das Kirchenjahr

Septuagesimae

Lohn und Gnade

Proprium

Beschreibung:
Der Sonntag Septuagesimä läutet die Vorfastenzeit ein. Der Name deutet auf die 70 Tage hin, die mit dem Sonntag nach Ostern, Quasimodogeniti, vorüber sind. Dies umschließt also die Osterzeit und macht schon so sehr deutlich, dass die (Vor)fastenzeit nicht dazu dient, sich zu peinigen, sondern eher, im Leiden Gott zu erkennen. Das Thema "Lohn und Gnade" leitet sich vom Evangelium ab, dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung von Lohn und Gnade: Während Lohn verdient wird und somit berechenbar ist, ist Gnade weder verdient noch berechenbar.
Eingangsvotum:
Am Sonntag Septuagesimae hören wir das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg und denken daran, dass es nicht in unserer Macht steht, den Lohn für ein Werk zu bestimmen. Vielmehr sind wir alles, was wir tun, ohnehin schuldig, so dass es uns auch nicht ansteht, eine besondere Belohnung für eine in unseren Augen besondere Tat zu erwarten. Das ist aber unser Lohn, dass der Herr uns berufen hat in seine Nachfolge.
Wochenspruch:
Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan 9, 18)
Wochenlied:
Es ist das Heil uns kommen her (EG 342)oder
Er weckt mich alle Morgen (EG 452)
Antiphon:
Der Herr ist meine Stärke und mein Schild, auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied. (Ps 28, 7)oder
Herr, du bist gerecht in allem, was du an uns getan hast, verherrliche deinen Namen und tue uns nach deiner großen Barmherzigkeit. (nach dem Gebet Asarjas 3a. 19b. 18b)
Halleluja-Vers:
Seid getrost und unverzagt alle, / die ihr des Herrn harret! (Ps 31, 25)
Kollektengebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, wir sind unnütze Knechte, und doch liebst du uns so sehr, dass du deinen eigenen Sohn hingibst, um uns zu befreien von unserer Schuld. Wir bitten dich: lass uns dessen gewahr sein, damit wir tun, was wir zu tun schuldig sind. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Bruder. Amen
Bach-Kantaten:
*BWV 9 - Es ist das Heil uns kommen her
BWV 84 - Ich bin vergnügt mit meinem Glücke
BWV 92 - Ich hab in Gottes Herz und Sinn
BWV 144 - Nimm, was dein ist, und gehe hin
Liturgische Farbe:
grün

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
31, 20-25 (EG 716)
31, 15-17.20-25 (W)
40, 2.4.12-14.18a (KHW; Antiphon Ps 40, 18b)
I:
Pred 7, 15-18 (Wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.) - Predigttext
II:
Mt 20, 1-16 (Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?) - Evangelium-Lesung
III:
Phil 2, 12-13 (Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.) - Epistel-Lesung
IV:
Jer 9, 22-23 (Wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin.) - AT-Lesung
V:
Mt 9, 9-13 (Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.)
VI:
1. Kor 9, 19-27 (Ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.)
M:
1. Sam 15, 35b-16, 13
Lk 17, 7-10
Röm 9, 14-18