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17. Sonntag nach Trinitatis
Sieghafter Glaube - Predigtanregungen

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum "Erfolg" führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt.

Zu den Perikopen

  1. Jos 2, 1-21

    folgt später

  2. Mt 15, 21-28

    folgt später

  3. Röm 10, 9-17(18)

    folgt später

  4. Jes 49, 1-6 (s. Reihe III an Lichtmess)

    Es spricht der Prophet, auch wenn er sich in der Rolle als Vertreter Israels zu sehen scheint (s. Vers 3). Diese Anrede in Vers 3 ist unpassend, sie müsste eigentlich anders lauten, es sei denn, der Name des Propheten ist "Israel".
    Klar geht aus den ersten Versen hervor, dass der Prophet eine Kampfansage Gottes ist. Gott will jetzt durch den Propheten Klartext reden. Er steht unter dem Schutz Gottes und dient dazu, Vernichtung zu bringen.
    Der Knecht kann dem Ruf Gottes nicht ohne Weiteres folgen. Er sieht keine Frucht seiner Verkündigung, alles ist vergebliche Müh (Vers 4). Aber Gott stellt ihn vor eine große Aufgabe: Jakob - das Volk Israel - zurückzubringen zu Gott, darüber hinaus aber das Licht der Heiden zu werden, also derer, die nicht zum Volk Israel gehören. Es scheint fast, dass es dem Propheten nun zu viel wird - er will am liebsten nicht mehr angesichts dieser großen Verantwortung. Aber diese Gemütsregung wird nur zwischen den Zeilen erkennbar, denn danach folgt ja sogleich die erste Verkündigung.
    Dieser Abschnitt wurde gerne auf Jesus hin gedeutet - darüber sind wir wohl aber hinweg. Den Prediger an die Stelle des Propheten zu setzen, wäre sicherlich verfehlt und würde ganz gewiss als Anmaßung empfunden.
    Angebracht wäre auf jeden Fall eine Darstellung der Situation des Propheten und ein deutlicher Hinweis darauf, dass dieses Wort in eine bestimmte Zeit hineingesprochen wurde. Eine Aktualisierung verbietet sich daher im Grunde.
    Fragen darf man freilich, ob dieses Wort schon seine Erfüllung gefunden hat. Immerhin sind die Zerstreuten Israels wieder zusammengebracht. Auch ist aus dem Volk Israel das "Licht der Heiden" hervorgegangen - bis an die Enden der Erde (s. Apg 1,8).
    Eine weitere Möglichkeit wäre, über das Prophetenamt schlechthin nachzudenken. Offenbar rüstet Gott Menschen mit einer nicht unerheblichen Vollmacht aus oder benutzt sie, um zugleich strafend (V. 2) als auch errettend (V. 6) wirksam zu werden.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang legt allerdings nahe, einen anderen Ansatzpunkt zu suchen. Es geht ja an diesem Sonntag um "sieghaften Glauben", d.h. also um die Art und Weise, wie sich der Glaube beweist, nämlich im Triumph über alle die Mächte, die die Gerechtigkeit Gottes zerstören wollen. Dann wäre nur zu fragen: ist hier der Glaube des Propheten oder der Glaube Jakobs, also des Volkes Israel, angesprochen? Ich denke, dass es der Glaube des Propheten ist: er sieht zwar, dass alles, was er tut, vergeblich ist, stellt sich aber dennoch unter den Willen Gottes und erfüllt seinen Auftrag. Dadurch wird er sieghaft, indem er glaubend (vertrauend) Gottes Auftrag erfüllt, trotz aller Hindernisse.
    Dass der Glaube des Propheten sieghaft ist, erkennen wir an zweierlei: unserer eigenen Existenz im Lichte Gottes und der Tatsache, dass das jüdische Volk wieder zusammengebracht wird. Freilich ist dieser Sieg noch nicht vollständig, wie man leicht aus eigener Erfahrung erkennen kann. Die Predigt könnte versuchen, aufzuzeigen, was noch fehlt...

  5. Mk 9, 17-27

    Zu leichtfertig vielleicht wird dieser Text als "Essay" über den Glauben wahregenommen. Dabei gibt es einige Unschlüssigkeiten: Jesus sagt wohl, dass alles möglich ist dem, der da glaubt, und wenig später sagt er zu seinen Jüngern, dass diese Art von Geist nur durch Gebet ausgetrieben werden könne, was er nun widerum nicht getan hatte. Vielmehr hat Jesus dem Geist befohlen, auszufahren. Auch ist die Motivation der Handlung nicht der Glaube des Vaters des Jungen, sondern die Menge, die näherkommt und vor der sich Jesus nach dem Duktus des "Messiasgeheimnis" (noch) nicht offenbaren will. Plötzlich spielt der Dialog zwischen Jesus und dem Vater überhaupt keine Rolle mehr, und Jesus tut doch, was der Vater von ihm will: wenn du etwas kannst, hilf uns. Und Jesus kann, natürlich. Nur: er hat da eben noch einen Satz gesagt, den er wenig später gleich widerlegt, nämlich: "alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt".
    Die Frage der Jünger wird dementsprechend unbefriedigend beantwortet, denn selbst Jesus liegt es fern, ihnen den Glauben abzusprechen. Er weiß, dass sie glauben, und deswegen sucht er nun eine andere Erklärung dafür, dass sie diesen Geist nicht austreiben konnten. D.h., eigentlich sucht ja der Verfasser, Markus, nach dieser Erklärung. Matthäus hat in seiner Fassung den Glauben besser "verpackt", und es sind die Jünger, die kleingläubig sind, d.h. nicht genug Glauben haben. Lukas lässt die Frage nach dem Glauben dann ganz weg. Es bleibt natürlich zu fragen, ob nicht vielleicht auch hier die Jünger gemeint sind, wenn Jesus auf die Feststellung, dass sie den Geist nicht austreiben konnten, mit den Worten reagiert: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Es ist aber auch denkbar, dass er hiermit die Menge anspricht, die ohnehin schon da ist.
    Fest steht: die Perikope ist aus ihrem Zusammenhang gerissen. Die Verse 14-16 gehören eindeutig dazu, leiten aber über von der vorherigen Erzählung von der Verklärung, so dass es etwas schwierig ist, diese Worte in die Perikope einzubeziehen. Eine kurze Einführung, die den Zusammenhang verdeutlicht, wäre bei der Verlesung des Predigttextes angebracht. Bei der Betrachtung dieser Einleitung wird dann aber auch schon deutlicher, worum es geht: offensichtlich kam der Vater mit seinem Sohn zu den Jüngern, als Jesus gerade verklärt wurde auf dem Berg. Die Jünger gerieten evtl. in Streit mit den Schriftgelehrten, weil sie sich die Austreibung nicht zutrauten. Es ist möglich, dass sie keinen Versuch gemacht haben, sondern dass die Schriftgelehrten sie schon daran gehindert hatten mit dem Verweis auf bestimmte Bibelstellen. Dann würde sich Jesus wohl an die Schriftgelehrten wenden, wenn er vom ungläubigen Geschlecht redet.
    Wichtig ist für die Perikope zweifellos Jesu Frage: "Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen?" Auch wenn es offensichtlich scheint, warum er diese Aussage macht, könnte ich nicht mit Bestimmtheit sagen, dass der Grund im fehlenden Glauben der ihn umringenden Menge liegt. Vielleicht aber doch: dann würde er aber mit Glauben nicht den Glauben an ihn, sondern an Gott als den Schöpfer aller Dinge meinen, denn er richtet sich ja wohl doch auch an die Schriftgelehrten.
    Bei Markus nimmt der Vater des "besessenen" Jungen, dessen Symptome übrigens auf Epilepsie hinweisen, eine bedeutende Stellung mit der Aussage ein: "Kannst du was, dann erbarme dich unser und hilf uns." Das ist eine ganz schöne Anmaßung, auf die Jesus dann auch sofort reagiert mit der fatalen Äußerung: "alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt." Fatal deswegen, weil er später ja widerspricht bzw. die Aussage relativiert.
    Es gibt verschiedene Ansatzpunkte für die Predigt. Vom kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang her muss man wohl, auch wenn es eigentlich nicht der optimale Text ist, die Worte über den Glauben in den Mittelpunkt stellen. Dann wäre das Verhalten des Vaters auf die Worte Jesu hin beachtenswert: er unterwirft sich sofort den Worten Jesu und sagt "Ich glaube; hilf meinem Unglauben". Diese Worte signalisieren, dass der Glaube eben nicht perfekt ist, dass er Grenzen hat, menschliche Grenzen, die nur mit Gottes Hilfe überwunden werden können. Also entstehen durch Glauben keine Supermänner, sondern Menschen, die im Vertrauen auf Gott und mit Gottes Hilfe "alles" vermögen. Und wenn wir den Beweis schuldig bleiben, dürfen wir vielleicht auch die ersten Worte Jesu anführen: "O du ungläubiges Geschlecht..." Wir trauen es auch Gott nicht zu, dass er solche Wunder vollbringen könnte.

  6. Gal 3, 26-29

    folgt später



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  • Zuletzt überarbeitet: 03 November 2018
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