das Kirchenjahr

Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr

Der nahende Herr*

Gottesdienstentwurf
Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gruß: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen [Je nach Gewohnheit und Möglichkeit im Wechsel mit der Gemeinde]
Der Spruch für den Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr steht im Evangelium nach Matthäus im 5. Kapitel und lautet: Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Eingangslied: Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450)
Psalmgebet: Ps 85, 9-14
Liturg oder Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn... (EG 177.x)
Kyriegebet: Herr Jesus Christus, Du hast verheißen, dass Du wiederkommen wirst, um Frieden in unsere Welt zu bringen. Nach fast 2000 Jahren fällt es uns schwer, daran noch zu glauben. Vergib uns unseren Kleinglauben und stärke uns, dass wir nicht aufhören, mit Deinem Kommen zu rechnen. Denn Du hast gesagt, dass der Tag wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Hilf uns, dass wir bereit sind für Dein Kommen, jeden Tag. Wir rufen zu dir:
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
und/oder: Kyrie-Gesang (EG 178.x)
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179, 1)
oder
Liturg + Gemeinde im Wechsel: Ehre sei Gott in der Höhe (EG 180.1)
Kollektengebet: Gott, du willst, dass wir uns entscheiden für das Gute, das du in unsere Herzen gelegt hast. Hilf, dass wir es auch erkennen, und hilf uns dann feste Schritte tun auf dem Weg, den du uns führen willst. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortfahren:
Lesung: Röm 8, 18-25 (Epistel)
Lied: Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Wenn nur eine Lesung gehalten wird, hier fortfahren:
Gesang: Halleluja
Halleluja-Vers (gesungen oder gesprochen): Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, / dass in unserm Lande Ehre wohne.
Gesang: Halleluja*
Lesung: Lk 17, 20-24(25-30) (Evangelium)
Lied: Aus tiefer Not lasst uns zu Gott (EG 144, 1-4)
Predigt/Ansprache/Meditation/Lesung des Predigttextes und Stille (Predigttext: Ps 85)
Lied: „Tröstet, tröstet”, spricht der Herr (EG 15)
Fürbitte
Himmlischer Vater, du hast uns ans Licht gerufen, damit die Finsternis keine Macht mehr haben kann. So bitten wir dich um Verständnis für unsere Mitmenschen, besonders auch für die, die uns fremd sind, weil sie aus einer anderen Kultur stammen: Schenke uns eine klare Sicht der Dinge, Verstand und Nachsicht und Mut, die Wahrheit zu sagen, dass aufrichtiger Friede unter uns werden kann. Lass nicht zu, dass wir uns binden lassen von Klischees und Vorurteilen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten um die Fähigkeit, allen Menschen so zu begegnen, dass ihnen durch uns deine Liebe nicht verborgen bleibt, sondern wir Boten deines Friedens sind. Lass nicht zu, dass Menschen vereinsamen. Mache uns auf ihr Leid aufmerksam und führe uns den Weg, der zu ihren Herzen führt. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für die Verantwortlichen in den Regierungen und Wirtschaftsgremien, dass ihre Entscheidungen Leben bewahren und schützen. Lass unsere Regierenden aufbegehren gegen jede Form von Ungerechtigkeit, gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gerade auch dann, wenn sie durch unser Wirtschaftssystem verursacht werden, und lass sie für das Wohl der Menschheit wirken und eintreten. Lass nicht zu, dass Geld auch ihr Denken und Handeln bestimmt. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für die Menschen, die in Bedrängnis und Not sind, dass sie Hilfe erfahren an Leib und Seele, dass sie gestärkt werden und trotz Krieg, Elend und Schmerz sich nicht in der Hoffnungslosigkeit verlieren. Erfülle uns mit der Gewissheit, dass du kommst, um dem allen ein Ende zu machen, damit wir Hoffnung verbreiten können für die, die im Elend leben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für die Alten unter uns, die sich selbst immer weniger zutrauen, dass sie deine Kraft spüren und wieder Mut fassen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Lass nicht zu, dass die Jüngeren sie auf das Abstellgleis abschieben, sondern lass sie aufeinander hören und gemeinsam deine Wege gehen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich: lass nicht zu, dass wir vergessen, was [im Jahr 2018] vor 80 Jahren geschehen ist [Reichspogromnacht], damit es nicht noch einmal geschehen kann. Lass nicht zu, dass wir achtlos vorübergehen an dem, was im Dunkeln geschieht, und gib uns die Kraft, es ans Licht zu zerren, damit es weithin sichtbar wird, wenn Unrecht geschieht. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Nimm dich unser gnädig an. Rette und erhalte uns, denn dir allein gebührt Ruhm, Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen
Vaterunser
Segen: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. oder
Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig, Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Schlusslied: Der du allein der Ewge heißt (EG 64, 6)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst als Video oder Ton aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein). Die Gebetstexte stammen von mir und dürfen genutzt werden.
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Landeskirche empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.

*Das „Halleluja” steht bewusst unmittelbar vor der Evangeliumslesung, denn es leitet das Evangelium ein und schließt nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich geworden, die Epistellesung ab.