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Die Geburt des Herrn* - Predigtbeispiele

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Predigtvorschläge zu Lk 2, 1-20 (VI)

Ballade zu Lk 2, 15-20
von © Martin Senftleben


Wir haben es schon oft vernommen,
das Christkind ist jetzt angekommen,
doch heute klingt es etwas fremd,
in Reimen sag ich's, ungehemmt.

Ein Kind ist euch geboren heut',
doch heute, meine lieben Leut',
das ist doch gar nicht wirklich wahr,
es war in einem früher'n Jahr,
rund zweimal tausend liegt's zurück,
ereignet' sich das Bühnenstück,
das alle Jahre, auch noch heut',
erfreut ganz viele Menschenleut'.

Ein Bühnenstück war's dennoch nicht,
als damals kam das göttlich Licht
in diese uns're dunkle Welt
und sie mit Gnad und Lieb' erhellt.

Es kam, ihr wisst es alle längst,
ein Engel, fast wie ein Gespenst,
der machte Angst den Hirten dort,
doch Friede kündete sein Wort.

Er sprach: "Die Furcht soll euch vergeh'n,
Ihr seht des Herren Engel steh'n
an dieser Stell, vom hellen Licht
ist er umstrahlt und gibt Bericht.
Ich künde euch, was alle Welt
am Leben und in Atem hält
es ist ein Wunder, sonderbar,
dass Gott wird Mensch. Nun ist es wahr!

Ihr findet in der kleinen Stadt
die auch 'ne feste Mauer hat,
und gar nicht weit von hier dort steht,
aus der der König David geht,
in Bethlehem, ihr wisst es schon,
den Heiland; er ist Gottes Sohn.
Ihr findet ihn, das ist wohl so,
in Windeln und dazu auf Stroh
in einer Krippe, die sonst meist
dem Ochs' und Esel gibt die Speis."

Kaum ist das letzte Wort verhallt,
da rauscht's fast wie in einem Wald,
in dem der Wind mit Eil und Macht
die äste biegt, fast bis es kracht.

Doch steht hier nicht ein einz'ger Baum,
Es schweben Engel - ist's ein Traum? -
Sie schweben dort in Himmelsruh
und rufen sich einander zu,
was eigentlich schon jeder weiß,
sie singen Gott Lob, Ehr und Preis.
Sie singen, was das Zeug nur hält,
dass Friede sei in uns'rer Welt
bei allen, die ganz fest vertrau'n
und auf die Liebe Gottes bau'n.
Das kam so schnell, und ging sogleich.
Die Hirten waren noch ganz bleich,
doch war es klar, was hier geschah,
so einig war sich jetzt die Schar,
dass Gott was Großes hat getan:
"Das wollen wir uns sehen an."
So sprachen sie und brachen auf,
sie liefen schnell nach dort hinauf
zum Städtchen, das schon mal erwähnt,
in dem nicht Langeweile gähnt,
das vielmehr nun die Heimat ist
von unserm Herren Jesus Christ.

Sie eilten hin und fanden dort
ganz wie es sagt' des Engels Wort,
in einer Kripp' das Kindelein,
ganz frisch gebor'n und winzig klein,
dazu Maria, Josef, und
ein bunter, weiß und schwarzer Hund.
Nun gut, die Bibel weiß es nicht,
ein Hund ist nicht in der Geschicht',
doch Ochs und Esel, ach, wie wahr,
die stellt man auch schon immer dar
wenn man dies Bild vor Augen hält,
so kennt es nun mal alle Welt,
obgleich, das wissen wir ja schon,
mit keiner Silbe, keinem Ton,
ein Ochse wird dabei erwähnt,
- da hat man sich weit rausgelehnt -
und auch ein Esel fehlt total,
so ist's. Drum lasst mir mal die Wahl,
und dazu einen Hund gesell'n
den gibt?s ja auch bei manchen Ställ'n.

Zwar weiß ich, und gewiss auch ihr,
woher es kommt, das Hilfsgetier,
Denn Ochs und Esel sind schon da
vor langer Zeit bei Je-sa-ja.
Sie kennen ihren Herrn genau,
das Volk ist leider gar nicht schlau,
es möchte von Gott gar nichts sehn,
drum diese Worte dort auch stehn.
Und darum hat man gerne dann
den Ochs und Esel hinten dran
und auch mal an die Seit gestellt.
So kennt es, wie gesagt, die Welt.

Die Hirten also sind jetzt da
und sagen gleich der ganzen Schar
was sie gesehen und gehört;
das machte Manche leicht verstört.
Doch eine nahm dies alles auf,
wie die Geschicht' nahm ihren Lauf,
Sie schloss es in ihr Herze ein,
dazu den warmen, hellen Schein,
der ausging von dem Kinde dort,
an diesem fernen, fernen Ort.
Maria war's, das ist schon klar,
sie weiß, dass alles dies ist wahr.

Die Hirten zogen sich zurück
ein ganz beträchtlich großes Stück,
sie gingen raus, erzählten rum
- sie waren nämlich gar nicht dumm -
was Gott der Herr gesaget hat
zu ihnen just in dieser Nacht.

Wir hören die Geschichte gern,
wie alle Menschen nah und fern,
wir hören sie zum Weihnachtsfest,
das war's dann schon in Ost und West.
Wir hören sie, und gehen dann,
erneut an unser Tagwerk ran,
als wär's nur eins von vielen Dingen,
die wir zu einem Abschluss bringen.

Zwar alle Jahre wieder kommt
das Christkind, das uns allen frommt,
doch dann geht alles weiter fort,
man hat gehört das alte Wort,
das schön und lieblich uns erklingt,
und das man tagelang besingt.
Dann wendet man sich ohne Ruh
dem Alltagstrotte wieder zu.

Doch kann's das nicht gewesen sein,
Das Wort lädt uns doch alle ein,
ganz wie die Hirten rauszugeh'n
und zu erzähl'n, was wir geseh'n.

Wohl wahr, die Augen sahen's nicht,
was uns gesagt in der Geschicht',
doch wissen wir genau, wie's war,
so wird?s erzählt zweitausend Jahr.

Der Gottessohn ist Mensch geborn,
damit wir nimmer geh'n verlorn,
wer nur ganz fest auf ihn vertraut,
der hat auf keinen Sand gebaut.
Wer seinen Worten Glauben schenkt,
dem Gott auch seine Schritte lenkt,
und hilft durch manches tiefe Leid.
So macht euch auf und seid bereit!

Sagt's allen Menschen nah und fern,
sagt's fröhlich und zugleich auch gern!
Sagt's immer, frei und ohne Scheu,
denn vielen ist es gänzlich neu.
Sie feiern Weihnacht, weil es schon
für sie ist eine Tradition.
Sie wissen nicht, was da geschah,
was jeder Hirte damals sah,
was unser Herz hat auch gesehn,
wenn wir hier an der Krippe stehn,
Dass Gott uns Menschen alle liebt,
so sehr, dass er den Sohn hingibt.

So geht und sagt es frei heraus,
geht hin und tragt in jedes Haus,
die frohe Botschaft: er macht frei
ein'n jeden von dem Allerlei
der schweren, großen Schuldenlast,
die uns seit Adam ist verpasst.
Die Schuld, die wie ein Schwergewicht
uns endlich zieht vor das Gericht,
wenn wir nicht vorher unser Herz
und dazu den verborg'nen Schmerz
vor diesem Kindlein legen ab
bevor wir sinken in das Grab.

Er nimmt uns auf. Er nimmt auch fort
die Schuld, legt sie an einen Ort,
der vielen stets vor Augen ist:
das Kreuz von unser'm Herren Christ.

Erst wenn wir das erkennen schon
dass Gott gab seinen einz'gen Sohn
an unsrer Stelle in den Tod
und brachte alles in das Lot
damit wir leben für und für
und nicht verschlossen ist die Tür
zu Gottes himmelischem Reich
in das wir ziehen all' sogleich,
wenn hier das Werk vollendet ist.
Das macht für uns der Jesus Christ,
der hier im Kripplein erst noch liegt,
im Arm der Mutter wird gewiegt.

So geht und tragt es weit hinaus
und sagt's in möglichst jedem Haus:
Gott macht heut' alles endlich neu!
So sagt's, geht hin ganz ohne Scheu!

Dann preisen wir auch seinen Namen
und sprechen fröhlich unser "Amen"!

© 2008 - Martin Senftleben


Liedvorschläge zur Predigt:

Dein Krippen glänzt hell und klar (EG 4, 4-5)
Vom Himmel hoch, da komm ich her (EG 24)
Ehre sei Gott in der Höhe (EG 26)
Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich (EG 27)
Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37)
Kommt und lasst uns Christum ehren (EG 39)
Dies ist die Nacht, da mir erschienen (EG 40)
Kommet, ihr Hirten (EG 48)
Was soll das bedeuten (HE-EG 539)
Stern über Bethlehem (NB-EG 544/HE-EG 542)

Zuletzt überarbeitet: 27 Oktober 2018
© Copyright 1998-2018 by Martin Senftleben

Bibeltexte, soweit nicht anders angegeben: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
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