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Jubilate
Die neue Schöpfung - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der Name des Sonntags Jubilate leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Jubilate Deo, omnis terra!. (Ps 66, 1; deutsch s. Antiphon).
Am Sonntag Jubilate wird das Evangelium von Jesus als dem Weinstock gelesen. Das Thema "Die neue Schöpfung" wird jedoch nicht ohne weiteres in diesem Evangelium deutlich, sondern in den anderen Lesungen, worin auf die Veränderungen hingewiesen wird, die durch Jesu Auferstehung bewirkt wurden und werden. Interessant ist die Wahl der priesterlichen Schöpfungsgeschichte als alttestamentlicher Lesung: hier wird das, was das Volk Israel schon lange erkannt hat, aufgegriffen: Gott hat die Schöpfung gut geschaffen, ohne Fehl und Tadel. Das zahlreiche Elend ist auf das Versagen des Menschen zurückzuführen, den Willen Gottes auszuführen. Durch Christus sind wir nun dazu befähigt.

III - Joh 16, 16 (17-19) 20-23a
Rev. 2014: Spr 8, 22-36

Jesus spricht: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. [17 Da sprachen einige seiner Jünger untereinander: Was bedeutet das, was er zu uns sagt: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen; und: Ich gehe zum Vater? 18 Da sprachen sie: Was bedeutet das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er redet. 19 Da merkte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Danach fragt ihr euch untereinander, dass ich gesagt habe: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen?] 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. 21 Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. 22 Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. 23 An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Spr 8, 22-36

Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. 23 Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. 24 Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. 25 Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, 26 als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. 27 Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, 28 als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, 29 als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, 30 da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; 31 ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.
32 So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! 33 Hört die Mahnung und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! 34 Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! 35 Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN. 36 Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Die Einklammerung der Verse 17-19 ist durchaus zulässig, denn es handelt sich dabei nur um die zweifache Wiederholung der zuerst gemachten Aussage Jesu in Vers 16. Auf der anderen Seite könnte man sich natürlich fragen, warum Johannes diesen Vers so oft wiederholte.
Dieser Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu ist wohl durch die teilweise Vertonung im Deutschen Requiem von Johannes Brahms besonders vertraut. Jesus bereitet seine Jünger im Johannesevangelium sehr sorgfältig auf seinen Abschied vor, was wohl mit der bereits gemachten Erfahrung der Nähe Jesu nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt zu tun hat. Jesus sagt Trauer voraus, wohl die Trauer des Abschieds, die aber schnell vorüber sein wird.
Der Text ist schwer umzusetzen in unsere Zeit hinein. Es handelt sich um eine ganz konkrete Situation, in der wir uns nicht befinden. Es wäre nicht richtig, davon auszugehen, dass wir jetzt gerade in der Phase des "Alleingelassenseins" sind. Vielmehr müßten wir uns in der Phase befinden, in der wir uns freuen, und in der niemand unsere Freude hinwegnehmen kann. Es wäre fatal, Jesu Zeitangaben umzudeuten und zu behaupten, die "kleine Weile" sei tatsächlich länger, weil ja vor Gott 1000 Jahre wie ein Tag sind. Nein, denn zuvor spricht er ja davon, dass sie ihn nach einer kleinen Weile nicht mehr sehen werden, und dies meint unbedingt seinen Tod, der unmittelbar bevorsteht. Die zweite "kleine Weile" kann also auf keinen Fall wesentlich länger sein. Die einzige zulässige Schlußfolgerung ist, dass es sich also um die Ankündigung der Wiedersehen nach der Auferstehung Jesu handelt.
Wenn Jesus also im letzten Vers der Perikope davon redet, dass unser Herz sich freuen soll und niemand diese Freude von uns wegnehmen wird, dann ist damit ganz ausdrücklich die Osterfreude gemeint, die uns niemand nehmen kann.
Nun sieht diese Welt nicht sehr fröhlich aus, im Gegenteil. Es scheint, als ob jeder schon lange zur Tagesordnung übergegangen ist, dass es eben eher so ist, als ob wir nur getrauert hätten um den gestorbenen Jesus, anstatt sich über die Auferstehung und damit den Beginn einer neuen Schöpfung zu freuen, die nicht mehr vom Tod beherrscht wird. Unser Leben wird ganz zweifellos vom Tod beherrscht. Streß beherrscht unseren Alltag, der wiederum dadurch ausgelöst wird, dass wir ständig das Gefühl haben, etwas zu versäumen, wenn wir uns nicht beeilen, eben weil unser Leben begrenzt ist, weil wir nicht über diese Grenze hinaus schauen können. Es gilt, dieses Defizit zu beseitigen, indem wir uns die Gegenwart Jesu in unserem Leben ganz real vorstellen. Es hat etwas Neues begonnen! Es gilt nur, dieses Neue auch zu sehen, unsere Augen zu öffnen für das, was wir normalerweise nicht sehen können.
Eine Predigt zu diesem Text muss versuchen, diese Freude zu reflektieren. Dies kann geschehen durch Kontrastierung - das, was wir sehen können, dem, was wir nicht sehen können, gegenüber zu stellen. Es geht hier ja um die neue Schöpfung (kirchenjahreszeitliche Einordnung), auch wenn dies ausdrücklich nicht im Text gesagt wird. Das Neue besteht in der Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesu Christi, an der auch wir teilhaben. Diese Tatsache muss in uns ein Gefühl der Freude auslösen und erhalten. Zweifel sind zwar zulässig, aber sollen nicht überhand nehmen. Sobald dies geschieht, sind wir gefangen in der Welt des Todes.

Liedvorschläge zur Predigt:

*Mit Freuden zart (EG 108)
Frühmorgens, da die Sonn aufgeht (EG 111)
Auf, auf, mein Herr, mit Freunden (EG 112)
Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt (EG 154)
Ist Gott für mich, so trete (EG 351)
Warum sollt ich mich denn grämen (EG 370)
Jesu, meine Freude (EG 396)
In dir ist Freude (EG 398)
zu Spr 8, 22-36:
Jesus ist kommen (EG 66)
Komm, o komm, du Geist des Lebens (EG 134)
"Eins ist not!" Ach Herr, dies Eine (EG 386)
Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497)

Fürbittengebet

Gott, himmlischer Vater: wir wissen, dass du bei uns bist, und doch überkommen uns hin und wieder Zweifel. Wir danken dir, dass du uns durch deinen Sohn Jesus Christus so nahe gekommen bist, wie es dir nur möglich ist, und bitten dich: schenke uns die Gewissheit, dass nichts uns von deiner Liebe trennen kann. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich. (etwa: EG 178.11)
Du hast uns zur Gemeinschaft untereinander berufen, damit wir einander wahrnehmen und uns in Liebe begegnen. Hilf uns, die Stärken des anderen kennenzulernen und sie zu nutzen, und lehre uns, die Schwächen des anderen zu erkennen und ihn dort zu fördern und zu unterstützen, wo er Hilfe braucht. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Auch wenn wir das Gefühl haben, dass du nicht bei uns bist, so lässt du uns doch nicht allein. Lass uns darauf vertrauen, indem wir Schritte wagen, die Mut erfordern, und Grenzen überwinden, die niemand zu überwinden wagt. Lass uns nicht auf halbem Wege aufgeben, sondern stärke du uns mit deiner Kraft. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
So wie du selbst für Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Frieden eingetreten bist, so erwartest du auch von uns, dass wir uns für Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden einsetzen. Wir bitten dich: lass alle Welt erkennen, dass niemand das Recht hat, über das Leben anderer Menschen zu entscheiden. Lass die Politiker aufgeben in ihrem Versuch, Macht mit Wafengewalt zu sichern und auszuweiten. Lass die Reichen, die durch ihre Entscheidungen die Geschicke ganzer Völker wenden können, den Mut finden, ihren Reichtum unter den Armen dieser Welt zu verteilen. Wir rufen zu dir:
Gem.: Herr, erbarme dich.
Herr, wir freuen uns auf dich, denn wir wissen: du kommst bald. Amen

Die Anregungen für alle Predigtreihen

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  • Zuletzt überarbeitet: 07 Mai 2017
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