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Christfest II
Die Geburt des Herrn - Predigtanregungen

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Das Christfest II ist zugleich der Tag des Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser Tag, wenn er als "Tag nach der Geburt des Herrn" gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen. Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung.

Zu den Perikopen

  1. Joh 1, 1-5 (6-8) 9-14
    Rev. 2014: Jes 62, 1-5

    folgt später

  2. Hebr 1, 1-3 (4-6)
    Hebr 1, 1-6 (W)

    folgt später

  3. Joh 8, 12-16
    Rev. 2014: Mt 1, 18-25

    folgt später

  4. Offb 7, 9-12 (13-17)

    folgt später

  5. Jes 11, 1-9*

    Die Welt, die Jesaja hier sieht, ist eine wunderbare Welt des Friedens und der Eintracht. Ein für uns Menschen unerreichbares Ziel. Darum kommt all dies auch von Gott und nicht von Menschen; wohl aber durch einen Menschen. Es lag nahe für die christliche Gemeinde, sich diesen Text anzueignen als Prophetie auf Jesus hin. Heute ist dieser Schritt nicht mehr nachvollziehbar. Vielmehr weisen uns die Worte des Jesaja auf die Tatsache hin, dass auch wir noch Wartende sind: der Messias ist zwar schon in Jesus gekommen, er muss aber wiederkommen, um sein Werk zu vollenden. Da dies ein "alttestamentlicher" Text ist, sehen wir uns Seite an Seite mit dem jüdischen Volk: gemeinsam warten wir auf das Kommen des Missias.
    Für die christliche Gemeinde aber stellt sich noch eine andere Frage: was bedeutet dieser Text für uns?
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist recht klar; er verknüpft diesen Text mit der Menschwerdung Gottes. DIes ist aber nur insoweit nachvollziehbar, als wir glauben, dass Jesus der ist, von dem Jesaja hier spricht. Wir können nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass der Text bereits in Erfüllung ging. Also müssen wir uns fragen, wie wir auf diesen Text reagieren: Legen wir die Hände in den Schoß und warten, denn Gott wird ja dies alles bewirken, oder beginnen wir zu handeln? Wenn ja, was können wir tun? Die Predigt sollte diese Frage aufnehmen und erörtern.

  6. 2. Kor 8, 9

    Dieser Vers ist sicherlich mit Vorsicht zu behandeln. Was für eine Armut ist hier gemeint, von der Paulus da redet? Wir neigen dazu, der materiellen Armut, die in den Umständen der Geburt Jesu zu erkennen sind, eine romantische Qualität anzuhängen, wodurch das Christfest dann noch etwas kitschiger wird. Ich denke aber, dass hier nicht solche materielle Armut, sondern die Entsagung der göttlichen Qualitäten gemeint ist. Jesus als der Sohn Gottes hat alles, was ihn zu Gott macht, aufgegeben, ist also ganz Mensch geworden, und diese Armut ist es, die uns reich macht.
    Der Zusammenhang des Textes lässt zwar auch an materielle Armut denken, denn es geht um die Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem, aber die Motivation für diese Geldsammlung kann genausogut die simple Tatsache sein, dass Jesus Christus uns vom Tod erlöst hat durch seine Menschwerdung und dieses Geschenk uns nicht nur animiert, sondern sogar verpflichtet, anderen, denen es schlechter geht, zu helfen. Zu bedenken ist ja, dass die Gemeinden damals durchaus nicht die reichsten waren, sondern meist aus den ärmeren Gesellschaftsschichten stammten.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist schon einleuchtend: Jesus Christus wurde arm, er gab den Reichtum seiner Gottheit auf, um uns reich zu machen. Es ist ja die Menschwerdung Gottes, durch die das Wunder geschieht, das uns vom ewigen Tod erlöst, und nicht materielle Armut oder sonst irgend eine "Qualität".
    In der Predigt sollte man wohl vermeiden, den Zusammenhang dieses Verses mit heranzuziehen. Er trägt aufgrund des kirchenjahreszeitlichen Zusammenhanges nichts aus. Es kann und sollte betont werden, worin der Reichtum besteht, den wir durch die Armut Christi empfangen haben. Dabei kann auch darauf hingewiesen werden, dass wir oft diesen Reichtum missachten, denn er besteht nun mal nicht aus Zahlen auf dem Bankkonto. Durch die Missachtung aber verlieren wir ihn auch.



Buchempfehlungen:
  • Weihnachten zieht weite Kreise. v. Margot Käßmann. Lutherisches Verlagshaus 2003, 256 S. - 1. Auflage.

  • Zuletzt überarbeitet: 08 April 2015
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