das Kirchenjahr

Laetare

Für euch dahingegeben

Predigtanregung

Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam" (Jes 66, 10; deutsch s. Antiphon, wörtliche Übersetzung von "Laetare" hervorgehoben)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch "Mittfasten" genannt. Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist "Brotsonntag". In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als "Rosensonntag" bezeichnet, weil an ihm der Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die liturgische Farbe "rosa" vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses Brauches.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter, obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!

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I - Joh 6, 47-51

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.

Dieser Predigttext enthält viele wichtige Aussagen, die man eigentlich so stehen lassen könnte oder eher auf sinnliche Art und Weise zu verstehen versuchen könnte. Denn die Worte erschließen sich eher durch Erfahrung als durch weitere Worte. Dennoch sollen hier ein paar Anmerkungen und Hilfen zum Verstehen gegeben werden.
Zunächst einmal ermutigt Jesus seine Zuhörer zu glauben. Wer glaubt, der hat das ewige Leben. Es bleibt nur offen, womit man dieses Wort "glauben" füllen kann. Was bedeutet es? Vermutlich muss man es im weiteren Zusammenhang sehen. Es wird dann ersichtlich, dass Jesus die Menschen auffordert, daran zu glauben, dass er von Gott gekommen ist (Verse 44-46). Darum geht es eigentlich schon im ganzen Kapitel. Wichtig ist wohl, dass der Glaube nicht aus dem Menschen kommt, sondern von Gott (z.B. Verse 29 und 45). Nur wenn man diesen von Gott geschenkten Glauben hat, dann ist man auch in der Lage, zu erkennen, dass Jesus das Brot des Lebens ist. Man erkennt aus den Versen, die unserer Perikope folgen, dass hier auf das Abendmahl angespielt wird. Während sich die Zuhörer mit der Frage aufhalten, wie Jesus ihnen sein Fleisch zu essen geben könne, hat Jesus schon längst viel weiter gewiesen: Dieses Brot gibt euch ewiges Leben. Ihr werdet niemals sterben, wenn ihr von diesem Brot esst. Ihr habt Teil am Reich Gottes, das ewig ist.
Die wichtigsten Elemente dieses kurzen Ausschnittes eines langen Kapitels zum Thema "Brot" sind also wohl folgende: Glaube - Brot des Lebens = Abendmahl - Ewiges Leben.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist leicht erkenntlich. Jesus gibt sich uns hin, wir nehmen ihn zu uns im Brot des Abendmahls. Hier erfahren wir seine ganze Hingabe an uns.
Ich halte es für angebracht, die Predigt mit sinnlichen Elementen zu unterstützen. Dazu kann Musik gehören, aber auch das Essen von Brot, oder ein schauspielerisches Element. Es wäre nicht sehr hilfreich, das Element des Glaubens überzubetonen, denn dieses Geschenk Gottes sollte nicht in Frage gestellt, sondern vorausgesetzt werden. Das Brot des Lebens ist das Element,das im Mittelpunkt stehen sollte.

Liedvorschläge:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude (EG 66, 1.4.8)
Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen (EG 221)
Das Wort geht von dem Vater aus (EG 223)
Herr, gib uns unser täglich Brot (EG 464)
Aus ungewissen Pfaden (KHW-EG 578)
Jesus Brot, Jesus Wein (KHW-EG 581)
Du hast gesagt: "Ich bin das Brot" (KHW-EG 602, 4)