das Kirchenjahr

Christnacht

Die Geburt des Herrn*

Predigtbeispiele

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Zu den Perikopen

Predigtvorschläge zu Reihe I - 1. Tim 3, 16

Liebe Gemeinde,
Es ist heilige Nacht. Spüren Sie es?
(Stille)
Die Bescherung ist vermutlich schon vorüber (manche machen sie ja erst am 1. Feiertag, weil das der eigentliche Geburtstag unseres Herrn ist), und Sie haben sich über das eine oder andere Geschenk freuen können – oder waren einfach gemütlich beieinander beim Abendessen mit den Menschen, die Ihnen lieb und wichtig sind.
Dann haben Sie sich aufgemacht zum Gottesdienst in diese Kirche. Auf dem Weg haben Sie sich vielleicht mit anderen unterhalten, oder hingen Ihren Gedanken nach.
Vielleicht waren da schon Überlegungen für das morgige Festessen, oder wie man den Tag morgen mit den Lieben, die zu Besuch kommen, verbringen würde. Oder man bereitete sich schon innerlich auf die Reise zum Sohn oder zur Tochter und ihrer Familie vor, die morgen angetreten werden soll, und freute sich auf die Begegnung.
Als Sie die Kirche betreten haben, haben Sie vielleicht eine gewisse Unruhe wahrgenommen.
Allein schon, dass immer wieder andere Menschen dazu gekommen sind, die sich vielleicht zu Ihnen in die Bankreihe gesellten oder in die Reihen vor und hinter Ihnen setzten, und da wurde getuschelt oder auch etwas lauter erzählt.
(Der folgende Absatz ist dem Umstand geschuldet, dass in den Tagen zuvor das Jesuskind aus der Krippe gestohlen worden war und Presse und Fernsehen davon berichtet hatten)
Manche gingen zur Krippe, um zu schauen, ob das Jesuskind denn wieder da ist. Es ist da. Aber was Sie da jetzt sehen können, ist eine Ersatzfigur, die gleiche wie das Original, aber eben nur ein Ersatz; die gestohlene Figur bleibt gestohlen.

Heute ist die Heilige Nacht. Die Nacht, an der wir uns an die Menschwerdung Gottes erinnern. In der wir staunend das Handeln Gottes an uns geschehen lassen.
Ist das so? Tun wir das wirklich? Oder sind nicht doch wir die Geschäftigen, die Handelnden, von Anfang bis Ende, auch in diesem Gottesdienst – immer darauf bedacht, unsere Aufgabe zu erfüllen, und sei es nur das Singen der Lieder, das Hören auf die Predigt, das Aufstehen und wieder Hinsetzen, das Beten?
Ich möchte Sie ermutigen, die Heilige Nacht geschehen zu lassen. Lassen Sie jetzt einfach mal alles los.
• Schließen Sie die Augen
• atmen Sie tief durch
• und während Sie das tun, sprechen Sie in Ihrem Innern den Namen „Jesus Christus“.

Lassen Sie die Augen geschlossen. Vermutlich wird ein Bild vor Ihrem inneren Auge auftauchen – halten Sie es fest. Lassen Sie sich mit diesem Bild beschenken, nehmen Sie es nachher mit nach Hause.
Sie müssen es nicht verstehen, aber es kann eine Hilfe für den Alltag sein.
Denken Sie an das Bild, um alles andere abzulegen und für eine kleine Weile auf Gott zu hören und ihn handeln zu lassen.
Spüren Sie jetzt die Wärme und den Trost der Nähe Gottes. Er ist da. Er wurde Mensch, damit er Ihnen ganz nahe sein kann, gerade und besonders in dieser Nacht.
Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe in Ewigkeit.

Sie sind hierher gekommen in eine wunderschöne Kirche. Sie wurde gebaut, damit in ihr Gottesdienste gefeiert werden können, kräftig und auch ein bisschen trotzig, wie es im Mittelalter üblich war, aber doch so, dass man das Gefühl hat, in einem Gotteshaus zu sein, wenn man diesen Raum betritt – in einem Tempel.
Hier kann man Gott begegnen – das ist die Erfahrung, die auch viele Menschen im Laufe der Jahrhunderte gemacht haben und Tag für Tag machen.
Aber der Apostel Paulus möchte unseren Horizont etwas erweitern. Für ihn gab es damals freilich nur einen Ort, der wie unsere Kirchen das Gefühl der Gottesnähe vermittelt, und das war der Tempel in Jerusalem. Aber musste man wirklich dorthin reisen, um die Nähe Gottes zu erfahren?
Die Antwort des Paulus ist ein klares Nein. Nicht das Gebäude zählt, sondern die Gemeinschaft der Glaubenden.
Das Haus Gottes ist, so schreibt er, die Gemeinde des lebendigen Gottes.
Und das sind Sie. Das sind wir alle, die wir heute hierher gekommen sind, um diesen Gottesdienst zu feiern. Wir sind der Tempel, das Haus Gottes, nicht jeder für sich, sondern gemeinsam, gemeinschaftlich. Gott verbindet uns durch seinen Sohn. Wir sind Gemeinde des lebendigen Gottes, nichts weniger!
Können Sie sich das vorstellen? Oder ist das dann doch ein etwas hoch gestecktes Ziel?
Denn wenn man „Gemeinde“ oder „Gemeinschaft“ hört, denkt man gleich an Verpflichtungen, die einem vielleicht auferlegt werden. Etwas für das Gemeinwohl tun, sagt man dann ja gerne. Und eigentlich hat man ja schon genug zu tun, da muss jetzt nicht noch etwas Neues hinzu kommen.
Aber Gemeinde bedeutet zunächst nur ganz schlicht, aufeinander zugehen, einander kennen lernen, aufeinander achthaben.
Ja, ich gebe zu, Gemeinde bedeutet schon, ein Stück weit Verantwortung zu übernehmen, aber das muss nicht in Arbeit ausarten, denn wir tun es ja, weil Gott sich uns zugewendet und zur Gemeinde berufen hat, damals, als wir getauft wurden, und es ist nichts anderes als eine Antwort auf all das Gute, das wir aus seiner Hand empfangen haben.
Wenn ich von Gemeinde rede, meine ich übrigens jetzt nicht zwingend die Ortsgemeinde, sondern die christliche Gemeinde, die sich auf der ganzen Welt versammelt und Gott lobt und preist in dieser Nacht und jeden Tag aufs Neue, rund um die Uhr, denn immer wird irgendwo ein Mensch oder auch mehrere Gott loben und preisen.
Das ist christliche Gemeinde, das ist das Haus Gottes. Wir finden es überall und zu allen Zeiten.
Was uns eint, ist das Geheimnis des Glaubens, das sich in dieser Nacht ereignet:

Er ist offenbart im Fleisch,
gerechtfertigt im Geist,
erschienen den Engeln,
gepredigt den Heiden,
geglaubt in der Welt
aufgenommen in die Herrlichkeit.


Das „Geheimnis des Glaubens“ ist im Grunde kein Geheimnis. Paulus schreibt es ja auf, und natürlich ist dieser Brief öffentlich zugänglich. Es wird dadurch zu einem Geheimnis, dass es sich dem Menschen nicht ohne weiteres erschließt.
Es ist wie ein Glaubensbekenntnis, das nur der nachvollziehen kann, der diese Aussagen auch glaubt. Also ist es ein Geheimnis, weil nicht alle es verstehen können.
Er ist offenbart im Fleisch,
Er, Gott, ist offenbart im Fleisch, in Jesus Christus wurde er Mensch. Das alleine schon wirft unzählige Fragen und Zweifel auf. Wie kann Gott Mensch werden? Ist das überhaupt möglich? Wenn Gott Mensch wird, wo ist dann Gott? War es dann eine gottlose Zeit? Kann Gott das verantworten?
Der Glaube begreift es: Gott ist Mensch geworden in Jesus Christus. Er kam uns ganz nah, er nahm auf sich unser Kreuz und erlitt unseren Tod, damit wir Gottes Hausgenossen und Mitbürger der Heiligen sein können (Eph 2, 19).
gerechtfertigt im Geist,
Allein der Geist Gottes ermöglicht uns diese Erkenntnis. Er lässt uns gewissermaßen ein Licht aufgehen, wie man so schön sagt: dieser ist Gottes Sohn. Das bekennt zuerst Petrus, dann sagt es der Hauptmann unter dem Kreuz, und nach ihm sagen es unzählige Menschen.
erschienen den Engeln,
Engel – Boten Gottes? Vielleicht die Apostel? Aber dann würden sie doch als Apostel genannt. Nein, es ist so: zuerst wurde er uns offenbart, im Fleisch, und dann erschien er den Engeln, denen, die vor dem Thron Gottes stehen, als der fleischgewordene Gott, damit alle Welt, Himmel und Erde, es wissen: er ist der Herr. Er hat die Herrschaft im Himmel und auf Erden – Jesus Christus!
gepredigt den Heiden,
Und so geht das Wort von ihm aus in die Welt hinaus, es wird das Offenbarte hinausgetragen, damit alle Welt es hören kann. Hierhinter verbirgt sich das urchristliche Problem, dass der Messias doch eigentlich nur dem jüdischen Volk gilt; doch öffnet Gott sein Heilswerk für alle Menschen, nicht nur für das von ihm schon lange zuvor erwählte Volk. Und so haben auch wir als Heiden freien Zugang zu Gott, sind mit ihm versöhnt.
geglaubt in der Welt
Man mag es uns nicht glauben. Aber was ist mit den Milliarden von Menschen, für die die Offenbarung Gottes im Fleisch zur Wahrheit wurde, die sich davon anrühren ließen? Er ist geglaubt in der Welt, bis an die Enden der Erde ging sein Wort hinaus und wurde auf- und angenommen. Wie ein Lauffeuer breitete sich das Evangelium, die frohe Botschaft, aus in alle Himmelsrichtungen: Euch ist heute der Heiland geboren, der Heilbringer, der, der die zerbrochenen Herzen heilt und die Wunden aller, die sich ihm zuwenden.
aufgenommen in die Herrlichkeit.
Er sitzt zur Rechten Gottes. Ja, er ist der Herr, der Sohn Gottes, daran besteht kein Zweifel. Aber es bleibt ein Geheimnis, weil viele Menschen es doch nicht wahr haben wollen. Ein Geheimnis, das man nicht hüten muss, damit niemand davon erfährt, sondern eins, das es zu entdecken, aufzudecken gilt.
Wir tragen dieses Geheimnis in uns, und wir sind es, die es mit hinaus nehmen in die Welt da draußen, außerhalb dieser starken Mauern. Und nun kommt es nur darauf an, dass wir dieses Geheimnis nicht tief in uns verbergen, sondern es offenbar werden lassen allen Menschen. Denn es ist keine Privatsache, das Kind in der Krippe. Vielmehr will es hinausposaunt werden in die ganze Welt: Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!
Dann werden wir auch Haus Gottes für die Menschen, die nicht den Weg hierher finden, und die auch sonst keinen Trost und Halt in ihrem Leben haben.
Amen

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Liedvorschläge zur Predigt:
Zu Bethlehem geboren (EG 32)
Dies ist der Tag, den Gott gemacht (EG 42)
Freu dich, Erd und Sternenzelt (EG 47)

Predigtvorschläge zu Reihe IV - Tit 2, 11-14

Die nachfolgende Predigt wurde in einer Christvesper gehalten, weswegen vereinzelt Anpassungen nötig sein können.
Liebe Gemeinde!
Einmal tief durchatmen – das scheint angesichts dieses Predigttextes angebracht. Ein einziger, langer Satz, der sich über fünf Verse erstreckt – da kann man schnell den Überblick verlieren. Aber auch wenn man es verstanden hat: der Inhalt ist nicht so leicht zu verdauen.
Zunächst einmal: Das einzige, was uns vom Predigttext an das Christfest erinnert, ist der einleitende Satz: Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.
Wie schön wäre es, hätte Paulus da einen Punkt gemacht. Wir könnten es dann einfach dabei belassen. Heilsame Gnade, die sich über die Menschheit ausschüttet. Man fühlt sich erinnert an das, was man von allen Seiten hört: Gott ist die Liebe, alles ist gut, Friede auf Erden, Versöhnung, Gott liebt uns.
Ja, es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes. Alles ist gut. So kann man sich dann auch auf Weihnachten freuen.
Aber Paulus lässt es dabei ja nicht bewenden, und auch auf diesen einleitenden ersten Abschnitt muss man schon etwas genauer schauen.
Gnade, das bedeutet, dass einem die Schuld nicht angerechnet wird, dass man schuldfrei gesprochen wird, obwohl man schuldig ist. Das ist Gnade. Wir müssen nicht für das bezahlen, was wir getan haben. Oder doch?
Wenn man auf die Unruhen in den Schwellen- und Entwicklungsländern blickt, auf die vielen Flüchtlinge, die sich hilfesuchend an uns wenden, dann wird einem vielleicht auch bewusst, dass das alles nicht zufällig geschieht, sondern dass hier die Früchte der globalen Marktwirtschaft erkennbar werden.
Die Zusammenhänge sind vielfältig und nicht leicht zu durchschauen. Jedenfalls haben auch die Terrorangriffe in diesem ausklingenden Jahr einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und natürlich fragen wir uns, ob dies Reaktionen sind auf unser Handeln – oder, anders gesagt, auf das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das unser Leben bestimmt und für das wir mit verantwortlich sind, weil wir es Tag für Tag nutzen.
So richtig erkennbar wird die Gnade da nicht gerade. Im Gegenteil: Eigentlich sind wir recht hilflos angesichts dieser Entwicklungen. Wir können sie zur Kenntnis nehmen, aber im Grunde gar nichts daran ändern.

Doch nun haben wir diese Zusage von der heilsamen Gnade Gottes, die allen Menschen erschienen ist. Was meinte Paulus damit?
Er hatte wohl nicht die politischen Veränderungen und Entwicklungen in der Welt im Blick. Ihm ging es um den Menschen – so wie es Gott um den Menschen geht. Denn wir sind Geschöpfe Gottes, wir sind sein Werk. Er hatte sich natürlich schon etwas gedacht, als er den Menschen schuf – er hatte schon seine Ideen von dem Geschöpf, das als einziges in der Lage ist, seinen Schöpfer wahrzunehmen.
Aber der Mensch hat sich immer wieder von Gott abgewandt, so als sei er selbst Schöpfer aller Dinge. Ein letzter Versuch, einen bleibenden, dauerhaften Kontakt wiederherzustellen, ist darum die Menschwerdung Gottes. Er wurde Mensch, damit nichts Trennendes mehr Bestand haben kann. Gott überwindet alle Grenzen.
Und dennoch wird es nicht besser mit uns, im Gegenteil: immer wieder entstehen neue Wunden. Wir verletzen uns, oft auch unbedacht und unbewusst, aber es geschieht. Missverständnisse führen dazu, dass Menschen nicht mehr miteinander reden. Wir leiden unter der Geringschätzung anderer, und so könnte ich immer weiter machen, bis hin zu den Bürgerkriegen, die viel Unruhe in unsere Welt brachten und unsägliches Leid verursachten.
Gott will alle Wunden heilen. Darum kam er in die Welt, damit wir seine heilsame Gnade spüren; damit wir selbst auch bereit werden, zu vergeben, auf unsere Mitmenschen zu zu gehen und immer einen Vertrauensvorschuss bei uns zu haben.
Ich möchte Ihnen dazu eine kurze Geschichte erzählen:

Zwei Juden kamen zum Rabbi einer Kleinstadt und sagten ihm: „Unsere weisen Männer zu Hause haben uns etwas erzählt, das uns überrascht und das wir nicht verstehen. Sie hören nicht auf, uns zu ermuntern, mit leichter Freude das Gute und das Übel anzunehmen, das Gott uns schickt. Erzähle uns, Rabbi, wie wir so etwas anstellen können.“
„Nun“, sagte der Rabbi, „ich sag euch was. Geht drüben in den Klassenraum. Dort werdet ihr einem alten Rabbi begegnen, der gerade seine Pfeife raucht. Ihm ist viel Not und Leid in seinem Leben . Er hat die Antwort für euch.“
Die Männer folgten dem Rat, fanden tatsächlich den alten Rabbi und trugen ihm ihr Anliegen vor. Der legte seine Pfeife ab, lächelte den Männern zu und sagte: „Ich bin der letzte Mensch auf Erden, den ihr so etwas fragen solltet. Damit müsstet ihr zu einem anderen gehen. Ich bin gar nicht in der Lage, eure Frage zu beantworten; denn ich habe im Leben noch kein Leid und kein Übel von Gott erfahren.“

Es ist Gnade, wenn ein Mensch, der in seinem Leben viel Leid und Elend erfahren hat – so wie dieser alte Rabbi – so etwas sagen kann: ich habe im Leben noch kein Leid und kein Übel von Gott erfahren.
Denn damit meint er nicht etwa, dass ihm ständig der Satan als Gegenspieler Gottes ins Leben gepfuscht hätte. Er weiß wohl, dass alle Mächte der Welt Gott untertan sind.
Nein, er hat vielmehr immer die Liebe Gottes vor Augen gehabt und war sich dieser Liebe so sicher, dass sein ganzes Leben davon geprägt war, trotz allen Leids, das ihm widerfuhr. Für ihn gab es keinen Zweifel, dass Gott für ihn da ist, und darum war für ihn auch all das Schwere, das sein Leben beeinflusst und vielleicht auch bedrückt hatte, eine gute Gabe Gottes gewesen.
Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen – Dies hatte auch der alte Rabbi für sich erlebt.
Aber damit hört Paulus nun allerdings nicht auf.
Er fährt vielmehr damit fort, dass uns diese Gnade in Zucht nimmt – die heilsame Gnade. Die Gnade erzieht uns – und das bedeutet nichts anderes, als dass Grenzen aufgerichtet werden. Aber das sind keine Grenzen, die uns wie Gefängnismauern vorkommen müssen, sondern es sind Grenzen, die sich von selbst ergeben, in die wir uns gerne fügen, wenn wir einmal wahrgenommen haben, wie heilsam die Gnade Gottes ist.
Absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden dürfte eigentlich nicht wirklich schwer fallen, weil wir wissen: Gott ist alles in allem. Durch ihn haben wir unser Leben, er erhält es, er hält es auch über den Tod hinaus. Warum sollen wir uns sorgen? Worum sollen wir uns sorgen? Warum Schätze auf Erden sammeln, um uns abzusichern, wo wir doch längst in Gott geborgen sind und in ihm den größten Schatz haben?
Besonnen, gerecht und fromm leben wir in dieser Welt, wenn wir die heilsame Gnade Gottes erfahren haben. Das kann durchaus bedeuten, dass wir so etwas wie Aussteiger sind. Menschen, die sich den gesellschaftlichen Zwängen nicht mehr unterwerfen wollen. Die das Wirtschaftssystem unserer Welt zumindest in Frage stellen und es nicht als gottgegeben hinnehmen.
Man muss nicht gleich ein Hippie sein, um als Aussteiger zu gelten. Man ist schon ein Aussteiger, wenn man zum Beispiel darauf achtet, wo die Dinge herkommen, die man zum täglichen Leben braucht, wer am Anfang der Produktionskette steht, und was dieser Mensch dafür bekommt. Und dann seine Konsequenzen zieht.
Oder wenn wir darauf achten, was für Folgen unser Tun hat auch auf lange Sicht gesehen, für unsere Kinder und Kindeskinder, aber auch für die Menschen in fernen Ländern. Gerecht zu sein, ist nicht einfach – die Klimagipfel zeigen immer neu, dass es viel Anstrengung erfordert, Lösungen zu finden, die alle akzeptieren können.
Aber besonnen, gerecht und fromm zu sein, ist andererseits nichts, wofür wir uns anstrengen müssten. Denn es ist die Konsequenz der Erfahrung, die wir durch die heilsame Gnade Gottes gemacht haben und machen. Es geschieht – wir sind es, weil uns die Gnade Gottes dazu befreit.
Die Tatsache, dass Gott selbst Mensch wird, können wir uns eigentlich nicht oft genug bewusst machen. Es ist ein umwerfendes Ereignis, das alles auf den Kopf stellt und gerade das, was wir heute vielleicht noch als Errungenschaft menschlicher Genialität feiern, derart abwertet, dass es völlig bedeutungslos wird.
Es ist ein neues Weltbild und ein neues Menschenbild, das durch das Handeln Gottes, durch seine Gnade, entsteht. Manches davon kann in unserer Welt schon andeutungsweise sichtbar werden, vieles aber noch nicht, weil wir Menschen häufig eben doch zu gerne Nabelschau betreiben und keinen Blick für unsere Nächsten haben. Man will die Gnade nicht – vielleicht auch deswegen, weil man meint, sie nicht zu brauchen.
So aber ist die christliche Gemeinde nicht. Wir sind Volk Gottes, gereinigt durch das Blut Jesu Christi. Wir wissen, was Gnade bedeutet; und wir wissen, dass wir diese Gnade brauchen, und nicht nur wir.
Das Christfest erinnert uns in ganz besonderer Weise daran: Gott wird Mensch, weil er uns gnädig ist, weil er das verdammende Urteil, das wir eigentlich verdient hätten, nicht sprechen will.
Lasst uns also Volk Gottes sein in einer Welt, die mit dieser Gnade nichts anfangen kann und vielleicht auch gar nicht will. Lasst uns nicht aufhören, ein Volk zu sein, das die Gnade Gottes allen Menschen sichtbar und spürbar werden lässt, indem es sich nicht mitreißen lässt von Habgier, Neid und Missgunst.
Es ist Heiligabend. Die heilsame Gnade Gottes ist erschienen allen Menschen. Sie ist da. Möge das heute und in der kommenden Zeit vielen Menschen bewusst werden – auch durch uns.
Amen.

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Liedvorschläge zur Predigt:
Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)
Nun singet und seid froh (EG 35)
Also liebt Gott die arge Welt (EG 51)
Uns wird erzählt von Jesus Christ (EG 57)

Predigtvorschläge zu Reihe VI - Lk 2, 1-20

Ballade zu Lk 2, 15-20
von © Martin Senftleben


Wir haben es schon oft vernommen,
das Christkind ist jetzt angekommen,
doch heute klingt es etwas fremd,
in Reimen sag ich's, ungehemmt.

Ein Kind ist euch geboren heut',
doch heute, meine lieben Leut',
das ist doch gar nicht wirklich wahr,
es war in einem früher'n Jahr,
rund zweimal tausend liegt's zurück,
ereignet' sich das Bühnenstück,
das alle Jahre, auch noch heut',
erfreut ganz viele Menschenleut'.

Ein Bühnenstück war's dennoch nicht,
als damals kam das göttlich Licht
in diese uns're dunkle Welt
und sie mit Gnad und Lieb' erhellt.

Es kam, ihr wisst es alle längst,
ein Engel, fast wie ein Gespenst,
der machte Angst den Hirten dort,
doch Friede kündete sein Wort.

Er sprach: "Die Furcht soll euch vergeh'n,
Ihr seht des Herren Engel steh'n
an dieser Stell, vom hellen Licht
ist er umstrahlt und gibt Bericht.
Ich künde euch, was alle Welt
am Leben und in Atem hält
es ist ein Wunder, sonderbar,
dass Gott wird Mensch. Nun ist es wahr!

Ihr findet in der kleinen Stadt
die auch 'ne feste Mauer hat,
und gar nicht weit von hier dort steht,
aus der der König David geht,
in Bethlehem, ihr wisst es schon,
den Heiland; er ist Gottes Sohn.
Ihr findet ihn, das ist wohl so,
in Windeln und dazu auf Stroh
in einer Krippe, die sonst meist
dem Ochs' und Esel gibt die Speis."

Kaum ist das letzte Wort verhallt,
da rauscht's fast wie in einem Wald,
in dem der Wind mit Eil und Macht
die äste biegt, fast bis es kracht.

Doch steht hier nicht ein einz'ger Baum,
Es schweben Engel - ist's ein Traum? -
Sie schweben dort in Himmelsruh
und rufen sich einander zu,
was eigentlich schon jeder weiß,
sie singen Gott Lob, Ehr und Preis.
Sie singen, was das Zeug nur hält,
dass Friede sei in uns'rer Welt
bei allen, die ganz fest vertrau'n
und auf die Liebe Gottes bau'n.
Das kam so schnell, und ging sogleich.
Die Hirten waren noch ganz bleich,
doch war es klar, was hier geschah,
so einig war sich jetzt die Schar,
dass Gott was Großes hat getan:
"Das wollen wir uns sehen an."
So sprachen sie und brachen auf,
sie liefen schnell nach dort hinauf
zum Städtchen, das schon mal erwähnt,
in dem nicht Langeweile gähnt,
das vielmehr nun die Heimat ist
von unserm Herren Jesus Christ.

Sie eilten hin und fanden dort
ganz wie es sagt' des Engels Wort,
in einer Kripp' das Kindelein,
ganz frisch gebor'n und winzig klein,
dazu Maria, Josef, und
ein bunter, weiß und schwarzer Hund.
Nun gut, die Bibel weiß es nicht,
ein Hund ist nicht in der Geschicht',
doch Ochs und Esel, ach, wie wahr,
die stellt man auch schon immer dar
wenn man dies Bild vor Augen hält,
so kennt es nun mal alle Welt,
obgleich, das wissen wir ja schon,
mit keiner Silbe, keinem Ton,
ein Ochse wird dabei erwähnt,
- da hat man sich weit rausgelehnt -
und auch ein Esel fehlt total,
so ist's. Drum lasst mir mal die Wahl,
und dazu einen Hund gesell'n
den gibt?s ja auch bei manchen Ställ'n.

Zwar weiß ich, und gewiss auch ihr,
woher es kommt, das Hilfsgetier,
Denn Ochs und Esel sind schon da
vor langer Zeit bei Je-sa-ja.
Sie kennen ihren Herrn genau,
das Volk ist leider gar nicht schlau,
es möchte von Gott gar nichts sehn,
drum diese Worte dort auch stehn.
Und darum hat man gerne dann
den Ochs und Esel hinten dran
und auch mal an die Seit gestellt.
So kennt es, wie gesagt, die Welt.

Die Hirten also sind jetzt da
und sagen gleich der ganzen Schar
was sie gesehen und gehört;
das machte Manche leicht verstört.
Doch eine nahm dies alles auf,
wie die Geschicht' nahm ihren Lauf,
Sie schloss es in ihr Herze ein,
dazu den warmen, hellen Schein,
der ausging von dem Kinde dort,
an diesem fernen, fernen Ort.
Maria war's, das ist schon klar,
sie weiß, dass alles dies ist wahr.

Die Hirten zogen sich zurück
ein ganz beträchtlich großes Stück,
sie gingen raus, erzählten rum
- sie waren nämlich gar nicht dumm -
was Gott der Herr gesaget hat
zu ihnen just in dieser Nacht.

Wir hören die Geschichte gern,
wie alle Menschen nah und fern,
wir hören sie zum Weihnachtsfest,
das war's dann schon in Ost und West.
Wir hören sie, und gehen dann,
erneut an unser Tagwerk ran,
als wär's nur eins von vielen Dingen,
die wir zu einem Abschluss bringen.

Zwar alle Jahre wieder kommt
das Christkind, das uns allen frommt,
doch dann geht alles weiter fort,
man hat gehört das alte Wort,
das schön und lieblich uns erklingt,
und das man tagelang besingt.
Dann wendet man sich ohne Ruh
dem Alltagstrotte wieder zu.

Doch kann's das nicht gewesen sein,
Das Wort lädt uns doch alle ein,
ganz wie die Hirten rauszugeh'n
und zu erzähl'n, was wir geseh'n.

Wohl wahr, die Augen sahen's nicht,
was uns gesagt in der Geschicht',
doch wissen wir genau, wie's war,
so wird?s erzählt zweitausend Jahr.

Der Gottessohn ist Mensch geborn,
damit wir nimmer geh'n verlorn,
wer nur ganz fest auf ihn vertraut,
der hat auf keinen Sand gebaut.
Wer seinen Worten Glauben schenkt,
dem Gott auch seine Schritte lenkt,
und hilft durch manches tiefe Leid.
So macht euch auf und seid bereit!

Sagt's allen Menschen nah und fern,
sagt's fröhlich und zugleich auch gern!
Sagt's immer, frei und ohne Scheu,
denn vielen ist es gänzlich neu.
Sie feiern Weihnacht, weil es schon
für sie ist eine Tradition.
Sie wissen nicht, was da geschah,
was jeder Hirte damals sah,
was unser Herz hat auch gesehn,
wenn wir hier an der Krippe stehn,
Dass Gott uns Menschen alle liebt,
so sehr, dass er den Sohn hingibt.

So geht und sagt es frei heraus,
geht hin und tragt in jedes Haus,
die frohe Botschaft: er macht frei
ein'n jeden von dem Allerlei
der schweren, großen Schuldenlast,
die uns seit Adam ist verpasst.
Die Schuld, die wie ein Schwergewicht
uns endlich zieht vor das Gericht,
wenn wir nicht vorher unser Herz
und dazu den verborg'nen Schmerz
vor diesem Kindlein legen ab
bevor wir sinken in das Grab.

Er nimmt uns auf. Er nimmt auch fort
die Schuld, legt sie an einen Ort,
der vielen stets vor Augen ist:
das Kreuz von unser'm Herren Christ.

Erst wenn wir das erkennen schon
dass Gott gab seinen einz'gen Sohn
an unsrer Stelle in den Tod
und brachte alles in das Lot
damit wir leben für und für
und nicht verschlossen ist die Tür
zu Gottes himmelischem Reich
in das wir ziehen all' sogleich,
wenn hier das Werk vollendet ist.
Das macht für uns der Jesus Christ,
der hier im Kripplein erst noch liegt,
im Arm der Mutter wird gewiegt.

So geht und tragt es weit hinaus
und sagt's in möglichst jedem Haus:
Gott macht heut' alles endlich neu!
So sagt's, geht hin ganz ohne Scheu!

Dann preisen wir auch seinen Namen
und sprechen fröhlich unser "Amen"!

© 2008 - Martin Senftleben

oder

Liebe Gemeinde,
Der Heilige Abend hat schon einen besonderen Zauber. Der Weihnachtsbaum, die Krippe, Kerzenschein, und dann die Kinder, die sich an ihren Geschenken freuen. In einem der Weihnachtslieder von Peter Cornelius heißt es:

Wie schön geschmückt der festliche Raum!
Die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit, o seliger Traum!
Die Mutter sitzt in der Kinder Kreis,
nun schweiget alles auf ihr Geheiß:
Sie singet des Christkinds Lob und Preis.
Und rings, vom Weihnachtsbaum erhellt,
ist schön in Bildern aufgestellt
des heiligen Buches Palmenwelt.
Die Kinder schauen der Bilder Pracht
und haben wohl des Singens acht,
das tönt so süß in der Weihenacht!
O glücklicher Kreis im festlichen Raum!
O goldne Lichter am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!


Es ist eine wunderbare, zu Herzen gehende Idylle, die dieses Lied beschreibt, und tatsächlich vermittelt das Christfest in vielen Menschen solche sentimentalen Gefühle. O fröhliche Zeit! O seliger Traum!
Leider bleibt es für viele Menschen ein Traum. Das Geschehen der Christnacht verbindet sich mit solchen Gefühlen, es versetzt uns in eine Welt der Erinnerungen, aber nicht die Erinnerung an das, was Gott für uns tat, sondern die Erinnerung an das, was wir als Kinder erlebt haben. So schön und gut das ist: es ist nicht genug.
Ich möchte darum noch einen Text vortragen, der die Idylle des Kindes in der Krippe in ein anderes Licht rückt. Er stammt von dem Kirchenvater Hieronymus, der im vierten Jahrhundert lebte. Er schreibt:

So oft ich diesen Ort, die Krippe, anschaue, hat mein Herz ein süßes Gespräch mit dem Kindlein Jesus.
Ich sage:
Ach, Herr Jesus, wie zitterst du, wie hart liegst du um meiner Seligkeit willen! Wie soll ich dies vergelten?
Da dünkt mich, wie das Kind antwortet:
Nichts begehre ich, lieber Hieronymus, als singe: Ehre sei Gott in der Höhe! Lass dir's nur lieb sein: Ich will noch dürftiger werden im Ölgarten und am heiligen Kreuz.
Ich spreche weiter:
Liebes Jesulein, ich muss dir was geben, ich will dir all mein Geld geben.
Das Kind antwortet:
Ist doch zuvor Himmel und Erde mein. Ich bedarf's nicht, gib's armen Leuten! Das will ich annehmen, als wär mir's selber widerfahren.
Ich rede weiter:
Liebes Jesulein, ich will's gerne tun, aber ich muss dir auch für deine Person etwas geben oder ich muss vor Leid sterben.
Das Kindlein antwortet:
Lieber Hieronymus, weil du ja so kostfrei bist, so will ich dir sagen, was du mir geben sollst. Gib her deine Sünde, dein böses Gewissen und deine Verdammnis.
Ich spreche:
Was willst du damit machen?
Das Jesuskind sagt:
Ich will's auf meine Schultern nehmen, das soll meine Herrschaft und herrliche Tat sein, wie Jesaja vorzeiten geredet hat, dass ich deine Sünde will tragen und wegtragen.
Da fange ich an bitterlich zu weinen und sage:
Kindlein, liebes Kindlein, wie hast du mir das Herz gerührt! Ich dachte, du wolltest was Gutes haben, so willst du alles, was bei mir böse ist, haben. Nimm hin, was mein ist! Gib mir, was dein ist! so bin ich der Sünde los und des ewigen Lebens gewiss.


Auch in diesem Zwiegespräch erleben wir sentimentale Gefühle, aber es ist doch etwas anderes. Es geht nicht um die Erinnerung an glückselige Kindheit. Wir sehen nicht das liebliche Kindlein in der Krippe, sondern wir erkennen schon deutlich das Kreuz, das über der Krippe errichtet ist. Über der Erkenntnis dieses Kreuzes ist Hieronymus zu Tränen gerührt.
Denn wir erkennen, dass dieses Kreuz das Geschenk ist, das Gott uns macht. Alle Schuld wird von uns genommen, die Sünde ist vergeben. Darum wurde Gott Mensch.
Von unserer Seite ist nicht viel zu tun, außer zu glauben. Und da ist solch ein Glaube, wie ihn Hieronymus in dem Zwiegespräch zum Ausdruck bringt, gerade richtig.
Jochen Klepper, der schon vor einer Woche zu Wort kam, hat das, was Hieronymus uns beschreibt, in einem Lied, das er 1938 geschrieben hat, zum Ausdruck gebracht:

Du Kind, zu dieser heil'gen Zeit (EG 50) 1) Du Kind, zu dieser heil'gen Zeit
gedenken wir auch an dein Leid,
das wir zu dieser späten Nacht
durch unsre Schuld auf dich gebracht.
Kyrieleison, Kyrieleison


In dieser ersten Strophe kommt das zum Ausdruck, was Hieronymus auch deutlich macht: Gott wird Mensch, damit er unsere Schuld auf sich nimmt. Wenn wir es so betrachten, bleibt nicht viel von der so schönen und verzaubernden Szene im Stall. Und dennoch: es ist eine heilige Zeit, eine besondere Zeit, der Gott selbst eine besondere Rolle zuordnet.

2) Die Welt ist heut voll Freudenhall.
Du aber liegst im armen Stall.
Dein Urteilsspruch ist längst gefällt,
das Kreuz ist dir schon aufgestellt.
Kyrieleison, Kyrieleison


Ja, wir wollen und dürfen uns freuen, aber wir sollen nicht vergessen, dass das Kreuz schon steht; die Geburt Jesu wäre nichts, wenn nicht auch das Kreuz wäre. Die Freude, mit der wir unsere Lieder singen, ist in dem begründet, was auf Golgatha geschieht.

3) Die Welt liegt heut im Freudenlicht.
Dein aber harret das Gericht.
Dein Elend wendet keiner ab.
Vor deiner Krippe gähnt das Grab.
Kyrieleison, Kyrieleison


Vielleicht stutzt der eine oder die andere: Für Jesus soll es ein Gericht geben? Gemeint ist nicht das Gericht, das wir alle erwarten müssen, wenn wir vor den Richterstuhl Gottes treten, sondern gemeint ist das Gericht der Menschen, die über den Sohn Gottes den Stab brechen. Schuldig der unergründlichen Liebe und Barmherzigkeit, die die Menschen immer wieder in den Wahnsinn treibt, weil sie solche Liebe nicht ertragen können oder wollen.

4) Die Welt ist heut an Liedern reich.
Dich aber bettet keiner weich
und singt dich ein zu lindem Schlaf.
Wir häuften auf dich unsre Straf.
Kyrieleison, Kyrieleison


Unsere Strafe lastet auf ihm. Auch das wird in unseren Liedern immer wieder anklingen, die wir dann aber doch voll Freude singen.
5) Wenn wir mit dir einst auferstehn
und dich von Angesichte sehn,
dann erst ist ohne Bitterkeit
das Herz uns zum Gesange weit.
Hosianna, Hosianna.


...Wenn wir mit dir einst auferstehn und dich von Angesichte sehn, dann erst ist ohne Bitterkeit das Herz uns zum Gesange weit. Hosianna.
In der Christnacht wird die Osternacht wach. Geburt, Kreuz und Auferstehung – sie gehören zusammen. Wenn wir das Kind in der Krippe nicht verniedlichen, sondern seine gesamte Geschichte sehen und für uns durch den Glauben in Anspruch nehmen, dann wird dies eine heilige Nacht – eine Nacht, die uns das Heil bringt.
Amen

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Liedvorschläge zur Predigt:
Dein Krippen glänzt hell und klar (EG 4, 4-5)
Vom Himmel hoch, da komm ich her (EG 24)
Ehre sei Gott in der Höhe (EG 26)
Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich (EG 27)
Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37)
Kommt und lasst uns Christum ehren (EG 39)
Dies ist die Nacht, da mir erschienen (EG 40)
Kommet, ihr Hirten (EG 48)
Was soll das bedeuten (HE-EG 539)
Stern über Bethlehem (NB-EG 544/HE-EG 542)