Der 13. Sonntag nach Trinitatis redet von der Liebe zu Gott und ihren Ausdrucksformen. Die Liebe zu Gott kann so wie jede menschliche Liebe zur Eifersucht führen, die vor dem Verbrechen nicht zurückschreckt (Kain und Abel), sie kann aber auch zur barmherzigen Tat veranlassen (das Evangelium). Wer seine Liebe zu Gott zur Schau stellt und damit zum Selbstzweck verkommen lässt, braucht von Gott nichts mehr erwarten.
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II - Apg 6, 1-7In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. 2Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. 3Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. 4Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. 5Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. 6Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. 7Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.
Diese Perikope ist eine interessante Erzählung aus der jungen christlichen Gemeinde. Denn sie spiegelt etwas wider von der Art und Weise,
wie die Menschen damals miteinander umgingen. Ganz offensichtlich gibt es eine Kluft zwischen Juden- und Heidenchristen. Die Apostel waren durchweg
Judenchristen, sie kannten sich aus in den Schriften der Propheten und in den Gebräuchen, denen auch Jesus gefolgt war.
Wen verwunderte es also, dass sie sich eher mit anderen Judenchristen zurechtfanden als mit den Heidenchristen, die vor ihrer Taufe
noch an viele Götter mit recht menschlichen Zügen glaubten und überhaupt keinen Bezug zu der Welt Jesu hatten?
Außerdem kannten sich viele Judenchristen wohl schon aus der Zeit vor ihrer Taufe,
während die Heidenchristen zu der Gruppe von Menschen gehörte, die man aus religiösen Reinheitsgründen besser mied. Jetzt mit ihnen zusammen
zu sein, stellte schon eine Herausforderung dar.
Darüber hinaus erkennen wir, dass Witwen offenbar in der Gesellschaft allgemein einen schlechteren Stand hatten. Sie waren ohne Besitz und auf die
Hilfe Angehöriger angewiesen, die diese Hilfe oft verweigerten, nachdem die Witwen zum christlichen Glauben gewechselt waren. Daher musste die Gemeinde
ran und helfen, die Witwen zu versorgen. Verantwortlich für die Verteilung der zur Verfügung gestellten Mittel waren die Apostel.
Dabei kam es aufgrund des schon beschriebenen Hintergrundes der verantwortlichen Apostel und aufgrund der
Vergangenheit der Gemeinde zu einer Vernachlässigung der heidenchristlichen Witwen.
Geschickt haben die Apostel den Vorwurf, sie würden die heidenchristlichen Witwen bewusst übersehen, an sich abprallen lassen, indem sie
Überarbeitung vorschoben. Als Lösung wird die Wahl von Diakonen beschlossen, Hilfskräften, die den praktischen Dienst an den bedürftigen Menschen tun,
so dass die Apostel sich ganz der Verkündigung und dem Gebet widmen konnten. Da es hier um materielle Güter geht, war es allerdings wichtig,
dass diese Diakone einen guten Ruf hatten und zuverlässig waren.
Hier beginnt, was sich über Jahrhunderte ausgeprägt und auch bewährt hat: die Trennung von theologischer und diakonischer Kompetenz zur Bewältigung der
vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde. Diese Trennung scheint auch heute noch sinnvoll, vor allem da, wo sich Gemeinde nur noch durch Sozialengagement
oder ausschließlich durch Wortverkündigung definiert. Denn in beiden Situationen geschieht nicht genug - die andere Seite muss ebenso Gewicht bekommen
und kann dies meist nur, wenn eine entsprechend befähigte und beauftragte Person diese Verantwortung übernimmt.
Dieser Gedankengang führt uns dann auch zum kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang. Wenn man die Perikope
von ihrer diakonischen Komponente her betrachtet, könnte man schnell zu dem Schluss kommen, dass hierin ja die Liebe Gottes schon zum Ausdruck
kommt und somit alles gesagt ist. Aber die Liebe Gottes drückt sich ja nicht nur in der Fürsorge, die letztlich immer materiellen Bezug hat, aus,
sondern gerade auch in der Verkündigung des Wortes, in der Seelsorge und im Gebet füreinander. Wichtig ist, die Liebe Gottes als ganzheitliche
Größe zu erfahren und zu verkünden. Der Dienst an der Seele (Verkündigungsdienst) ist genauso wenig ausreichend wie der Dienst am Nächsten
(diakonischer Dienst). Erst wenn beides zusammen kommt, wird die Liebe Gottes in ihrer ganzen Fülle offenbar.
Um dies zu verdeutlichen, wäre es vielleicht hilfreich, eine Person aus dem diakonischen Bereich im Gottesdienst berichten zu lassen, wie sie oder
er ihren Dienst erfährt. Eine Dialogpredigt, in der nicht nur einfach das Tätigkeitsfeld abgefragt wird, könnte deutlich machen, auf wie vielfältige Weise
die Liebe Gottes sichtbar wird.
O Gott, du höchster Gnadenhort (EG 194)
Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren (EG 245)
Herz und Herz vereint zusammen (EG 251)
Kommt her, des Königs Aufgebot (EG 259)
Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit (EG 300)
Vertraut den neuen Wegen (EG 395)
Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt (EG 413)
Lass mich, o Herr, in allen Dingen (EG 414)
Barmherziger, gnädiger Gott. Dein Wort läuft bis an die Enden der Erde. Hab Dank, dass
Du es auch uns zurufst, jeden Tag auf's Neue. Wir bitten dich: lass uns Boten deines Wortes sein.
Lass uns weitersagen, was uns bewegt und frei macht: dass du Herr bist über alle Herren. Wir rufen
zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Du hast uns reich beschenkt. Wir sind gut versorgt und brauchen uns keine Sorgen zu machen. Dafür
danken wir dir. Zugleich erkennen wir die Verantwortung für die, denen es nicht so gut geht. Wir
bitten dich: hilf, dass allen Menschen geholfen werde, die in Elend und Not leben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Wir bitten dich für unsere Kirche und die ganze Christenheit, dass sie über alles Trennende hinweg
eins werde im Glauben und im Handeln und so befähigt wird, ein glaubwürdiges Zeugnis deiner Liebe
zu geben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Wir bitten dich für unser Volk und alle Völker der Welt, dass nicht Geld die Welt regiert, sondern
die Sorge um den Erhalt der Schöpfung und die Sicherung eines Lebens in Würde und Freiheit für alle
Menschen. Wehre den Regierungen, die meinen, mit Gewalt ihre Ansprüche durchsetzen zu müssen, und
lass Friede werden, wo Krieg herrscht. Lass uns nicht tatenlos zusehen, wenn Unrecht geschieht,
sondern schenk uns den Mut, dagegen einzuschreiten. Wir rufen zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Wir bitten dich für alle, die in der Ehe miteinander verbunden sind: lass sie deine Liebe erfahren, damit
ihre Liebe zueinander nicht erstirbt, sondern lebendig bleibt und sie so zu einem Segen für viele
Menschen werden können. Wir bitten dich für alle, die nicht mehr lieben können: Offenbare ihnen deine
Liebe, damit sie wieder neu zu lieben lernen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Wir bitten dich für unsere Gemeinden, dass dein Geist lebendig unter ihnen ist und dein Wort
vorantreibt in die Häuser hinein. Berufe Du Menschen, die bereit sind, es weiter zu sagen, und
leite Du alle, die in unseren Gemeinden haupt- und ehrenamtlich Dienst tun, durch deinen Geist.
Wir rufen zu dir:
Gem.: Kyrie eleison (Taizé, EG 178.12)
Bleibe bei uns, Gott, mit deinem Wort und deiner Liebe. Dein Reich komme. Darum bitten wir dich im
Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen
oder
Barmherziger, gnädiger Gott. Du hast uns durch deinen Sohn Jesus Christus deine
große Liebe offenbart. Doch herrschen unter uns immer noch Missgunst, Misstrauen
und Angst. Darum rufst du uns in deinen Dienst, damit wir sichtbar machen, was
du uns schon offenbart hast. Unser Gebet ist Teil dieses Dienstes. Wir rufen
zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für die Menschen, die Opfer der Flutkatastrophe geworden sind:
Gib, dass ihnen unbürokratisch geholfen wird. Lass den Wiederaufbau zügig
vonstatten gehen und bewahre du alle, die sich helfend einsetzen, vor Unfall
und Gefahr. Schenke ihnen Geduld und Liebe. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für unsere Kirche und die ganze Christenheit, dass sie über alles
Trennende hinweg eins werde im Glauben und im Handeln und so befähigt wird, ein
glaubwürdiges Zeugnis deiner Liebe zu geben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für unser Volk und alle Völker der Welt, dass nicht Geld die Welt
regiert, sondern die Sorge um den Erhalt der Schöpferung und die Sicherung eines
menschenwürdigen Lebensstandards für alle Menschen. Wehre den Regierungen, die meinen,
mit Gewalt ihre Ansprüche durchsetzen zu müssen, und lass Friede werden, wo Krieg
herrscht. Lass uns nicht tatenlos zusehen, wenn Unrecht geschieht, sondern schenk
uns den Mut, dagegen einzuschreiten. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Wir bitten dich für alle in unserer Gemeinde, die ehrenamtlich Dienst an ihren
Mitmenschen tun: Erhalte ihnen ihre Liebe, schenke ihnen immer wieder Mut und
Kraft für die Aufgaben, die sie zu bewältigen haben. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Bleibe bei uns, Gott, mit deinem Wort und den Gaben deiner Güte. Dein Reich
komme. Darum bitten wir dich im Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen