das Kirchenjahr

1. Sonntag nach dem Christfest

Der Heiland der Völker

Predigtanregung

Am 1. Sonntag nach dem Christfest steht Simeon, der auf den "Trost Israels" wartet, im Vordergrund. Er erkennt in Jesus, dem Baby, das im Zusammenhang mit der Reinigung Marias (s. Lev 12) und seiner Darstellung bzw. Auslösung (Ex 13) zum Tempel gebracht wird, den Heiland, und spricht: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Diese Worte deuten auf die Weissagung hin, die ihm zuvor vom Heiligen Geist gemacht worden war, dass er nicht sterben würde, bevor den Messias gesehen hätte. Durch seine Person wird deutlich, dass das Warten ein Ende hat; alles ist erfüllt, was die Propheten vom Messias gesagt haben.

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III - Lk 2, (22-24) 25-38 (39-40)

Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, 23 wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2. Mose 13,2.15): «Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen», 24 und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: «ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben» (3. Mose 12,6-8). 25 Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war mit ihm. 26 Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. 27 Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, 28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: 29 Herr, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; 30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, 31 den du bereitet hast vor allen Völkern, 32 ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. 33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. 34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird 35 - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. 36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, 37 und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38 Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39 Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. 40 Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm.

Anregung folgt später

Liedvorschläge zur Predigt:

Es kommt ein Schiff, geladen (EG 8)
Gott sei Dank durch alle Welt (EG 12)
Nun singet und seid froh (EG 35)
Wunderbarer Gnadenthron (EG 38)
Jesus ist kommen (EG 66)
Im Frieden dein, o Herre mein (EG 222, 1.3)
Ja, ich will euch tragen (EG 380)
Mit Fried und Freud fahr ich dahin (EG 519)
Wenn mein Stündlein vorhanden ist (EG 522)
Herr, wir stehen Hand in Hand (NB-EG 602)

Fürbittengebet

Herr, allmächtiger Gott, immer wieder offenbarst du dich uns Menschen, auf ganz unterschiedliche Weise. Hilf uns, dass wir dich erkennen und nicht achtlos an dir vorübergehen. Wir bitten dich:
Offenbare dich den Menschen, die in Politik und Wirtschaft Verantwortung tragen, damit sie erkennen, dass Geld zum Leben nicht ausreicht.
Offenbare dich den Menschen, die glauben, alles selbst und ohne Hilfe schaffen zu können, damit sie erkennen, dass ohne Liebe alles Bemühen vergeblich ist.
Offenbare dich den Menschen, die einsam sind und verbittert, damit sie erkennen, dass du niemanden alleine lässt, sondern einem jeden von uns nahe sein willst.
Offenbare dich den Menschen, die alt geworden sind und sich unnütz vorkommen, damit sie erkennen, dass sie wert geachtet sind vor dir.
Offenbare dich den Kranken und Schwachen, damit sie erkennen, dass du ihr Heil bist.
Offenbare dich den Menschen, die Krieg und Verfolgung betreiben, damit sie erkennen, dass du Frieden willst und jedem deinen Schutz gewährst.
Offenbare dich den Menschen, die durch Krieg oder Verfolgung ihre Existenzgrundlage verloren haben, damit sie erkennen, dass du für sie da bist und ihnen zum Leben verhilfst.
Offenbare dich den Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun, damit sie erkennen, dass Schuld nicht ungesühnt bleibt.
Offenbare dich den Menschen, die nicht mehr vergeben können, damit sie erkennen, dass du die Liebe bist.
Offenbare dich - auch durch uns - damit die Welt erkennt: du bist, und du kommst. Ja, komm bald, Herr Jesus!
Amen
oder
Himmlischer Vater, wir warten auf deinen Heiland, und doch haben wir ihn schon gesehen. Wir danken dir, dass du in unsere Welt gekommen, dass du Mensch geworden bist, um unsere Not und unser Elend zu teilen, aber auch, um uns deinen Willen für uns zu offenbaren. Wir bitten dich: erfülle uns mit der Gewissheit, dass du dein Werk vollenden wirst, damit wir den Mut nicht verlieren, weiter an deinem Reich zu bauen. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich... (EG 178.11)
Wir bitten dich für all die Regierungen, die in Kriege verwickelt sind: lass sie erkennen, dass ihr Handeln niemandem nützt, sondern vielmehr unzählige Menschen ins Elend stürzt. Die einzige Gewinnerin eines jeden Krieges ist die Rüstungsindustrie, die zu einem guten Teil in unserem eigenen Land angesiedelt ist. Wir bitten dich: vergib uns, dass wor so gerne wegschauen, und zeige uns Wege, wie wir sinnvoll für den Frieden eintreten können. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich... (EG 178.11)
Wir bitten dich für alle die, die nur darauf bedacht sind, das Billigste einzukaufen, und dabei ganz vergessen, dass dadurch für die Produzenten zu wenig übrig bleibt und sie sich verschulden müssen, so dass sie am Ende alles verlieren. Vergib uns, wo wir selbst diesem Wahn verfallen sind, und hilf uns, für eine gerechtere Welt einzutreten, in der nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich... (EG 178.11)
Wir bitten dich für alle die, die im Überfluss leben: lass sie erkennen, dass ihr Überfluss auf dem Rücken der hungernden Bevölkerung dieser Welt entstanden ist. Vergib uns, die wir selbst diesen Überfluss genießen, und zeige uns gute Wege, um denen zu helfen, die in Hunger und Armut leben. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich... (EG 178.11)
Wir bitten dich für alle die, die unter Krankheiten leiden oder die im Sterben liegen. Lass sie deinen Heiland sehen, damit sie den Frieden erfahren, den du für sie bereit hältst. Mache uns zu Boten deines Friedens. Wir rufen zu dir:
Gem: Herr, erbarme dich... (EG 178.11)
Wir warten auf deinen Heiland, Herr, und wir haben ihn doch schon gesehen. Dafür loben und preisen wir dich, denn dir allein gebührt Ruhm und Ehre in Ewigkeit.
Amen



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