Der Name des Sonntags Palmarum leitet sich ab von dem Brauch, den König
oder Feldherrn bei seinem Einzug in die Stadt Palmzweige schwingend und jubelnd
zu begrüßen. Dieser Brauch wurde auch geübt, als Jesus in Jerusalem
einzog. Allerdings erwartete man in ihm einen anderen König, nicht den, der
sich am Kreuz offenbaren würde.
Der Sonntag Palmarum bedenkt den Einzug Jesu in
Jerusalem. Zu diesem Zeitpunkt wird er noch als König gefeiert, wenig später
wenden sich alle von ihm, selbst seine Jünger. Das Thema stellt uns als Gemeinde
vor die Frage, wie wir diesen König heute empfangen. Wenden wir uns auch wieder
von ihm ab, sobald die Stimmung der Menge umschlägt? Ist unsere Begeisterung
nur eine Eintagsfliege? Sind wir treu? Können wir treuer sein als die Jünger?
Ist nicht unser Christsein oft auch schon sehr ähnlich dem der Pharisäer
und Schriftgelehrten, die letztlch Jesus verdammten? Diese Fragen gilt es zu bedenken. Zu den Perikopen- Joh 12, 12-19
Präfamen: Jesus zieht als König ein, und wird als solcher von allem Volk bejubelt. Und doch ist er schnell wieder vergessen, sobald er aus dem Blick gerät.
Bei seiner Verurteilung denkt niemand mehr daran, dass ihm noch wenige Tage zuvor laut zugejubelt wurde. Dabei hat er nichts getan, was diese Strafe
rechtfertigt. Das Volk dreht sich nach dem Wind. So hört, wie Johannes im 12. Kapitel seines Evangeliums den Einzug Jesu in Jerusalem beschreibt: Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13 nahmen sie
Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): "15 Fürchte dich nicht, du
Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen." 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als
Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, daß dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. 17 Das Volk aber,
das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die
Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, daß ihr nichts
ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. Predigtanregung - Phil 2, 5-11
Präfamen: Der Christushymnus im 2. Kapitel des Philipperbriefes singt von der Erniedrigung und Erhöhung unseres Herrn Jesus Christus. Weil er durch
sein Leid die Menschheit von aller Sünde befreit hat, darum sollen alle Menschen auf Erden sich vor ihm verneigen. Er ist der Herr, er ist der Richter, der
kommen wird, um über uns das Urteil zu fällen. Ihn wollen wir loben in der Gemeinde der Gerechten - gerecht durch seinen Tod. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: 6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht
für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der
Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tod, ja zum Tode am Kreuz.
9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich
beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus
Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Predigtanregung - Mk 14, 3-9
Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen
und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem
und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein
Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander:
Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte
dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können
und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus
aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes
Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch,
und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im voraus gesalbt
für mein Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch:
Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem
Gedächtnis, was sie jetzt getan hat. Predigtanregung - Jes 50, 4-9
Präfamen: Wer in Not und Elend ist, wer geschlagen und gefoltert wird, ohne dass es dafür einen Grund gäbe, muss sich irgendwo festhalten
können, um nicht zu verbittern und im Hass unter zu gehen. Gott lässt Menschen, denen es so geht, nicht allein. Wohl befreit er sie nicht von ihrem
Leid, doch bleibt er ihnen nahe. Er will ihr Halt und ihr Schutz sein. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man auch seinen schlimmsten
Peinigern widerstehen. So hört, was der Prophet Jesaja im 50. Kapitel seines Buches schreibt: Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger
haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen
weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
5 Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam
und weiche nicht zurück. 6 Ich bot meinen Rücken
dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht
verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. 7 Aber Gott
der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht
hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden
werde. 8 Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will
mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten?
Der komme her zu mir! 9 Siehe, Gott der HERR hilft mir;
wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten
fressen. Predigtanregung - Joh 17, 1 (2-5) 6-8
Joh 17, 1-8 (W)So redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach:
Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche;
2 denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er
das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. 3 Das
ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und
den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 4 Ich habe
dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit
ich es tue. 5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei
dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der
Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein
Wort bewahrt. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du
mir gegeben hast, von dir kommt. 8 Denn die Worte, die
du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig
erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich
gesandt hast. Predigtanregung - Hebr 12, 1-3
Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig
umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2
und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der,
obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande
gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 3
Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern
erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. Predigtanregung
- Marginaltexte:
2. Mose 12, 21-28 Joh 12, 31-33folgt später Predigtanregung
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