das Kirchenjahr

Karfreitag

Vergebung der Sünden

Gottesdienstentwurf

Der folgende Vorschlag soll vor allem denen, die ungeübt sind in der Gestaltung eines Gottesdienstes, eine Hilfe sein. Er ermöglicht auch einen Gottesdienst in häuslicher Gemeinschaft ohne Pfarrer/in.

Gottesdienst am Morgen:
Liturg: Begrüßung bzw. Einstimmung
Eingangslied und Psalm: Litanei EG 019 (EGb 2020 S. 182f)
Gebet: Gott, du Ewiger, die Stimmen aus der Tiefe finden wenig Gehör in einer Welt, die sich vor allem durch Stärke und Erfolg beeindrucken lässt.
Aber du überhörst sie nicht. Was sie sagen, ist nicht umsonst gesagt, ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre bohrenden Fragen sind nicht in den Wind gesprochen.
Gerade in der Tiefe, gerade in der Dunkelheit wächst die Kraft der Hoffnung, wird umso dringender gesucht und gefragt, was Licht und Erfüllung in unser Dasein bringt.
So gedenken wir heute deines Sohnes Jesus Christus, in dem du dich mit uns Menschen verbunden hast, nicht nur in dem, was Freude, Glück und Schönheit unseres Lebens ausmacht, sondern auch im Leiden und im Schmerz, in der Angst, Ohnmacht und im Sterben.
Er ist durch das dunkle Tal des Leidens und des Todes gegangen mit Geduld und Stärke, aber auch mit viel Angst und dem Gefühl der Verlassenheit.
Dennoch bist du auf verborgene, und dann auch offenbare Weise als der Helfer da, der gegen alle dunklen Mächte, die uns bedrohen, das letzte Wort zu sprechen hat und sie in die Schranken weist. Wohl bist du verborgen, aber nicht ferne.
Geleite auch jeden von uns auf seinem Wege, auch wir befehlen unser Leben in deine Hand.
Amen
Wenn zwei Lesungen gehalten werden, hier fortsetzen:
Lesung: 2. Kor 5, (14b-18)19-21 (Epistel) oder Jes 52, 13-15; 53, 1-12 (Alttestamentliche Lesung)
Lied: O Haupt voll Blut und Wunden (EG 85, 1.2.6.10)
Wenn nur eine Lesungen gehalten wird, hier fortsetzen:
Lesung: Joh 19, 16-30 (Evangelium)
Lied: Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79)
Predigt/Ansprache (Predigttext: Jes 52, 13-15; 53, 1-12)
Lied: Ich grüße dich am Kreuzesstamm (EG 90)
Fürbitte
Herr Jesus Christus, du bist für uns am Kreuz gestorben. Durch deinen Tod sind wir befreit, um ein neues Leben zu beginnen. Aber viele Menschen wenden sich von dir ab. Sie gehen achtlos an deinem Kreuz vorüber. Sie wissen nicht, dass es ohne Kreuz kein Leben gibt. Darum rufen wir zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11 oder ein anderes)
Menschen wenden deinem Kreuz den Rücken zu, indem sie nur an sich selbst denken. Sie suchen ihren eigenen Vorteil und missachten die Interessen ihrer Mitmenschen. Das Ziel, das sie vor Augen haben, ist diesseitig. Darum sind sie im Tod gefangen. Wir bitten dich: wende sie um, dass sie dein Kreuz anblicken und erkennen, dass es wichtigeres gibt im Leben als die eigene Karriere. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11 oder ein anderes)
Menschen wenden deinem Kreuz den Rücken zu, indem sie glauben, dass sie die Stelle Gottes einnehmen können. Sie verlassen sich darauf, dass Wissenschaft und Forschung in der Lage sind, die letzten Rätsel der Menschheit zu lösen und das Paradies auf Erden zu schaffen. Wir bitten dich: wende sie um, dass sie dein Kreuz erblicken und erkennen, dass der Wunsch, wie Gott zu sein, uns erst in dieses trostlose Situation gebracht hat. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11 oder ein anderes)
Menschen wenden deinem Kreuz den Rücken zu, indem sie glauben, dass ein Leben ohne Leid ein gutes Leben ist. Sie verbannen Krankheit und Schmerz in Krankenhaus. Alte, gebrechliche Menschen werden in Altenheimen versorgt, wo sie niemanden mehr bei der alltäglichen Arbeit stören können. Wir bitten dich: wende sie um, dass sie dein Kreuz erblicken und erkennen, dass Leiden zum Leben dazugehört. Nur durch Leiden hindurch können wir erkennen, dass du uns ewiges Leben schenkst. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11 oder ein anderes)
Menschen wenden deinem Kreuz den Rücken zu, weil sie an dir verzweifeln. Sie können nicht glauben, dass es dich gibt, weil du so viel Unrecht und Krieg geschehen lässt. Sie machen dich dafür verantwortlich und erwarten Hilfe von dir. Wir bitten dich: wende sie um, dass sie dein Kreuz erblicken und erkennen, dass wir selbst für unsere Situation verantwortlich sind. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11)
Wir bitten Dich für alle, deren Namen wir in der Stille vor dich bringen:
Stille...
Lasst uns den Herrn anrufen:
Gem: Herr, erbarme dich. (EG 178.11 oder ein anderes)
Herr Jesus Christus, mit deinem Leiden und Sterben hast du dem Leid die zerstörende Kraft genommen. Gib, dass wir dir dafür danken, indem wir unseren Platz einnehmen in deinem großen Plan. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen. Vaterunser
Segen
Schlusslied: Ehre sei dir, Christe (EG 75, 1)

Gottesdienst zur Sterbestunde:
Liturg: Begrüßung bzw. Einstimmung
Liturg und Gemeinde: Ps 22 (mit der Gemeinde im Wechsel)
Liturg und Gemeinde: Kyrie-Litanei (EG 019)
Lesung: Mk 15, 22-26 oder Joh 19, 16b-22
Lied: EG 84, 1-3
Lesung: Mk 15, 27-32 oder Joh 19, 23-24
Lied: EG 87, 1-3
Lesung: Mk 15, 33-34 oder Joh 19, 25-30
Lied: EG 85, 1+8-10
Predigt/Ansprache (Predigttext: der vorher gelesene Text)
Lied: Jesu, meines Lebens Leben (EG 86, 1.7.8)
Fürbitte
Großer Gott,
paradox sind die Zeichen deiner Macht:
das Kind in der Krippe: dein Sohn,
der Mann am Kreuz: der, an dem du Wohlgefallen hast.
Es ist uns nicht leicht, dich, den allmächtigen Gott, darin zu entdecken.
Wir fragen nach Glanz und sind enttäuscht, dass du dich so tief herabgelassen hast.
Nur manchmal, da spüren wir:
ja, nur so kommst du uns nah, willst uns deine Liebe erfahren lassen, willst, dass wir alle Schuld hinter uns lassen, sie ablegen auf die Schultern deines Sohnes.
So gib uns die Kraft, den Versuchungen zu widerstehen, uns doch immer wieder den Mächtigen und Mächten dieser Welt zu beugen.
Gib uns die Phantasie, miteinander Lebenswege für alle zu entdecken, die dem Leid in dieser Welt abhelfen und Frieden entstehen lassen.
Gib uns die Liebe, die uns miteinander trägt und die der Welt und ihren Kindern Zukunft schenkt.
Wir nehmen uns selbst und unsere Welt ins Gebet mit den Worten, die uns dein Sohn gelehrt hat:
Vaterunser
Segen
Schlusslied: Ehre sei dir, Christe (EG 75, 1)

Es bleibt jedem überlassen, den Vorschlag den Gegebenheiten anzupassen.

Rechtliche Hinweise:
Wenn man einen Gottesdienst aufnimmt und im Internet verfügbar macht, muss man das Urheberrecht beachten. Die hier gemachten Liedvorschläge sollten diesbezüglich kein Problem darstellen, da sie nach geltendem Urheberrecht rechtefrei sind (der Autor muss länger als 70 Jahre verstorben sein).
Gottesdienste, die auf YouTube eingestellt werden, sollten auch mit anderen Liedern abgedeckt sein, da die EKD einen Rahmenvertrag mit der GEMA für Veröffentlichungen auf YouTube geschlossen hat. Eine Rückversicherung bei der Rechtsabteilung der eigenen Kirchenleitung empfiehlt sich dennoch. Bei Veröffentlichung des virtuellen Gottesdienstes auf der Webseite der Gemeinde ist es gut, sich auf das hier vorgeschlagene Liedgut (oder andere Lieder, die nicht mehr urheberrechtsgeschützt sind) zu beschränken.