Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


Home
Advent
Christfest (Weihnachten)

Christvesper
Christnacht
Christfest I (25.12.)
Christfest II (26.12.)
Erzmärtyrer Stephanus (26.12.)
Apostel und Evangelist Johannes (27.12.)
Tag der unschuldigen Kinder (28.12.)
1. Sonntag nach dem Christfest
Altjahrsabend (31.12.)
Neujahrstag (1.1.)
Tag der Beschneidung und Namengebung Jesu (1.1.)
2. Sonntag nach dem Christfest

Zwölf Heilige Nächte
Epiphanias
Vorfastenzeit
Fastenzeit
Heilige Woche
Ostern
Pfingsten
Trinitatis
Ende des Kirchenjahres
Feste Januar-August
Feste September-Dezember
Bitt- und Gedenktage




Neujahrstag
1. Januar
In Gottes Hand - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete

In der Alten Kirche wurde der Neujahrstag bewusst als Fastentag begangen. Dies hatte seine Ursache in der Beziehung zu den sogenannten "Saturnalien", die die Römer im 3. Jht. noch feierten und die, am 17.12. beginnend, am 24.12. in die überschwenglich und ins extreme gesteigerte Feier des Sol invictus (s. Christfest) mündeten. Der christlichen Kirche erschien dieses 7-tägige Feiern der Saturnalien als eine Eskalation der heidnischen Sündhaftigkeit, und sie legte daher ihre Weihnachtsfestzeit ebenfalls 7-tägig aus, aber nicht in orgiastischer Ausschweifung, sondern in bußfertiger Hinwendung zu Gott endend.
Im 6. Jahrhundert erst begann man, den Neujahrstag als Tag der Beschneidung und Namengebung Jesu zu feiern. Auch Martin Luther hat dann auf diesen Sinn des Neujahrstages großen Wert gelegt. Erst im Lauf des 17. Jahrhunderts ging der protestantischen Kirche dieser Sinn verloren, immer mehr wurde der Jahresanfang einziger Inhalt des Tages, wobei man sagen muss, dass es sich bei dem Neujahrstag wohl um den wichtigsten profanen Feiertag, eben den des Neuanfangs, handelt.
Die liturgische Farbe ist weiß, da der Neujahrstag kein eigener Festtag der Kirche ist, sondern ein Tag, der in die Zeit des Christfestes einzuordnen ist.
Der Neujahrstag sollte richtigerweise mit dem Proprium des Tages der Beschneidung und Namengebung Jesu begangen werden. Wenn er allerdings als Neujahrstag begangen wird, liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass wir unsere Zukunft nicht in der Hand haben, sondern allein Gott. Dies wird besonders schön deutlich in der Epistel, der die Worte "so Gott will und wir leben..." entnommen sind, aber auch in der alttestamentlichen Lesung, in der Gottes Ordnungen der Schlüssel sind dafür, dass Gott bei allem ist, was Josua tun wird. Die anderen Perikopen unterstreichen noch einmal, dass der Mensch sich zwar vieles ausdenken kann, aber Gott wird seinen Schritt lenken. So sind wir zwar nicht Marionetten; es wird uns aber gut tun, der Tatsache bewusst zu werden, dass wir nicht allein sind in unserem Bemühen.

I - Jos 1, 1-9

Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: 2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. 3 Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. 4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. 5 Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. 6 Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. 7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. 8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten. 9 Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Josua tritt die Nachfolge des großen Führers Mose an. Das ist ein großes Vermächtnis, das aber mit einer noch größeren Verheißung verbunden ist: "Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang", sagt Gott, und: "Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagst seist.... denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst." Aber mit der Verheißung ist es nicht genug: Josua wird natürlich auch an das Gesetz Gottes gebunden, so wie sein Vorgänger und das Volk, das er führen soll. Man sollte in diesem Zusammenhang vielleicht darauf hinweisen, dass dieses Gesetz zunächst einmal gut ist. Erst durch die falsche Anwendung wird es notwendig, in Christus ein Gegengewicht zu setzen.
Interessant ist in dem Text die Art, wie Gott Josua Trost zuspricht; er gebietet ihm, getrost und unverzagt zu sein. Vielleicht gebietet er es, weil ein verzagter Führer kein guter Führer ist. Es wäre also wichtig, dass er unverzagt ist - oder zumindest so erscheint. Vielleicht aber auch geht Gott die Verzagtheit Josuas gewissermaßen "auf die Nerven". Bleibt freilich die Frage, ob Josua wirklich verzagt war, denn Mose hatte ihn ja schon zuvor in ähnlicher Weise ermutigt (5. Mose 31, 7-8).
Der stark an die Geschichte Israels angebundene Text scheint zunächst nicht viel mit dem kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang zu tun zu haben, die direkten Bezüge zur Geschichte des Volkes Israel machen den Text "unhandlich". Allerdings sind die Umstände universal: ein Volk hat seinen Führer verloren, ein neuer Führer ersteht, beide von Gott berufen und abhängig. Letztlich gibt es keine Änderung, denn Gott bleibt der Führer des Volkes, nur der Mittler trägt einen anderen Namen und bringt vielleicht ein bisschen seiner eigenen Persönlichkeit mit ein. Für das Volk aber ist es ein Neuanfang, denn bis dahin sind sie umhergewandert und haben eine alte Schuld abgebüßt. Nun ist endlich das Ende ihrer ziellosen Wanderung da, sie bereiten sich darauf vor, Fuß zu fassen, Halt zu gewinnen, sich niederzulassen.
Diese Erfahrung ist nicht unähnlich der Erfahrung zu Beginn eines neuen Jahres: das alte Jahr erscheint wie ein zielloses Wandern, man will nun alles besser machen, für das neue Jahr werden neue Ziele gesetzt. Auch wenn erfahrungsgemäß viele dieser Ziele nicht erreicht werden - diese Perikope erinnert uns daran, wie wir das Ziel erreichen können: indem wir uns auf Gott verlassen, auf Ihn einlassen. Die Verheißung in Vers 9 kann man zwar kaum für sich stehen lassen, denn sie ist mit der vorher gestellten Bedingung eng verknüpft; aber sie öffnet die Dimension, die so wichtig ist für einen Neuanfang: Gott ist mit dir.

Liedvorschläge:

Das alte Jahr vergangen ist (EG 59)
Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (EG 61)
Jesus soll die Losung sein (EG 62)
Lob Gott getrost mit Singen (EG 243)
Verzage nicht, du Häuflein klein (EG 249)
Kommt her, des Königs Aufgebot (EG 259)
Bis hierher hat mich Gott gebracht (EG 329)
Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich (EG 351)
Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (EG 377)
Jesu, geh voran (EG 391)
In Gottes Namen fahren wir (EG 498)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

  • In tiefster Nacht erschienen. Andachten und Gottesdienstentwürfe für die Advents- und Weihnachtszeit v. Christiane Nadj&eacut;-Wirth. Neukirchender Verlag 2018, 132 S. - 1. Auflage.
    Sorgfältig ausformulierte Gottesdienstentwürfe und Predigten von Advent bis Epiphanias werden in diesem Band angeboten. Es enthält auch eine Auswahl an Texten zum Vorlesen oder für den Gemeindebrief.
  • NEU UND AKTUELL! Er ist unser Friede. 1. Advent 2018 bis Pfingstmontag 2019. Lesepredigten zur Perikopenreihe I vom 1. Advent 2018 bis Pfingstmontag 2019 - Buch mit CD-ROM v. Helmut Schwier u.a. (Hg.). Ev. Verlagsanstalt 2018, 240 S. - 1. Auflage.
    Die Lesepredigten für alle Sonn- und Gedenktage des Kirchenjahres sind eine in der Praxis bewährte Arbeitshilfe für eine zeitgemäße, anspruchsvolle und ansprechende Verkündigung. Ehrenamtliche Lektorinnen und Lektoren, Prädikantinnen und Prädikanten sowie Pfarrerinnen und Pfarrer finden hier - je nach Bedarf - ausformulierte Predigten und Anregungen für die eigene homiletische Arbeit. Textbasis ist die jeweils empfohlene Predigtreihe. Ergänzt werden die Lesepredigten durch passende Liedvorschläge und Fürbittgebete.
  • Weihnachten zieht weite Kreise. v. Margot Käßmann. Lutherisches Verlagshaus 2003, 256 S. - 1. Auflage.

  • Zuletzt überarbeitet: 19 Oktober 2018
    © Copyright 1998-2018 by Martin Senftleben

    Bibeltexte, soweit nicht anders angegeben: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
    Alle Rechte vorbehalten.
    Schreiben Sie mir!

    - Heiligenkalender -
    - Erläuterungen & Impressum -
    - Datenschutzerklärung -
    - Kalender -
    - Monatssprüche -
    - Links -
    - Buchtipps -
    - Lesepläne -
    - Thema Gottesdienst -
    - drmartinus.de -
    - Pfarrerrecht -
    - Spende -

    Aktuelle Predigtreihe: I

     Als ein Wort behandeln


    Bitte unterstützen Sie diese Webseite, indem Sie Ihre Bücher und anderes bei Amazon kaufen oder auf die folgende Werbung klicken. Danke!

    Gebrauchte Bücher bei booklooker
    Hier finden Sie gebrauchte Bücher zum günstigen Preis!


    "christliche" Suchmaschinen:

    Feuerflamme Suchmaschine
    Das Kirchenjahr: Ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de


    eXTReMe Tracker