Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


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Laetare
Für euch dahingegeben - Predigtanregung

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Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam" (Jes 66, 10; deutsch s. Antiphon, wörtliche Übersetzung von "Laetare" hervorgehoben)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch "Mittfasten" genannt. Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist "Brotsonntag". In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als "Rosensonntag" bezeichnet, weil an ihm der Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die liturgische Farbe "rosa" vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses Brauches.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter, obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!

IV - Phil 1, 15-21
Rev. 2014: 2. Kor 1, 3-7 (Epistellesung - s. Reihe II)

Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: 16 diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; 17 jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. 18 Was tut's aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.
Aber ich werde mich auch weiterhin freuen;
19 denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, 20 wie ich sehnlich warte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. 21 Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.

Dieser Text bereitet Schwierigkeiten, weil er überwiegend Paulus ins Zentrum stellt. Offenbar gibt es Gegner, gegen die sich Paulus hier zu wehren versucht. Er kann aber wenig tun, weil er in Gefangenschaft (Vers 17) ist. Interessant ist der Gedanke, dass es ihm egal zu sein scheint, wie Christus gepredigt wird, wenn er nur gepredigt wird. Dies muss allerdings wohl als Nachschub zum vorher Gesagten verstanden werden, denn seine Kritik an den anderen Predigern erkennt er selbst als nicht ganz angemessen an. Die Motivation der anderen Prediger darf nicht von ihm beurteilt und schon gar nicht verurteilt werden, zumal ihm wenig oder gar keine Mittel zur Verfügung stehen, diese Motivation überhaupt sicher zu erkennen. Tatsächlich unterstellt er ihnen ja, dass sie es auf Paulus abgesehen haben.
Im nächsten Abschnitt geht Paulus auf sein eigenes Leiden ein, das ihm in der Gefangenschaft widerfährt. Es ist schwierig, auszumachen, ob er von körperlichen Leiden spricht oder wieder Bezug nimmt auf das Gefühl, das ihn veranlasst, andere Prediger zu kritisieren, weil sie Christus nur aus Neid und Streitsucht verkündigen. Ich neige dazu, die erste Möglichkeit anzunehmen, denn in Vers 20 weist Paulus darauf hin, dass er sterben könnte. Die Erfahrung der Todesnähe ist also offensichtlich da. Es erscheint aber etwas überheblich, wenn er sagt, dass durch seinen Tod Christus verherrlicht werde. Das kann nur im Zusammenhang der damaligen Zeit und der Verfolgung, unter der die Christen litten, verstanden werden. Denn der Tod würde aufgrund seines Glaubens über ihn kommen; dadurch, dass er ihn erleidet, steht Paulus für den Glauben und damit für Christus ein.
Der letzte Satz dieser Perikope ist sicherlich allen geläufig (Vers 21). Er kann wohl nur so verstanden werden, dass das Sterben als Übergang zum Himmelreich, zur Nähe Gottes, d.h. Christi, gesehen wird. Da Christus sein Leben ist, muss Sterben Gewinn sein, weil er danach die Nähe Christi noch unmittelbarer erfährt. Im Sterben hat Paulus (und jeder im Glauben Sterbende) Anteil am Tod Christi in dem Sinne, als er zum ewigen Leben auferweckt wird. Damit wird der Tod allerdings nicht verherrlicht. Die nachfolgenden Verse würden ja zeigen, dass das Leben auf Erden - ebenfalls in und mit Christus - notwendig ist.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist schwer zu erkennen. Im Thema dieses Sonntags wird auf Jesus hingewiesen. Christus wurde für uns dahingegeben. Paulus nimmt darauf keinen Bezug. Vielmehr erweckt der Anfang den Anschein, als sei er es, der "dahingegeben" wird für seine Gemeinde. Man kann aber im zweiten Teil der Perikope schon einen Zusammenhang ausmachen: Wäre Christus nicht für uns dahingegeben, könnte Sterben kein Gewinn sein. Der Tod würde unser Leben nutzlos machen.
So sollte die Predigt auf diesen zweiten Teil, und vielleicht sogar nur auf Vers 21, schwerpunktmäßig eingehen. Dieser Satz kann von jedem Christen nachgesprochen werden. Vielen bereitet der Tod Angst - man möchte noch weiterleben, dies und jenes erleben. Das "Sein in Christus" relativiert den Tod. Das deutlich zu machen, sollte Aufgabe der Predigt sein.

Liedvorschläge zur Predigt:


Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude (EG 66)
Warum sollt ich mich denn grämen (EG 370)
Ich steh in meines Herren Hand (EG 374)
Jesu, meine Freude (EG 396)
Bei dir, Jesu, will ich bleiben (EG 406, 1.4)
Christus, das Licht der Welt (EG 410)
Freude, die überfließt (KHW-EG 626)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Zuletzt überarbeitet: 08 April 2015
© Copyright 1998-2015 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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