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Tag der Geburt des Herrn
Christfest I
Die Geburt des Herrn* - Predigtanregungen

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Das Christfest I ist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.

Zu den Perikopen

  1. Lk 2, (1-14) 15-20

    folgt später

  2. Tit 3, 4-7

    folgt später

  3. Micha 5, 1-4a

    folgt später

  4. 1. Joh 3, 1-6

    folgt später

  5. Joh 3, 31-36

    Eine Menge dogmatischer Lehrsätze, die Johannes dem Täufer hier vom Evangelisten Johannes in den Mund gelegt werden. Zunächst wird unterschieden zwischen denen, die "oben", im Himmel, sind, und denen, die unten auf der Erde sind. Es werden die Erfahrungsbereiche und -möglichkeiten verglichen: es leuchtet ein, dass der, der den Himmel nicht gesehen hat, auch nicht vom Himmel reden kann, sondern höchstens von einem Phantasiegebilde, das er dem Himmel gleichsetzt. Dazu passt dann oft nicht, was der, der vom Himmel kommt, zu erzählen weiß, und folglich kommt es dazu, dass diese anderen Aussagen nicht angenommen werden. D.h. letztlich wird natürlich hinterfragt werden, ob diese Person überhaupt vom Himmel kommen kann, denn der irdische Mensch weiß ja, auch wenn er sich das selten eingesteht, dass seine Vorstellung vom Himmel ein reines Phantasiegebilde ist. Wie sollte dann ein anderer Mensch dorthin gelangt sein und nun verbindliche Aussagen über den Himmel machen können?
    Darum macht Johannes klar, wer nach ihm kommen wird, wen er ankündigt: der Sohn Gottes. Schade nur, dass auch das genauso wenig bewiesen wird wie die vorherige, indirekte Aussage, dass er vom Himmel kommt. Der Zuhörer wird darum noch mit einer kleinen Drohung bedacht: wer ihm, dem Sohn, glaubt, hat das ewige Leben. Wer ihm nicht glaubt, hat den Zorn Gottes.
    Ein recht schwieriger Predigttext. Ungerne werden wir eine solche Drohung nachsprechen, und alles vorher gesagte bleibt irgendwie trocken und ungemütlich.
    Da hilft es vielleicht wieder, den kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang näher zu betrachten: Immerhin feiern wir ja den Geburtstag Christi. Im Mittelpunkt sollte also diese Feststellung stehen, dass Jesus vom Himmel kommt. Damit hat er einen weitaus größeren Erfahrungshorizont als wir, aber zunächst auch mal nur einfach einen anderen Erfahrungshorizont. Bis zu dem Zeitpunkt, kann man vielleicht sogar sagen, hat Gott uns Menschen gar nicht so richtig verstanden. Nun aber wurde er Mensch, nahm alle Beschränktheit des Menschseins und gab sich dieser Beschränktheit hin, die in ihm einen Feind sah und ihn darum kreuzigte. Aber: nun ist er einer von uns. Nie mehr können wir sagen: Gott versteht uns nicht. Er hat nun beide Erfahrungshorizonte durchmessen. Darum ist es gut, auf ihn zu achten und seine Rede zu hören.
    Dies kann in der Predigt deutlich gemacht werden. Gott verbrüdert sich mit uns, ohne dabei seine eigene Identität aufzugeben. Er wird unser Vertrauter, dem wir uns anvertrauen können, der sich uns anvertraut hat. So ist Gott nun nicht mehr fern, ein erhabener Gott, den wir anbeten, sondern er kommt uns ganz nahe, er leidet mit uns.

  6. Gal 4, 4-7

    Wir sind Kinder Gottes, das ist die große Botschaft dieses Textes, die uns heutzutage fast selbstverständlich ist - vielleicht viel zu selbstverständlich. Zu Kindern wurden wir erst dadurch, dass Jesus Christus für uns den Tod erlitt, um uns vom Gesetz zu erlösen. Dabei geht es um das Gesetz, das unwiderruflich Sünde erzeugt, weil es unmöglich vollkommen eingehalten werden kann. Allein Jesus hat dies vollbracht und demnach das Gesetz überwunden. Das macht uns zu Kindern Gottes, die Freiheit vom Gesetz. Dabei ist natürlich, das wissen wir, keine Gesetzlosigkeit gemeint. Im Gegenteil. Ein Leben ohne das Gesetz ist nur deswegen möglich, weil wir teilhaben an der Liebe Gottes, und diese Liebe weitergeben. So erklärt sich auch die Kindschaft, die hier angesprochen wird.
    Dies wird gerade in unserer Zeit so brisant, wo die Fähigkeiten des Menschen mittlerweile so dicht an die schöpferischen Fähigkeiten Gottes heranreichen, dass es schon Angst machen kann. Ist es richtig, wenn man sich den Charakter seines Kindes noch vor der Zeugung aussuchen kann, und wenn die Zeugung dann auf künstlichem Wege mit Hilfe recht genau definierten genetischen Materials erfolgt?
    Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich noch aus der Aussage, dass wir Erben Gottes sind. Was erben wir? Wohl das ewige Leben. Vielleicht aber ist hier auch schlicht gemeint, dass die Heidenchristen, an die dieser Brief gerichtet ist und zu denen auch wir zählen, nun zum Volk Gottes dazugehören, das sonst den Titel "Erbe Gottes" für sich allein in Anspruch nahm.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ergibt sich aus Vers 4, wo auf die Geburt Jesu hingewiesen wird. Spitzfindige Leser mögen hier einen Beweis dafür finden, dass Maria zur Zeit der Geburt Jesu keine Jungfrau mehr war. Diese Beobachtung ist aber völlig nebensächlich. Es geht hier nur darum, darauf hinzuweisen, dass der Sohn Gottes von einem Menschen geboren wurde und nicht vom Himmel herabstieg, so wie Götter sonst in der Mythologie zu tun pflegen, wenn sie gebraucht werden.Es ist also entscheidend, dass Jesus das Leben eines Menschen führte, unter das Gesetz getan, also die Grenzen akzeptierend, die gar nicht für ihn bestimmt sind und jenseits deren er als Gott existiert. Nun hat er diese Grenzen überwunden und uns damit einmalige Möglichkeiten eröffnet.
    Es ist im Grunde ein Widerspruch, wenn in der Predigt zunächst diese Freiheit dargestellt, dann aber auch gleich wieder dieselbe Freiheit eingeschränkt würde. Dieser Widerspruch muss dennoch ausgehalten werden. Denn die Einschränkung der Freiheit geschieht ja nicht mit Hilfe neuer Gesetze, sondern allein aus der Freiheit heraus, die uns geschenkt ist: wir erkennen, dass manche Dinge nicht gut sind und darum besser nicht getan werden.



Buchempfehlungen:
  • Weihnachten zieht weite Kreise. v. Margot Käßmann. Lutherisches Verlagshaus 2003, 256 S. - 1. Auflage.

  • Zuletzt überarbeitet: 26 November 2014
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