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Pfingstsonntag
Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes
Ausgießung des Heiligen Geistes - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Predigten

Im Hauptgottesdienst kann das Te Deum (EG 191) gesungen werden. Es kann z.B. an die Stelle des Gloria in excelsis Deo treten.

III - Joh 16, 5-15
Rev. 2014: Joh 14, 15-19(20-23a)23b-27 (Evangeliumslesung)

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? 6 Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; 9 über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10 über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; 11 über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. 15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Joh 14, 15-19(20-23a)23b-27 (Evangeliumslesung)
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
18 Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19 Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben. 20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 21 Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
22 Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.
25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26 Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
27 Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

In diesem Text aus den Abschiedsreden Jesu wird die Verbindung zum Pfingstfest schön deutlich: wenn Jesus nicht geht, kann er den Paraklet, den Tröster, nicht senden. Der Tröster wird dann aber der Welt die Augen auftun, und dann folgen geladene dogmatische Sätze, die jeder einzeln eine Predigt wert ist.
Die Gliederung in 3 Stichworte: Sünde - Gerechtigkeit - Gericht lädt dazu ein, die Predigt ebenso zu gestalten. Dabei darf man aber das Evangelium nicht aus den Augen verloren: das Gericht wird nicht über uns verhängt, sondern über den Fürsten dieser Welt! Wie leicht kann man von dort unsere eigene Sündhaftigkeit wieder in den Vordergrund stellen, während doch das Gercht über den Fürsten der Welt uns frei macht von seiner Macht!
Dennoch bleibt die 3-Gliederung schwierig, sollte sie als Gerüst für die Predigt verwendet werden, denn die Definitionen von Sünde und Gerechtigkeit sind alles andere als leicht nachvollziehbar. Wenn Nicht-Glaube mit Sünde gleichzusetzen ist, muss man dann gleich jeden, der kein öffentliches Bekenntnis abzulegen bereit ist, verdammen? Wohl kaum - dies wäre auch zutiefst unevangelisch. Wie definiert man dann Glaube? Die Definition von Gerechtigkeit ist noch schwieriger zu verstehen, denn sie bezieht sich nicht auf irgendein aktives Handeln, sei es des Menschen oder am Menschen, sondern einfach auf die Tatsache, dass Jesus zum Vater geht und hinfort nicht mehr gesehen werden kann. Ist vielleicht nur der erste Teil des Satzes die Definition von "Gerechtigkeit"? Es bleibt die Frage, wie Jesu Gang zum Vater Gerechtigkeit darstellt. Vielleicht, dass er nun zu Gericht sitzt? Oder dass damit der Heilsplan Gottes erfüllt wird und so Gottes Gerechtigkeit zum Zuge kommt? Hier kann allenfalls spekuliert werden.
Es fällt auf, dass dieser ersten Handlung des Geistes, die sich offenbar auf diese Welt in ihrer Sündhaftigkeit bezieht, eine zweite folgt, die nun direkt und scheinbar exklusiv an die Jünger gerichtet ist: Er wird die Jünger in die Wahrheit leiten. Die nachfolgenden Erläuterungen in den Versen 13b-15 scheinen dann eher dazu angetan zu sein, einer Trinitätslehre als Basis zu dienen; sie führen nicht weiter aus, was mit Wahrheit gemeint ist oder wie der Tröster nun diese Wahrheit vermitteln wird. Es wird nur dargelegt, wie er sie bekommt, um sie weiter vermitteln zu können.
Es wird nun aber deutlich, dass der Tröster nach diesem Text zwei Funktionen hat: den Menschen, die nicht an Jesus glauben, die Augen zu öffnen und sie zu Jesus zu führen; und die Jünger durch die Wahrheit zu Boten der Wahrheit zu machen.
Wie können diese Aussagen nun aber so fruchtbar gemacht werden, dass sie der Freude des Pfingstfestes über die Nähe Gottes entsprechen? Zunächst einmal kann wiederholt werden, dass das Gericht über den Fürsten dieser Welt erfolgt ist. Eine tolle Aussage, gerade angesichts der Tatsache, dass alles Übel dieser Welt immer noch so aktiv wie eh und je zu sein scheint. Wie aber sähe diese Welt aus, wenn es Christus nicht gäbe? Würde die Menschheit überhaupt noch existieren? Es sind da Menschen, die sich vom Fürsten dieser Welt nicht mehr leiten lassen. Der Fürst der Welt hat in der Tat die Macht verloren für die, die sich zu Jesus wenden. Sie brauchen sich nicht mehr in einem Teufelskreis gefangen nehmen lassen.
Das zweite ist die Zusage der Wahrheit. Auch wenn diese manchmal schwer erträglich ist, hier ist es die Wahrheit über den Sohn Gottes, der der Herrscher der Welt ist, und damit eine frohe Botschaft! Der Tröster kommt zu uns, um uns vom Abschiedsschmerz zu erlösen, nicht um uns erneut zu quälen. Er wird uns leiten, auch wenn wir es nicht explizit spüren.

Liedvorschläge zur Predigt:

Komm, Heiliger Geist (EG 125)
, Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist (EG 126)
Freut euch, ihr Christen alle (EG 129)
O Heilger Geist, kehr bei uns ein (EG 130)
Ihr werdet die Kraft (EG 132)
Zieh ein zu deinen Toren (EG 133)
O komm, du Geist der Wahrheit (EG 136)
Herr, mach uns stark (EG 154)
Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179)
O dass doch bald dein Feuer brennte (EG 255)
zu Joh 14, 15-19(20-23a)23b-27
Jesus lebt, mit ihm auch ich (EG 115)
Komm, Heiliger Geist, Herre Gott (EG 125)
O Heilger Geist, kehr bei uns ein (EG 130)
Komm, o komm, du Geist des Lebens (EG 134)
O komm, du Geist der Wahrheit (EG 136)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

  • Gottesdienstpraxis Serie B. Sommergottesdienste v. Christian Schwarz (Hg.). Gütersloher Verlagshaus 2014, 160 S. - 1. Auflage.

  • Zuletzt überarbeitet: 26 Mai 2015
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    Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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