Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


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Laetare
Für euch dahingegeben - Predigtanregung

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Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam" (Jes 66, 10; deutsch s. Antiphon, wörtliche Übersetzung von "Laetare" hervorgehoben)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch "Mittfasten" genannt. Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist "Brotsonntag". In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als "Rosensonntag" bezeichnet, weil an ihm der Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die liturgische Farbe "rosa" vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses Brauches.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter, obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!

IV - 2. Kor 1, 3-7

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, 4 der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. 5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. 6 Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. 7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.

Dieser Predigttext stellt eine enge Verbindung her zwischen dem Leid und dem Trost, den wir von Gott empfangen können. Wo kein Leid ist, kann auch kein Trost sein, denn nur wer leidet kann auch Trost empfangen. So kann Paulus Gott loben selbst in Leid und Trübsal. Aber darüber hinaus ist die Erfahrung des Trostes und des Heils keine Erfahrung, die man für sich behält. Man gibt sie weiter. Hier wird wieder die Eigenschaft des einen Leibes deutlich, zu dem wir alle gehören und an dem jede(r) teilhat.
So wird das Kreuz zum wichtigsten Symbol christlichen Lebens, denn erst durch das Kreuz wird die Güte Gottes erfahrbar. Wer nicht leidet, kann nicht getröstet werden. Wer nicht verzweifelt, kann auch nicht hoffen. Das Kreuz muss also sein, und es wird zum Zeichen der Liebe und der Hoffnung, weil es nicht das Ende ist, sondern weil Christus es überwunden hat.

Liedvorschläge zur Predigt:


Von guten Mächten treu und still umgeben (EG 65, 1.3.4.7)
Dein Kampf ist unser Sieg (EG 87, 3-5)
Gelobet sei der Herr (EG 139)
Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364)
Jesu, meine Freude (EG 396)
Lass mich, solang ich hier soll leben (EG 414, 3-4)
Valet will ich dir geben (EG 523)
Jesus, meine Zuversicht (EG 526)

Fürbittengebet

Barmherziger Vater, allmächtiger Gott: Komm in unsere Welt des Leids, der Schmerzen, der Verlassenheit.
Lass uns deinen Trost erfahren
- in Krankheit - wenn Ärzte ratlos sind, wenn Medikamente keine Wirkung mehr zeigen, wenn die Krankheit bedrohlich wird;
- in Ausweglosigkeit - wenn alles schon versucht wurde, wenn es an Ideen fehlt, wenn es kein Zurück mehr gibt;
- in Verzweiflung - wenn das Leben keinen Sinn mehr zu haben scheint, wenn niemand da ist, der helfen könnte, wenn ein Ziel fehlt;
- in Hoffnungslosigkeit - wenn es nichts mehr gibt, worauf man sich freuen kann, wenn alle Pläne zerschlagen sind, wenn Freundschaften zerbrochen sind;
- in Schwachheit - wenn die Kraft zum Durchhalten fehlt, wenn vieles nicht mehr gelingt, wenn auch kleine Wege zur Last werden;
- in Angst - wenn alles übermächtig erscheint, wenn die Begegnung mit anderen unmöglich zu sein scheint, wenn der Tod das Leben unmöglich macht.
Hilf uns erkennen, dass du uns nahe bist, bis in die tiefsten Tiefen menschlicher Existenz hinein. Erfülle uns mit der Gewissheit, dass du der Lebendige bist. Hilf uns durch alle Furcht hindurch zu einem hoffnungsvollen Leben, damit die Welt erfährt: du bist der Lebendige, der den Tod und alle Mächte in ihre Schranken weist.
Amen

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

  • Orgelmeditation für die Fastenzeit. Audio-CD v. Pater Dominikus spielt Werke alter Meister. 2003 - 1. Auflage.
  • Passion und Ostern. Agende II/1 v. VELKD (Hg.). Lutherisches Verlagshaus 2011, 344 S. - 1. Auflage.
    Umfassendes Material für Gottesdienste in der Fastenzeit und zu Ostern.
  • Vom Kreuz zum Leben. Kreative Gottesdienstentwürfe und Andachten für die Passions- und Osterzeit v. Monika Lehmann-Etzelmüller. Neukirchener Aussaat 2014, 144 S. - 1. Auflage.
  • NEU! Aus Trauer wird Freude. Andachten und Gottesdienstentwürfe für die Passions- und Osterzeit v. Stefan Vogt. Neukirchener Aussaat Verlag 2017, 144 S. - 1. Auflage.
    Das Buch bietet hochaktuelle Gottesdienste und Andachten für eine traumatisierte Welt und macht in ihnen die Liebe Gottesdienst für seine Geschöpfe zum Mittelpunkt. Eine Fundgrube für Gottesdienste in der Fasten- und Osterzeit.

  • Zuletzt überarbeitet: 27 Oktober 2018
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