Das Christfest II ist zugleich der Tag des
Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser
Tag, wenn er als "Tag nach der Geburt des Herrn" gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die
Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen.
Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den
Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung.
Eingangsvotum:
Am 2. Christtag denken wir besonders darüber nach, was die Fleischwerdung Gottes
bedeutet. Wir spüren, dass das große Geschenk der unmittelbaren
Nähe Gottes uns unermesslich reich macht dadurch, dass er selbst
arm wurde.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1, 14a)
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben. Und er heißt: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Halleluja! (Jesaja 9, 5)
Halleluja-Vers:
Der Herr gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes. (Ps 98, 3)
Kollektengebet:
Barmherziger Gott, immer wieder zweifeln wir an dir, denn du zeigst dich uns nicht als der Mächtige und Gewaltige, sondern
als der Liebende und vergebende Gott. Als Kind kommst du in unsere Welt. Wir bitten dich: lass uns das Geschenk deiner Nähe annehmen,
damit wir der Welt kundtun können: du bist da! Durch Jesus Christus, deinen Sohn. Amen
Bach-Kantaten:
BWV 40 - Darzu ist erschienen der Sohn Gottes *BWV 64 - Sehet, welche eine Liebe hat uns der Vater erzeiget
BWV 121 - Christum wir sollen loben schon
BWV 133 - Ich freue mich in dir BWV 151 - Süßer Trost, mein Jesus kömmt
*BWV 191 - Gloria in excelsis Deo