in der Fastenzeit uns durchträgt! Zu den Perikopen- Joh 12, 20-26
Präfamen: Der Tod ist unausweichlich. Und dennoch halten wir am Leben fest, denn es ist ein kostbares Geschenk. Doch nur, wenn wir bereit sind,
es auch auf zu geben, kann unser Leben einen Sinn bekommen. Denn erst dann kann es auch Frucht bringen. Jesus ist den Weg, der durch den Tod
hindurchführt, zuerst gegangen und fordert uns auf, ihm auf diesem Weg zu folgen. So schreibt der Evangelist Johannes im 12. Kapitel: Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um
anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten
Jesus gerne sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen's Jesus weiter. 23
Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. 25
Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben.
26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Predigtanregung - 2. Kor 1, 3-7
Präfamen: Wenn wir Gottes Gnade und Liebe erfahren, können wir dann dieses Geschenk für uns behalten? Können wir so tun, als ob es Gott
nicht gibt, wenn wir seine Nähe erfahren und spüren, wie er in die Dunkelheit unseres Lebens Licht hineinbringt? Wohl kaum. Doch manchmal
erkennen wir gar nicht, dass Gott es war, der uns geholfen hat. Darum ist es gut, wenn wir uns selbst sensibel machen, indem wir öfter still werden
und rückblicken auf das, was uns geschehen ist. So erinnert uns der Apostel Paulus in seinem 2. Brief an die Korinther im 1. Kapitel: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, 4 der uns tröstet in aller
unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 6
Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn
ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. 7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den
Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben. Predigtanregung - Joh 6, 55-65
Mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre
Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
der bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige
Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst,
leben um meinetwillen. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel
gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben
sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. 59 Das
sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte.
60 Viele nun seiner Jünger, die das hörten, sprachen:
Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? 61 Da
Jesus aber bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten,
sprach er zu ihnen: Ärgert euch das? 62 Wie, wenn
ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war?
63 Der Geist ist's, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze.
Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.
64 Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte
von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen,
es sei ihm denn vom Vater gegeben. Predigtanregung - Phil 1, 15-21
Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige
aber auch in guter Absicht: 16 diese aus Liebe, denn sie
wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege;
17 jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter,
denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft.
18 Was tut's aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede
Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.
Aber ich werde mich auch weiterhin freuen; 19 denn ich
weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch
den Beistand des Geistes Jesu Christi, 20 wie ich sehnlich
warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass
frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem
Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. 21 Denn Christus
ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Predigtanregung - Joh 6, 47-51
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das
ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind
gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt,
damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das
lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der
wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für
das Leben der Welt. Predigtanregung - Jes 54, 7-10
Präfamen: Oft fragen wir uns, wo Gott ist, wie er das Unheil, das uns und andere überkommt, zulassen kann. Doch ist diese Frage falsch gestellt.
Denn sie geht davon aus, dass wir willenlose Wesen sind, die ganz abhängig sind von dem, was Gott tut. Dabei hat er uns die Freiheit und die Fähigkeiten
gegeben, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und so zu gestalten, wie es seinem Willen entspricht. Wenn wir das tun, erkennen wir: Gott ist gar
nicht fort. Er ist da, ganz nah bei uns, und er wird uns nicht verlassen. So schreibt der Prophet Jesaja im 54. Kapitel seines Buches: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer
Barmherzigkeit will ich dich sammeln.8
Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich
mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. 9
Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über
die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht
mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will.
10 Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel
hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR,
dein Erbarmer. Predigtanregung
- Marginaltexte:
5. Mose 8, 2-3 Am 8, 11-12 Joh 6, (23-25) 26-29folgt später Predigtanregung
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