Der Sonntag, der dem 2. Sonntag nach Epiphanias vorangestellt ist,
widmet sich der Taufe Jesu, d.h. seinem „Amtsantritt” oder besser seiner
„Berufung zum Amt”. Dass schon am 2. Sonntag nun seine Tätigkeit
als „Freudenmeister” im Vordergrund steht, hat weniger damit zu tun, dass
die, die die Lesungen ausgewählt hatten, meinten, dass die Lebensfreude
das Wichtigste sei, sondern vielmehr damit, dass im Johannesevangelium das
Wunder bei der Hochzeit zu Kana ausdrücklich als das erste Wunder Jesu bezeichnet
wird. Damit stellt es den Anfang seines Wirkens dar und ist somit prädestiniert
als erste „Amtshandlung” Jesu.
Dennoch darf man den weltlichen Aspekt dieses Evangeliums nicht unter den Tisch
kehren. Zu sehr hat die christliche Kirche die Leibfeindlichkeit betont, so dass
jetzt viele, die mit dieser Prämisse nicht zurechtkommen, sich von der Kirche
abwenden. Kirche und Leibfeindlichkeit (bis hin zu der sehr einfachen Beobachtung,
dass man Sonntag morgens zu „nachtschlafender Zeit” zum Gottesdienst
gerufen wird) haben sich tief in das Bewußtsein der Menschen als ein und dasselbe
eingeprägt, und man ist zu faul, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Man
kann daher gar nicht genug betonen, dass Jesus bewußt das weltliche Feiern
unterstützte, und er tat es wohl kaum, um sich selbst als der Sohn Gottes herauszustellen,
denn das wird in der Evangelienlesung am wenigsten betont. Es ist die schlichte
Tatsache, dass Jesus hier selbst Freude am Leben zeigt: ihm gefällt es
nicht, dass da nicht genug Wein zur Verfügung steht, also beschafft er
welchen, damit die Feier noch mehrere Tage weitergehen kann.
Auch an den folgenden Sonntagen wird meist von Wundern Jesu berichtet, die ihn aber immer wieder jeweils in einen anderen Zusammenhang stellen und ihn letztlich als den Herrn über die gesamte Schöpfung vorstellen.
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II - Jer 14, 1(2)3-4(5-6)7-9Dies ist das Wort, das der Herr sagte zu Jeremia über die große Dürre.
2Juda liegt jämmerlich da, seine Städte sind verschmachtet.
Sie sitzen trauernd auf der Erde, und in Jerusalem ist lautes Klagen.
3Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie
zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt
und verhüllen ihre Häupter.
4Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die
Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter.
5Ja, auch die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen
die Jungen, weil kein Gras wächst.
6Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft
wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst.
7Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines
Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben.
8Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als
wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt?
9Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der
nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!
Anregung folgt später
Liedvorschläge:Wenn meine Sünd mich kränken (EG 82)
Gott, der Vater, steh uns bei (EG 138)
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)
Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364)
Du bist das Licht, lebendiger Gott, du bist das Licht der Welt. Du bist wie die Sonne am Morgen,
die das Dunkel der Nacht verdrängt und uns wärmt. Du bist wie der Stern in der Nacht, der uns den Weg weist.
Wir bitten für die Welt, in der viel Finsternis herrscht, für all die Menschen, die Hunger haben oder kein
Dach über dem Kopf, die der Verfolgung und der Folter ausgesetzt sind, deren Leiden uns hilflos und sprachlos
macht. Wir bitten um deine Hilfe und rufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die Frauen und Männer, die berufen und gewählt sind, verantwortlich zu leiten und zu entscheiden
in Kirchen und Gemeinden, in Politik und Wirtschaft, in Handel und Verkehr, auch für diejenigen, die in der
Wissenschaft neue Wege suchen und gehen. Gib Klarheit in ihre Gedanken, dass sie ihre Begabung und ihren Einfluss
zum Wohl der Welt einsetzen. Wir bitten um deine Hilfe und rufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten für die kleine Welt um uns herum, für unsere Familien und Freundschaften, für die Menschen, mit denen
wir es täglich zu tun haben, für die Traurigen und die Ängstlichen, die Sorgenvollen und Kranken. Wir bitten um
deine Hilfe und rufen:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten auch für uns selbst, Gott, für alle, die mit ihren Schattenseiten nicht fertig werden, für alle, denen
wir im Weg sind, und für alle, die uns Schwierigkeiten machen, für alle, deren Namen wir dir in der Stille nennen:
Stilleā¦.
Herr, du bist das Licht der Welt. Sei unseres Fußes Leuchte auf dem Weg durch die Zeit, bis wir ankommen in deinem
Licht. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen