das Kirchenjahr

Rogate

Die betende Gemeinde

Proprium

Beschreibung:
Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt.
Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die "Missionsopferwoche".
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. Die Perikopen beleuchten das Thema Gebet nur von dem Aspekt des "Bittens" her, was wohl angemessen ist. Wir sollten aber nicht vergessen, dass zum Gebet auch Dank gehört!
Eingangsvotum:
Am Sonntag Rogate erfahren wir, dass das Gebet eine große Verheißung hat. Dabei sollen wir nicht viele Worte machen, sondern inständig bitten nicht nur für uns, sondern auch für alle Menschen. Das Gebet der gemeinde hat dabei eine besondere Verheißung, aber auch das Gebet des Einzelnen ist für die Gemeinde Gottes wichtig.
Wochenspruch:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)
Wochenlied:
Vater unser im Himmelreich (EG 344)
Unser Vater (fT 165)
Liedvorschläge
Musikvideo zum ersten Wochenlied von Quire Cleveland
Antiphon:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20) oder
Mit fröhlichem Schall verkündigt dies und lasst es hören: Halleluja, der Herr hat sein Volk erlöst, Halleluja! (nach Jes 48, 20)
Halleluja-Vers:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. - Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. (Ps 66, 20 - altkirchlich nach Lk 24, 6a.34a)
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Der Sonntag Rogate wird vielerorts auch als Missionssonntag gefeiert. In dem Fall wäre die Einladung eines Missionars oder "Gemeindedienstlers" vom zuständigen Missionswerk angebracht. Auch ein Missionsfest könnte in diesem Zusammenhang gestaltet werden.
Kollektengebet:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater: lehre uns, dir zu vertrauen, damit wir mit allem, was uns bewegt, betend vor dich treten. Wir glauben, dass du antworten wirst, so wie es uns dein Sohn verheißen hat. Wir preisen dich, den wir Vater nennen dürfen. Amen
Bach-Kantaten:
BWV 86 - Wahrlich, wahrlich, ich sage euch
BWV 87 - Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen
Liturgische Farbe:
weiß

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
95, 1-7a oder
95, 1-2. 6-7a (Ev. Gottesdienstbuch)
I:
Joh 16, 23b-28(29-32)33 (In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.)
II:
Mt 6, 5-15 (Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden.) - Predigttext
III:
Sir 35, 16-22a od. Dan 9, 4-5.16-19 (Sir 35: Gott hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten.
Dan 9: Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.)
IV:
Lk 11, (1-4)5-13 (Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.) - Evangelium-Lesung
V:
1. Tim 2, 1-6a (So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen.) - Epistel-Lesung
VI:
2. Mose 32, 7-14 (= Ex 32, 7-14) (Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.) - AT-Lesung
M:
1. Mose 18, 16-33 (Gen 18, 16-33)
Sir 34, 28-31
Kol 4, 2-4