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Lohn und Gnade - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Sonntag Septuagesimä läutet die Vorfastenzeit ein. Der Name deutet auf die 70 Tage hin, die mit dem Sonntag nach Ostern, Quasimodogeniti, vorüber sind. Dies umschließt also die Osterzeit und macht schon so sehr deutlich, dass die (Vor)fastenzeit nicht dazu dient, sich zu peinigen, sondern eher, im Leiden Gott zu erkennen. Das Thema "Lohn und Gnade" leitet sich vom Evangelium ab, dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung von Lohn und Gnade: Während Lohn verdient wird und somit berechenbar ist, ist Gnade weder verdient noch berechenbar.

III - Lk 17, 7-10
Rev. 2014: Phil 2, 12-13 (Epistellesung)

Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken? 9 Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war? 10 So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Phil 2, 12-13
Also, meine Lieben, - wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, - schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. 13 Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Mit diesem Text wird der Aspekt des Lohnes weiter beleuchtet. Jesus beschreibt unser Verhältnis zu Gott wie das des Knechtes zu seinem Herrn. Zunächst werden wir als die Herren dargestellt, die ihren Knechten nicht erlauben, sich auf die Ebene des Herrn zu stellen, dann weist er uns an, wie Knechte zu handeln, nämlich zu sagen, dass wir ja nur unsere Pflicht und Schuldigkeit tun und keine besondere Leistung erbringen, was immer wir tun.
Dieser Ansatz läßt fragen nach der Schlüssigkeit des Textes. Hätte Jesus nicht sagen müssen: So wie Ihr Euren Knechten befehlt, Euch zu dienen, so befiehlt auch Gott Euch, ihm zu dienen? Warum dieser plötzliche Wechsel der Perspektive? Den Übergang zwischen den beiden Abschnitten schafft der Evangelist, indem er Jesus die Worte "Dankt er (der Herr) etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war?" in den Mund legt. Aber schon dieser Satz steht eigentlich nicht in direktem Zusammenhang zu dem vorher gesagten: dass der Herr den Knecht nicht mit sich essen läßt, sondern ihm befiehlt, zu dienen, bis der Herr ihn nicht mehr braucht. Es ist ein eher unbeholfener Versuch, die Kurve zu schaffen zu dem eigentlich wichtigen Satz: "Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren." (Vers 10)
Betrachtet man diesen letzten Satz alleine, so fällt auf, dass sich die Knechte, also wir, als unnütz bezeichnen sollen, obwohl wir ja wohl doch unsere Pflicht und Schuldigkeit getan haben. Jeder Arbeitgeber wäre wohl dankbar, wenn seine Angestellten das täten, was ihnen aufgetragen wurde. Es wird deutlich, dass Jesus hiermit darauf hinaus will, dass wir eben mehr tun sollen als nur unsere Pflicht und Schuldigkeit. Das tut ja jeder, aber wir als Christen haben den Auftrag, über dieses Minimum hinaus zu gehen und mehr zu tun. Freilich haben wir auch dann keinen Anspruch darauf, einen besonderen Lohn zu erwarten.
Der Text läuft also auf das "ehrenamtliche Engagement" hinaus. Wie vielfältig dies sein kann, weiß wohl jeder Pastor. Konkrete Nennungen sind in einer Predigt durchaus erlaubt, man sollte Aufdringlichkeit jedoch vermeiden. Es könnte in der Predigt allerdings auch eine Art des ehrenamtlichen Einsatzes ganz konkret beschrieben werden, z.B. indem man einen Menschen bei solchem Einsatz beschreibt.

Liedvorschläge zur Predigt:

Ach, Gott und Herr (EG 233)
Wir wolln uns nicht auf Werke gründen (EG 250, 4)
Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)
Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)
Christi Blut und Gerechtigkeit (EG 350)
O Durchbrecher aller Bande (EG 388)
Auf und macht die Herzen weit (EG 454)
In Gottes Namen fang ich an (EG 494)
O Gott, du frommer Gott (EG 495)
Zu Phil 2, 12-13
"Eins ist not!" Ach Herr, dies eine (EG 386)
O Durchbrecher aller Bande (EG 388)
Erneure mich, o ewigs Licht (EG 390)
Herr Jesu, Gnadensonne (EG 404)

Fürbittengebet

Gott, was wir tun, das sind wir dir schuldig. Wir verdienen dafür keine Anerkennung. Uns genügt, zu wissen, dass du dich uns in Liebe zuwendest und wir darum nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben.
So treten wir vor dich mit unserem Gebet im Vertrauen auf deine große Barmherzigkeit:
Erbarme dich über die, die Verantwortung tragen in Politik und Wirtschaft, dass sie die Macht, die ihnen gegeben ist, nicht für ihren eigenen Vorteil ausnutzen, sondern zum Wohle aller.
Erbarme dich über die, die unter totalitärer Herrschaft leben müssen, dass sie in dir und mit dir Freiheit finden.
Erbarme dich über die, die in Armut leben, die nicht wissen, ob sie morgen etwas zu essen haben werden. Sättige du sie, auch durch unsere Hilfe.
Erbarme dich über die, die unzufrieden sind mit dem, was sie haben. Lass sie erkennen, dass du uns reich beschenkst mit deiner Liebe, die uns aus den Armen des Todes reißt.
Erbarme dich über die, die einsam und verlassen sind, dass sie deine Nähe spüren und erfahren, dass du niemanden allein lässt.
Erbarme dich über unsere Geschwister in Botswana, dass sie in ihrem Tun immer wieder deine Zuwendung und Liebe erfahren.
Erbarme dich über die, die krank sind, die keine Hoffnung für ihr Leben mehr haben, die sterben: lass sie erfahren, dass du das Leben bist.
Hab Dank für das Leben, für die Gaben, mit denen du uns beschenkt hast, für deine Liebe. Wir preisen dich für deine Güte durch Jesus Christus, der uns den Weg zum Leben offenbart hat.
Amen

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Zuletzt überarbeitet: 24 Januar 2016
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