Aufgrund eines Vergleiches der Apostelverzeichnisse in den synoptischen Evangelien
und in Johannes (Mk 3, 18 Par; Joh 1, 45ff; 21, 2) ist man zu dem Schluß gekommen,
dass Bartholomäus und Nathanael ein und derselbe sein dürften. Dann
wäre Nathanael (= Gottesgabe) sein Vorname und Bartholomäus (= Sohn des
Tholomäus) sein Nachname. Er stammt aus Kana und ist vermutlich Fischer.
Nathanael hatte die Predigt Johannes des Täufers gehört und wartete
auf den Trost Israels, wohl wissend, dass dieser aus Bethlehem kommen müsse.
Daher antwortete er auf die Aussage seines Freundes Philippus, Jesus von Nazareth
sei der Messias: "Was kann aus Nazareth Gutes kommen?" (Joh 1, 46). Die
Begegnung mit Jesus, der ihm ins Herz zu schauen vermochte, lässt ihn
deutlich erkennen: "Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König
von Israel!" (Joh 1, 49)
Als Apostel wird er wohl namentlich in den Apostelreihen genannt, aber berichtet
wird über ihn nur im ersten und letzten Kapitel des Johannes-Evangeliums. Auch
außerbiblisch ist nur wenig überliefert. Nach Euseb kam er mit seiner
Predigt bis an die äußersten Enden Indiens; durch ihn soll das hebräische
Matthäusevangelium in das Land gekommen sein.
Sein Tod wird verschieden überliefert; der eine berichtet, er sei mit dem
Kopf nach unten in Albana in Groß-Armenien gekreuzigt, der andere, ihm sei
die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen worden. Es ist auch möglich, dass
beides zusammen geschah, indem Bartholomäus zunächst gekreuzigt und dann,
bei lebendigem Leibe, gehäutet wurde, nachdem man ihn wieder vom Kreuz abgenommen
hatte. In der Kunst wird er zuweilen die Haut wie ein Hemd am Körper tragend
dargestellt.
Eingangsvotum:
Der obige Text kann ganz oder teilweise als Eingangsvotum verwendet werden.
Wochenspruch:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen. (Jes 52, 7)
Wochenlied:
Herr, mach uns stark im Mut (EG 154) oder Ich lobe dich von ganzer Seelen (EG 250)oder Es wolle Gott uns gnädig sein (EG 280)
Antiphon:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen. (Jes 52, 7)
Halleluja-Vers:
Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. oder
Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten; * die Frommen sollen ihn recht preisen. (Ps 84, 12 oder Ps 33, 1)
Anmerkungen:
Wenn der Tag auf einen Sonntag fällt, wird er auf den Vortag oder in die Woche des Sonntags verlegt.