das Kirchenjahr

Judika

Bereit zum Dienst*

Proprium

Beschreibung:
Der Name des Sonntags Judika leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta" (Ps 43, 1; deutsch s. unten, wörtliche Übersetzung von "Judika" hervorgehoben)
Von diesem Sonntag an bis zum Karsamstag wird auch die Gloria-Patri-Strophe, die üblicherweise an jeden Psalm angefügt wird, nicht mehr gesungen, weil mit diesem Sonntag nach altem Brauch die eigentliche Passionszeit beginnt. Das wird in der neuen Agende (dem EGb) nicht mehr so gesehen. Dort schweigt Gloria Patri erst ab dem Sonntag Palmarum.
Nach dem Sonntag Laetare, an dem die Hingabe Jesu bedacht wurde, betont nun der Sonntag Judika den Gehorsam Christi genauso wie unseren Gehorsam. Es geht also um unsere Antwort auf Gottes Handeln und Gebot, die unaufgebbare Dualistik der Gnade Gottes: wenn sie nicht angenommen wird, kann sie auch nicht wirken. Es ist die Freiheit der Selbstentscheidung, von Gott geschenkt, die uns auch das Verderben bringen kann. Die Texte zeigen uns in teilweise grausamer Härte, wie Gehorsam immer auch zum Segen führt.
Eingangsvotum:
Auf dem Weg zum Kreuz erkennen wir den Gehorsam, mit dem Jesus alle Schmach, die ihm zugefügt wurde, geduldig getragen hat. Im Evangelium dieser Woche wird deutlich, dass, wenn wir Anspruch auf einen Platz an Jesu Seite erheben wollen, von uns der gleiche Gehorsam gefordert wird. Aber wir erfahren immer wieder, dass wir zu solchem Gehorsam nicht fähig sind, und sind dankbar, dass Jesus Christus durch seinen Gehorsam unser aller Heil bewirkt hat.
Wochenspruch:
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Mt 20, 28)
Wochenlied:
O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
Holz auf Jesu Schulter (EG 97)
Liedvorschläge
Musikvideo zum ersten Wochenlied von Miguel-Pascal Schaar
Musikvideo zum zweiten Wochenlied von Jugendkantorei St. Georg Bensheim
Antiphon:
Gott, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! (Ps 43, 1)
Halleluja-Vers:
kein Halleluja
Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung:
Dieser Gottesdienst sollte schlicht gehalten werden. Er reflektiert unseren und Jesu Gehorsam, findet in unserem Gehorsam aber den Mangel des Gottvertrauens. Wir können uns freuen im Blick auf Jesu Gehorsam, weil wir dadurch trotz dieses Mangels freien Zugang zu Gott haben. Dennoch ist es bedrückend, zu wissen, dass wir es nicht aus eigener Kraft schaffen.
Kollektengebet:
Herr Jesus Christus, wir beugen uns vor dir, der du das Leid dieser Welt auf dich genommen und und Spott und Verachtung ausgehalten hast. Hilf, dass wir deinem Vorbild folgen und demütig einander dienen, indem wir deine unermessliche Liebe zu uns stets vor Augen haben. Das bitten wir dich, der mit dem Vater und dem Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen
Bach-Kantaten:
keine Kantaten
Anmerkungen:
Besonders denken wir an die von Corona Betroffenen - Kranke, aber auch die Menschen, die sich tagtäglich der Ansteckungsgefahr aussetzen, damit wir sicher leben können.
Liturgische Farbe:
violett

Biblische Texte (Perikopen)

Psalm:
43
I:
Joh 18, 28-19, 5 (Was ist Wahrheit?)
II:
Hebr 13, 12-14 (Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.) - Predigttext
III:
Hiob 19, 19-27 (Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.)
IV:
Mk 10, 35-45 (Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.) - Evangelium-Lesung
V:
Hebr 5, (1-6)7-9(10) (Christus ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.) - Epistel-Lesung
VI:
1. Mose 22, 1-14(15-19) (Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.) - AT-Lesung
M:
Jer 15, (10-15) 16-20
Joh 11, 47-53
Hebr 10, 11-14 (15-17) 18
C:
Hiob 19, 21-27
Mk 14, 66 -72