Der letzte Sonntag nach Epiphanias
steht heraus schon deswegen, weil er immer gefeiert wird, während die
anderen, vor ihm liegenden Proprien der Epiphaniaszeit u.U. wegfallen, je nach
Länge der Epiphaniaszeit. Wichtiger ist allerdings das Thema dieses
Sonntages. Es stellt die Verbindung her mit Traditionen anderer Kirchen, die am
Epiphaniasfest die Verklärung Jesu feierten. In der Verklärung wird
Jesus, während er noch auf Erden weilt, für eine kurze Zeit den
Jüngern gegenüber in seiner Herrlichkeit als der Sohn Gottes
dargestellt. Es ist dies das einzige Mal, wo die Jünger die Nähe des
Himmels durch Jesus physisch erfahren, und es begeistert sie so, dass sie
darin bleiben wollen. Die Erzählung endet jedoch damit, dass es
zurück in diese Welt geht, in der die Jünger zwar nun hoffen
können, aber doch auch wieder der Not und dem Elend ausgesetzt sind. So
stellt der letzte Sonntag nach Epiphanias die Verbindung her zwischen der
Herrlichkeit des Sohnes Gottes und seinem Tod, durch den die Erlösung der
Menschheit erwirkt wird dadurch, dass er selbst eben nicht von seiner
Gottessohnschaft Gebrauch macht, sondern sich als Mensch opfert.
Eingangsvotum:
Am letzten Sonntag nach Epiphanias hören wir das Evangelium von der Verklärung Jesu. Auf wundervolle Weise wird drei Jüngern die
Göttlichkeit Jesu offenbart, den sie zuvor nur als Menschen gekannt hatten. Auch uns widerfährt hin und wieder eine solche Offenbarung, und wir meinen, in
ganz irdischen Dingen Gott selbst zu schauen. Und wenn unser Leben meist ohne solche Offenbarung abläuft, so haben wir doch die Gewißheit, dass der
Herr uns nahe ist und unter uns wirkt.
Wochenspruch:
Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60, 2b)
Des Herrn Glanz war wie Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen. Darin war verborgen seine Macht. (Hab 3, 4) oder
Ihr Gerechten, freut euch des Herrn und dankt ihm und preist seinen heiligen Namen! (Ps 97, 12)
Halleluja-Vers:
Er ist ein Glanz ewigen Lichtes und ein unbefleckter Spiegel der göttlichen Kraft und ein Bild seiner Güte. (Weish 7, 26) oder
Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. (Ps 36, 10)
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Dieser Sonntag ist das letzte Christusfest vor Ostern. Jesu Herrlichkeit als des Sohnes Gottes wird hier dargestellt und gefeiert. Dies sollte in
der Gestaltung des Gottesdienstraumes sowie durch die Auswahl der Lieder deutlich werden.
Bach-Kantaten:
*BWV 96 - Herr Christ, der einge Gotts Sohn *BWV 195/1 - Dem Gerechten muss das Licht