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Die neue Schöpfung - Predigtbeispiele

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Predigtvorschläge zu 1. Mose 1, 1-4a.26-31; 2, 1-4a
1. Mose 1, (1-25) 26-31; (2, 1-4a) (W)
Rev. 2014: Apg 17, 22-34 (s. Reihe VI) (V)

Liebe Gemeinde!
Wie ist die Welt entstanden? Die meisten Menschen, auch Christen, würden heute ganz selbstverständlich auf diese Frage antworten: alles hat mit dem Urknall begonnen.
Das ist eine wissenschaftlich fundierte These, die sich die Mehrheit der Menschheit heutzutage zu eigen machen. Auf den Urknall folgt dann die Milliarden Jahre dauernde Evolution, aus der – vielleicht einzigartig auf unserer Erde – der Mensch hervorgeht.
Die Chance, dass es Planeten wie diese gibt, auf denen nach unseren Maßstäben Leben möglich ist, ist schon recht gering. Die Möglichkeit, dass wir jemals solche Planeten besuchen werden, ist nach unserem Wissen nicht existent.
Der Urknall: das ist, stark vereinfacht gesagt, eine ungeheure Menge an Energie, die explosionsartig eine ebenso ungeheure Menge an Masse entstehen lässt.
Es gibt verschiedene Theorien, wie es von dort weiterging. Für den Urknall selbst wird nur festgestellt, dass die uns bekannten Naturgesetze da noch nicht wirksam waren, sondern erst kurz nach dem Urknall in Kraft traten – allerdings wohl sehr kurz danach.
Milliarden Jahre später war die Erde so weit, dass auf ihr Leben entstehen konnte, und zwar zunächst die Pflanzen (die im Wasser ihr Dasein begannen, dann aber bald auch auf's Land wanderten), wenig später dann Mikroben. Es dauerte eine Weile, bis die ersten komplexeren Lebewesen mit Skelett, ebenfalls im Wasser, entstanden. Das wären dann Krebse und Fische. Schließlich hatten die Pflanzen an Land eine Atmosphäre geschaffen, die Leben außerhalb des Wassers ermöglichte, was dann auch die Entstehung solcher Lebewesen auslöste.
Am Ende der Entwicklung stand der Mensch.

Wenn man sich das so anhört, dann kann man wohl staunen, wie groß die Übereinstimmung mit dem biblischen Bericht ist. Eigentlich passt alles, bis auf einige wenige Details, die man aber nicht als Fehler bewerten muss. Denn diese Abweichungen geben Antworten auf Fragen, auf die die Physiker und Evolutionstheoretiker bis heute keine Antwort wissen, sondern höchstens Theorien entwickeln können. Es ist gut möglich, dass sie nie eine schlüssige Antwort auf diese Fragen finden werden.
Da ist vor allem die Frage, wo die ungeheure Energie herkam, die am Anfang des Universums stand. Die Bibel antwortet darauf nahezu lapidar: es ist das Wort Gottes. Denn es heißt dort: Gott sprach: es werde Licht.
Licht ist der Ausfluss geballter Energie. Unsere Sonne produziert so viel Energie wie über eine Billion Atomkraftwerke zusammen. Und das ist nur ein minimaler Bruchteil der Energie, die wohl am Anfang des Universums existierte. Das Licht der Sonne scheint uns jeden Tag und macht unsere Herzen froh, je wärmer es scheint.
„Es werde Licht” – da ist die Energie des Urknalls, da ist ihr Ursprung: In Gottes Wort.
Damit begann die Existenz der Naturgesetze. Die Bibel berichtet, wie die Erde entstand, das Wasser nicht konfus durcheinanderwirbelte, sondern sich zum Meer sammelte, während trockenes Land den Boden für das irdische Leben bereitete. Pflanzen entstanden auf der Erde, die die Lebensbedingungen formten, und es entstanden nach und nach die verschiedenen Arten von Lebewesen – fast genau so, wie es die Evolutionstheorie beschreibt.
Nur mit dem Unterschied, dass bei jedem Schritt Gottes Wort vornean steht: „Es werde...”
Dass die Reihenfolge nicht 100%ig mit den Vorstellungen der Evolutionstheorie übereinstimmt, mag man verzeihen – immerhin wurde der biblische Schöpfungsbericht vor rd. 2500 Jahren geschrieben, lange bevor Charles Darwin geboren wurde.
Eines ist wohl sicher: wenn wir heute einen Schöpfungsbericht schreiben wollten, dann würde er wohl auch mit der Aussage beginnen, dass Gott selbst der Auslöser des Ganzen gewesen ist. Damit haben wir die Antwort auf die Frage, was denn am Anfang diese Unmenge an Energie hervorgebracht hat. Und auch sonst sähe der Bericht nicht viel anders aus als der, den wir am Anfang unserer Bibel finden.
Nur in einem sind sich wohl die meisten Christen und vor allem die Evolutionisten einig: Das mit den sieben Tagen geht überhaupt nicht.
Wie sollte die Welt in sieben Tagen geschaffen worden sein? Archäologische Funde beweisen eindeutig, dass sich die Erde über Milliarden von Jahren entwickelte und Lebewesen und Menschen erst in den letzten Sekunden der Weltentwicklung entstanden, würde man die gesamte Zeit der Erdexistenz in einen 24-Stunden-Zeitraum pressen.
Diese sieben Tage sind der Grund, warum der biblische Bericht häufig belächelt wird und man Menschen, die daran glauben, dass Gott hinter der Entstehung des Universums steckt, für naiv, wenn nicht dumm, hält.
Dabei sind diese sieben Tage überhaupt nicht das Entscheidende in Bezug auf den Schöpfungsprozess. Vielmehr tritt zur Erschaffung der Welt etwas, das da eigentlich nicht reinpasst: die Erschaffung des Ruhetages.
Man stelle sich vor, man wollte den Ruhetag nach dem Evolutionskalender einrichten. Es gäbe wohl gar keinen, aber nur mal die Zeit von der Entstehung der Erde bis zum ersten Menschen genommen, würden wir auf etwa 4,5 Milliarden Jahre kommen. Also gäbe es alle 4,5 Milliarden Jahre einen Ruhetag.
Ich glaube, da würden die Gewerkschaften heftig protestieren, auch wenn dieser Ruhetag im Verhältnis dann vermutlich rd. 750 Millionen Jahre lang wäre (da würde dann die Arbeitgeberseite auf die Barrikaden springen).
Als vor 2500 Jahren dieser Schöpfungsbericht entstand, ging es darum, eine soziale Komponente in das menschliche Dasein einzufügen und sie mit der Autorität Gottes zu untermauern. Erholung von der Arbeit, Entspannung, Ruhe.
Wir alle wissen, wie wichtig es ist, solch einen Ruhetag zu haben. Man kann nicht immer nur durcharbeiten. Und doch ist es so gewesen, viele Jahrhunderte, ja, Jahrtausende lang. Die Menschen mussten sich abrackern, Tag für Tag, ohne Pause, oft auch, um ihren Herrschern die Kornspeicher und die Schatzkammern zu füllen. Das war so in den vielen Hochkulturen der damaligen Zeit, in Assur, in Babylonien, in Ägypten, in Indien, bei den Griechen und im römischen Reich, bei den Germanen usw. Zwar gab es Feiertage, aber die waren unregelmäßig verstreut und boten nicht immer auch die Möglichkeit der Entspannung und Ruhe.
Einzig das jüdische Volk und später die Christenheit kannten diese Einrichtung der 7-Tage-Woche, die einen Ruhetag enthält, der für alle verbindlich ist. Inzwischen hat sich dieses System in der ganzen Welt durchgesetzt.
Was für eine Errungenschaft, schon vor 2500 Jahren!
Heute redet man von dem sogenannten Wochenende, obwohl es eigentlich Wochenende und Wochenanfang zugleich ist, denn der siebte Tage, den wir aus dem Schöpfungsbericht kennen, ist der Sabbat, also der Sonnabend, während der Sonntag der erste Tag der Woche ist. Unsere Gewerkschaften haben es geschafft, für einen Großteil der Bevölkerung die 5-Tage-Woche durchzusetzen. Für mich gab es damals selbstverständlich noch am Sonnabend Schulunterricht, und die meisten Fabriken schalteten erst am Sonnabend mittag ihre Maschinen ab.
Der Sonnabend, d.h. der Sabbat, der eigentliche Ruhetag, war bei uns also lange Zeit noch ein Arbeitstag, denn für uns Christen wurde der erste Tag der Woche als Tag der Auferstehung Christi so wichtig, dass er der primäre Ruhetag wurde. Am Prinzip der 7-Tage-Woche halten wir fest, nur eben nicht mit dem siebten Tag als Ruhetag, sondern dem ersten Tag.
Ruhe – das drückt sich bei vielen dann durch langes Ausschlafen aus. Aber eigentlich war der siebte Tag der Woche – oder heute der erste Tag – für etwas anderes bestimmt: Gott zu loben und zu danken für seine Wunder, die wir überall entdecken können, die uns ja gewissermaßen entgegen springen.
Die Natur erzählt beständig von den Wunderwerken Gottes, unsere Existenz ist an sich schon ein Wunderwerk. Da kann man eigentlich nur staunen! Und dazu (zum Staunen) sollte man sich auch die Zeit nehmen! Es nicht einfach nur verschlafen!
Gott, der Allmächtige und Ewige, hat diese Welt großartig gemacht. Er hat ihr eine Ordnung gegeben, er hat sie mit einer immensen Vielfalt beschenkt. Auch wenn er nur die Grundlagen dafür gelegt haben sollte – es ist doch sein Wille, der diese Welt ins Leben gerufen hat durch sein Wort, und er ist es, der das Zusammenleben so vielfältiger und unterschiedlicher Geschöpfe ermöglicht.
Als Wissenschaftler würde man sich mit solchen Aussagen natürlich nicht zufrieden geben. Man würde versuchen wollen, herauszubekommen, wer oder was Gott ist. Man würde versuchen, den Ursprung der massiven – man sagt übrigens „unendlichen” - Energie, die da am Anfang unseres Universums existierte, zumindest theoretisch zu definieren.
Aus Sicht der Wissenschaft sind die Aussagen der Bibel rückständig, weil sich die Existenz Gottes nicht beweisen lässt. Ich würde das Gegenteil sagen. Denn wir haben bereits eine Antwort auf die Frage nach dem Ursprung dieser unendlichen Energie – die Schöpfung, die ganze Welt, das Universum ist der Beweis für die Existenz Gottes.
Gott, der Allmächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang! (Ps 50, 1) Überall können wir seinen Ruf hören! Immer, wenn wir beginnen zu staunen, hören wir ihn.
Wenigstens einmal in der Woche, jeden Sonntag, können wir auch darauf antworten – in unseren Gottesdiensten, mit unserem Lobgesang, mit unseren Gebeten.
Natürlich auch in der Woche, aber dieser Tag ist ja ganz besonders dem Lob Gottes gewidmet. Die Möglichkeit, sich in der Gemeinschaft aller Gläubigen zu sammeln und gemeinsam das Lob Gottes zu singen und seinen Namen zu preisen, ist das Geschenk, das Gott uns gemacht hat – schon vor 2500 Jahren.
Wir sollten es nicht achtlos links liegen lassen, sondern immer neu dankbar ergreifen. Denn durch diese Möglichkeit erfahren wir die Nähe und die Liebe Gottes auf ganz besondere Weise.
Amen


Liedvorschläge zur Predigt:

Das ist ein köstlich Ding (EG 285)
Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (EG 326)
Liebe, die du mich zum Bilde (EG 401)
Gott gab uns Atem, damit wir leben (EG 432)
Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht (EG 506)

Predigtvorschläge zu Apg 17, 22-28a (28b-34)
Apg 17, (16-21) 22-28a (28b -34) (W)
Rev. 2014: 1. Mose 1, 1-4a(4b-25)26-28(29-30)31a(31b); 2, 1-4a* (s auch Reihe V) (VI)

Eine Predigt von mir zu Apg 17, 22-34 finden Sie auf der Webseite des Kaiserdoms in Königslutter


Liedvorschläge zur Predigt:

*Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 107)
*Mit Freuden zart zu dieser Fahrt (EG 108)
Gelobet sei der Herr (EG 139)
Gott ist gegenwärtig (EG 165)
Nun jauchzt dem Herren, alle Welt (EG 288)
Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut (EG 326)
Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)
zu 1. Mose 1, 1-4a(4b-25)26-28(29-30)31a(31b); 2, 1-4a:
Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179)
Wir glauben Gott im höchsten Thron (EG 184)
Herr Gott, dich loben wir (EG 191)
Nun jauchzt dem Herren, alle Welt (EG 288)
Himmel, Erde, Luft und Meer (EG 504)
Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht (EG 506)

Zuletzt überarbeitet: 07 Mai 2017
© Copyright 1998-2017 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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