Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


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Buß- und Bettag
Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Seit Beginn der Kirche gibt es Buß- und Bettage, die mit Fasten und Gebet begangen wurden. In der römischen Kirche hat sich mancherorts der Mittwoch und Freitag (wenigstens in den Bußzeiten) als Fastentag erhalten (der Mittwoch gilt als Tag des Verrats, der Freitag als Tag der Kreuzigung Jesu). Aus diesen Tagen entstanden Fastenzeiten vor den großen Festen, von denen uns die Adventszeit und die Fastenzeit vor Ostern erhalten sind.

Die protestantische Kirche hat die Praxis der Bußtage übernommen, indem sie wöchentliche Buß- und Bettage am Dienstag einführte. Beliebt waren solche Tage (mit ganztägigem Gottesdienst) nicht, so dass die Aufklärung im 18. Jahrhundert leichtes Spiel hatte, die Praxis unter den Protestanten drastisch einzuschränken. Heute ist uns nur der Tag in der Mitte der vorletzten Woche des Kirchenjahres als kirchlicher Buß- und Bettag erhalten. Allerdings ist es den Gemeinden freigestellt, weitere Bittage zu begehen (sogenannte Bitttage und Bittgottesdienste).
Im Gottesdienst wird die Litanei (EG 192) gesungen, und es schweigt das Halleluja.
Die liturgische Farbe der Buß- und Bettage ist Violett als Farbe der Buße und des Gebetes.
Infos aus der Zürcher Reformierten Landeskirche

IV - Offb 3, 14-22
Rev. 2014: Lk 13, (1-5)6-9 (Evangeliumslesung - s. Reihe I)

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 17 Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. 18 Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. 19 Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! 20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. 21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Noch einmal ein Sendschreiben, nachdem schon am vorhergehenden Sonntag in dieser Reihe ein Sendschreiben dran war. Diesmal geht es um die Gemeinde in Laodicea, die sich durch ihre "Lauheit" auszeichnet. Gerade die Unentschlossen-heit, die diese Gemeinde an den Tag legt, macht es so schwierig, einen Angriffspunkt zu finden.
Offenbar geht es der Gemeinde in materieller Hinsicht gut, das geht aus Vers 17 hervor. Es scheint, dass sie sich auch gut mit den potentiellen Verfolgern stellt, sonst würde der Vorwurf der Lauheit kaum Sinn machen. Vor den anderen christlichen Gemeinden erweist sie sich wohl als "christlich", indem sie die notwendigen Dinge tut, aber sobald es darum geht, Farbe zu bekennen, ist es aus. Diese Gemeinde sehnt sich nach nichts, sie ist, zumindest oberflächlich, sehr zufrieden.
Interessant ist, dass der, "der Amen heißt", sich wünscht, die Gemeinde sei kalt oder warm. Er schließt also durchaus nicht aus, dass die Gemeinde sich ablehnend verhält, ja er wünscht es sich sogar. Dann könnte er ihr wohl zeigen, was sie entbehrt, und sie würde es deutlicher erkennen, worum es im christlichen Glauben geht, was ihr der Glaube an Christus schenkt. Da sie aber lau ist, ist sie auch nicht empfänglich für solche Demonstration, weil sie sich für nichts ereifert. Die Anspielung auf den Reichtum deutet darauf hin, dass sich die Gemeinde ganz den "weltlichen" Dingen hingegeben hat und sich darin offenbar wohlfühlt.
Dieser Gemeinde sagt der, "der Amen heißt": Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich heineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Er drängt sich also nicht auf. Es ist nur ein Klopfen, sicher nicht zaghaft, aber wenn keine Antwort käme, würde er sich wieder abwenden. Und wenn er eingelassen wird, dann wird er Abendmahl mit dem Bewohner halten. Ob dies eine Anspielung auf die Feier des Abendmahls ist, wie sie im Gottesdienst gefeiert wird, ist fraglich. Es ist wohl eher die Gemeinschaft des Essens gemeint. Diese ist allerdings, vor allem in damaliger Zeit, von besonderer Bedeutung, denn das Essen wurde viel stärker in seiner Funktion als lebenspendender Akt verstanden, als es heute der Fall ist. Wenn man dies in Gemeinschaft tat, so waren alle am Mahl teilnehmenden auf ganz existentielle Weise miteinander verbunden.
Vers 19 passt schwerlich in den Zusammenhang, denn es scheint nicht, als ob die Gemeinde in irgendeiner Form gezüchtigt würde. Sollte dieser Vers eine Drohung sein? Wohl kaum, angesichts der nachfolgenden, einladenen Worte. Oder ist das Fehlen der Züchtigung ein Zeichen dafür, dass Gott diese Gemeinde nicht liebt???
Die Situation lässt sich heutzutage hundertprozentig nachvollziehen. Die meisten Gemeindeglieder konzentrieren sich einzig darauf, wie sie ihren Wohlstand sichern können. Sie sind nicht bereit, für eine Sache "Farbe" zu bekennen, sondern sind eher wetterwendisch.
Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist klar: es geht darum, die Tür aufzutun, also zu antworten auf den Ruf Gottes. Der Predigttext legt nahe, dass dies nicht geschieht - man ist eben lau. Darum sollte die Predigt darauf hinwirken, ein Bewusstsein zu wecken für die Gegenwart Gottes, der sich (hoffentlich) immer wieder uns zuwendet und uns ruft bzw. an unsere Türen klopft. Sicher wird hier immer die individuelle Antwort gefordert, und nicht die Antwort der ganzen Gemeinde, auch wenn die Gemeinde zunächst angesprochen war. Letztlich aber hat sich ja doch jeder hinter seiner Tür verkrochen.
Da in den Gottesdienst wohl kaum die kommen, die durch diesen Text eigentlich angesprochen wären, käme es in der Predigt wohl auch darauf an, die Besucher dazu zu ermutigen, die liebende, bittende Geste Gottes weiterzugeben.

Liedvorschläge zur Predigt:


Verzehre Stolz und Eigenliebe (EG 255, 4-5)
Er ist barmherzig und sehr gut (EG 318, 3-7)
Gott rufet noch (EG 392, 1.4)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 18 November 2017
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