das Kirchenjahr

1. Sonntag nach Trinitatis

Apostel und Propheten

Predigtanregung

Der 1. Sonntag nach Trinitatis hat die Apostel und Propheten zum Thema. Gott sendet und wählt einzelne Personen, die er mit einem Auftrag ausstattet. Diese Personen sollen Gottes Botschaft weitertragen. Oft ist diese nicht einfach, sondern anstössig, so dass die Personen immer wieder auf Widerstand stoßen. Dennoch oder eher gerade deswegen gehören Apostel und Propheten zum Gesamtbild des christlichen Glaubens, denn sie helfen, sich auf Gottes Willen zu besinnen. Allerdings muss man sich hüten vor „falschen Propheten”, die den Glauben an die Existenz solcher Menschen mißbrauchen und schamlos ausnutzen.

Klicken Sie hier für die Anregungen für alle Predigtreihen (soweit vorhanden)

II - Apg 4, 32-37

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.
36Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Viele sind der Ansicht, dass mit diesem Text ein Idealbild gemalt wird, das auch damals kurz nach Entstehung der ersten christlichen Gemeinde nicht der Realität entsprach. Ob das wirklich so ist, lässt sich nicht feststellen. Ich möchte gerne davon ausgehen, dass es so war, wie es hier dargestellt wird. Denn auch wenn es nur ein nicht erreichtes Ideal ist, so ist es doch ein erstrebenswertes Ideal. Oder nicht? Es liegt der Vergleich mit den Idealen des Kommunismus nahe, die nie erreicht wurden. Warum sollte es unter Christen anders sein? Ich möchte gegenfragen: Warum sollte es unter Christen nicht anders sein?
Es wird eine Gemeinde vorgestellt, in der niemand übervorteilt, in der jede Person in gleicher Weise geachtet und respektiert wird. Es gibt heute viele geistliche Gemeinschaften, die versuchen, nach diesem Ideal zu leben, und es auch mehr oder weniger gut schaffen. Fast allen ist die Gütergemeinschaft vertraut als die Basis einer Gemeinschaft, in der niemand hungert, aber auch niemand übermäßig viel besitzt. Es ist also möglich, dieses Ideal zu leben. Und wenn es praktisch nicht umsetzbar ist, weil niemand da ist, der mitmacht, dann kann man wenigstens versuchen, für sich so zu leben und seine Mitchristen nicht aus dem Blick zu lassen.
So kann für die Predigt gelten:

  • Vermitteln, dass christlicher Glaube nie nur Privatsache ist
  • Vermitteln, dass der Wert eines Menschen sich nicht durch seinen Besitz definiert, sondern durch seine Bereitschaft, die Nöte seiner Mitmenschen zu erkennen und ihnen abzuhelfen, soweit es ihm möglich ist
  • Vermitteln, dass Christsein die Verheißung beinhaltet, zu einer Gemeinschaft zu gehören, in der alle füreinander da sind.

Da es in unserer Gesellschaft ein geringes Gefälle und ein sehr gutes soziales Sicherungsnetz gibt, empfehle ich, den Blick auf Christen in Entwicklungsländern zu lenken, die genauso zur christlichen Kirche gehören wie wir. Hier kann es sinnvoll sein, den Blick auf Organisationen zu lenken, die sich der Förderung und Unterstützung der Menschen in solchen Ländern widmen, wie etwa Brot für die Welt oder die Kindernothilfe. Hier muss man allerdings ehrlicherweise auch darauf hinweisen, dass sich deren Hilfe über die Grenzen der christlichen Gemeinde hinaus ausdehnt. Eine Organisation, die sich Christen zuwendet, die in Unterdrückung und Verfolgung leben und deswegen oft um ihre Existenz bangen müssen, ist z.B. Open Doors.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird darin erkennbar, dass hier die Kirche der apostolischen Zeit sichtbar wird. In der Schilderung wird die Frucht der Verkündigung der Apostel erkennbar.

Liedvorschläge:

Herz und Herz vereint zusammen (EG 251)
O dass doch bald dein Feuer brennte (EG 255)
Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt (EG 413)



Buchempfehlungen:
  • Gottesdienstpraxis, Serie A, II/2Wenn sie auf diesen Link klicken, verlassen Sie diese Webseite und werden zu Amazon weitergeleitet! Durch den Kauf bei Amazon unterstützen Sie die Weiterentwicklung dieser Webseite!
    . Estomihi bis Kantate 2026 - Mit CD-ROM v. Sigrun Welke-Holtmann (Hg.). Gütersloher Verlagshaus 2026, 160 S. - 1. Auflage.
    mit CD-ROM! Die Gottesdienstpraxis Serie A ist die Arbeitshilfe zur Vorbereitung und Gestaltung von Gottesdiensten. Pfarrerinnen und Pfarrer erhalten damit vielfältige Materialien und Anregungen, Formulierungshilfen und Aktionsideen. Die zugehörige CD-ROM ermöglicht die individuelle Weiterbearbeitung der Texte, so dass jede Predigt eine ganz persönliche Ansprache der Gottesdienstbesucher erlaubt.
  • Predigtstudien II/1 für das Kirchenjahr 2025/2026Wenn sie auf diesen Link klicken, verlassen Sie diese Webseite und werden zu Amazon weitergeleitet! Durch den Kauf bei Amazon unterstützen Sie die Weiterentwicklung dieser Webseite!
    . Perikopenreihe II, 1. Halbband, vom 1. Advent bis Rogate v. Birgit Weyel, Johann Hinrich Claussen, Wilfried Engemann (Hg.) u.a.. Kreuz-Verlag 2025, 272 S. - 1. Auflage.
    Eine gute Predigt lebt davon, den vorgegebenen Bibeltext in die Sprache der Menschen heute zu übersetzen. Seit mehr als 50 Jahren sind die Predigtstudien bei dieser Herausforderung ein unverzichtbares Hilfsmittel. Jeder Predigttext wird jeweils von zwei Autoren im Dialog bearbeitet.
Weitere Buchvorschläge rund um den Gottesdienst...