das Kirchenjahr

2. Sonntag im Advent

Der kommende Erlöser

Predigtanregung

Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise - wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das "Gloria in excelsis".
Der originale Name des 2. Adventssonntags lautet „Populus Sion”, was sich vom ursprünglichen lateinischen Introitus ableitet: „Populus Sion, ecce Dominus veniet ad salvandas gentes”: „Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker”, Jes 30,19.30.

Klicken Sie hier für die Anregungen für alle Predigtreihen (soweit vorhanden)

III - Jak 5, 7-8(9-11)

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. 8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe. 9 Seufzt nicht widereinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Siehe, der Richter steht vor der Tür. 10 Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. 11 Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Beim Lesen dieses Verses klingt der 2. Teil des 2. Satzes aus dem Deutschen Requiem von Brahms im Ohr. Der Schreiber des Briefes will zum Warten ermutigen, indem er den Christen das Beispiel des Bauern vorhält, der auf ähnlich unberechenbare Ereignisse wie den Frühregen und Spätregen wartet. Dennoch weiß er, dass der Regen kommen wird.
Weiter strapazieren lässt sich dieses Beispiel nicht. Man könnte durchaus fragen: was, wenn der Regen ganz ausbleibt? Oder wenn er so heftig fällt, dass er die Saat zerstört? Außerdem: Der Bauer kann sich seine Zeit einteilen und andere Dinge machen - er sitzt nicht dabei und wartet, denn er weiß, wann es so weit ist, dass seine Aufmerksamkeit wieder nötig ist. All dies sind Dinge, die den Vergleich aus seinen Grenzen zerren.
Es geht hier um das Warten. Der Vergleich mit dem Bauern macht deutlich: das Warten ist unausweichlich, es gehört zum Christsein dazu. Aber es gibt auch eine Gewissheit, dass das Warten ein Ende haben wird, weil das Ziel der Erwartung kommen wird.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Aufforderung, die Herzen zu stärken. In der Predigt könnte man überlegen, wie dies aussehen kann. Wodurch stärken wir unsere Herzen? Ist es das Entspannen vor dem Fernseher? Ein Spaziergang im Wald? Das Gespräch mit anderen? Ein gutes Buch? Jakobus zielt sicher darauf hin, dass man sich Stärkung untereinander, also in der Gemeinschaft, verschafft. Das Hören auf die Geschichten von Jesus kann ermutigen. Denn alles andere lenkt ja letztlich doch von dem Ziel des Wartens ab.
Übrigens ist es duchaus angemessen, anstat "liebe Brüder" die inklusive Form "liebe Geschwister" zu verwenden. Nötig ist es allerdings nicht, denn die Schwestern sind immer mit eingeschlossen und angesprochen. Dies muss man aber evtl. erklären, sitzen doch überwiegend Frauen unter der Kanzel.

Liedvorschläge zur Predigt:

Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6)
O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)
Ihr Armen und Elenden (EG 9, 5-6)
*Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)



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