Informationen zu jedem Sonn- und Festtag im Kirchenjahr


Home
Advent
Christfest (Weihnachten)
Zwölf Heilige Nächte
Epiphanias
Vorfastenzeit
Fastenzeit
Heilige Woche
Ostern
Pfingsten
Trinitatis

Trinitatis
1. nach Trinitatis
2. nach Trinitatis
3. nach Trinitatis
4. nach Trinitatis
5. nach Trinitatis
6. nach Trinitatis
7. nach Trinitatis
8. nach Trinitatis
9. nach Trinitatis
10. nach Trinitatis
11. nach Trinitatis
12. nach Trinitatis
13. nach Trinitatis
14. nach Trinitatis
15. nach Trinitatis
16. nach Trinitatis
17. nach Trinitatis
18. nach Trinitatis
19. nach Trinitatis
20. nach Trinitatis
21. nach Trinitatis
22. nach Trinitatis
23. nach Trinitatis
24. nach Trinitatis

Ende des Kirchenjahres
Feste Januar-August
Feste September-Dezember
Bitt- und Gedenktage




3. Sonntag nach Trinitatis
Das Wort der Versöhnung - Predigtanregungen

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge

Der 3. Sonntag nach Trinitatis stellt in gewisser Weise die Fortsetzung des 2. Sonntags nach Trinitatis dar, denn nun geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Die Gleichnisse vom "Verlorenen" oder die Geschichte vom Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder selig machen, darum geht es, und er hindert keinen einzelnen, zu ihm zu kommen.

Zu den Perikopen

  1. Lk 15, 1-3.11b-32
    Rev. 2014: Hes 18, 1-4.21-24.30-32 (= Ez 18, 1-4.21-24.30-32 - s. Reihe VI)

    Das Gleichnis vom "Verlorenen Sohn" ist weithin bekannt. Es steht für die rückhaltlose Gnade, die wir von Gott erwarten dürfen. In der Abgrenzung der Perikope wurde jedoch bewusst auf die Verse 1-3 des 15. Kapitels des Lukas-Evangeliums nicht verzichtet! Denn durch diese drei Verse wird die Gruppe der Adressaten bekannt, und das ist äußert wichtig für das richtige Verstehen und Auslegen. Dieses Gleichnis ist den Pharisäern und Schriftgelehrten zugesprochen, die es nicht verstehen, dass sich Jesus mit den Sündern zusammensetzt.
    Von daher ist es wohl angebracht, danach zu fragen, ob wir uns vielleicht in derselben Gruppe wiederfinden? Gewiß, heutzutage gehört es zum guten Ton jeder Gemeinde, sich auch sozial zu engagieren, den Außenseitern unter die Arme zu greifen und sie, soweit möglich, einzugliedern. Aber ist dies genug? Das Gleichnis vom "verlorenen" Sohn ist ja eine bewusste Provokation. Man stelle sich vor, Jesus lebte in unserer Zeit, und er gesellte sich nicht mal zu den sozialen Randgruppen, derer wir uns ja schon annehmen, sondern zu den Skinheads, den Neonazis, den Reichen, die nicht wissen wohin mit ihrem Geld? Sind dies nicht auch Menschen, die der Liebe Gottes bedürfen, damit sie sich ändern können? Könnte es tatsächlich sein, dass ein Skinhead oder Neonazi der verlorene Sohn ist? Oder ein Arbeitgeber, der, nachdem er sein Bankkonto noch schnell aufgefüllt hat, den Bankrott anmeldet und hunderte von Arbeitern entläßt?
    Unsere Stellung im Gleichnis vom "verlorenen" Sohn ist klar: wir sind, wenn wir die Gedanken oben weiter verfolgen, an die Stelle des zurückgebliebenen Sohnes zu setzen, der sich auflehnt, der sich ärgert, weil der Vater nun praktisch von seinem Erbe nimmt und mit dem feiert, der nicht hätte zurückkommen dürfen. Wir ärgern uns, dass unser Erbteil nun scheinbar auch noch verprasst wird, dass Energien dahin gehen, wo wir sie nicht einsetzen wollen. Wir sind nicht der verlorene Sohn. Wir sind die Adressaten, die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die meinen, alles richtig zu machen, die meinen, den Platz bei Gott schon in der Tasche zu haben.
    Es hat Versuche gegeben, das Gleichnis weiterzudenken. Was ist mit dem älteren Sohn? Was wird aus ihm? Wird er schließlich doch mitfeiern? Vielleicht ist gerade dies die Frage, die Jesus uns mit dem Gleichnis stellen will. Sie wäre auch in der Predigt erneut zu stellen. Nun stehen wir da draußen mit unserem Ärger, und die Tür schließt sich womöglich vor uns, obgleich wir immer gedacht haben, alles richtig zu tun...
    Vom Thema des Sonntags her sollte wohl noch angemerkt werden, dass wir die Träger der Versöhnung sind. Wir sind ja schon Empfänger der Versöhnung, nun müssen wir sie auch hinaustragen in die Welt, zu denen, die sie brauchen, die sie noch nicht kennen, die im tiefsten Inneren danach hungern.

  2. 1. Tim 1, 12-17
    Rev. 2014: Lk 15, 1-3.11b-32 (Evangeliumslesung - s. Reihe I)

    Es fällt nicht leicht, über solche Texte zu predigen, da sie sehr persönlicher Natur sind. Aber doch enthält natürlich auch dieser Abschnitt aus der Einleitung des Paulus zu seinem 1. Brief an Timotheus Kernaussagen, die für die ganze Gemeinde von Bedeutung sind.
    Paulus stellt seine Situation vor seiner Berufung knapp dar, und dankt Gott dafür, dass er ihn zum Glauben geführt und in das Amt eingesetzt hat. Welcher Natur das Amt ist, bleibt zunächst offen. Gemeint ist aber wohl das Apostelamt, das Paulus in eine Reihe stellt mit den Zwölfen, denen er anfangs nachstellte.
    Paulus hat das Besondere seiner Berufung längst begriffen, für ihn ist es ein Wunder sondergleichen, und Verantwortung zugleich. Die Verantwortung besteht darin, Vorbild zu sein allen Menschen; eine Rolle, die man ihm oft aus Neid nicht zugestand. Denn Vorbilder sind bewundernswert, ihr Lebenswandel ist untadelig, was man vom Wandel des Paulus zumindest vor seiner Bekehrung ja nicht sagen kann. In mancher Augen ist er ein "Dahergelaufener", einer, der diese Würde nicht verdient hat. Daran stört sich Paulus nicht. Er weiß, wie er mit der Gnade, die Gott ihm erwiesen hat, umgehen muss, und handelt entsprechend. Ob er dafür nun verachtet oder bewundert wird, spielt keine Rolle, denn allein Gott gebührt die Ehre in Ewigkeit.
    Vers 15 ist eigentlich ein Lehr- und Lernsatz, ein Wort, das man (mit Ausnahme des Zusatzes am Ende) durchaus auswendig können sollte. Es ist der Kernsatz biblischer Verkündigung: Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen. Das ist unser Glaube, und das ist wert, geglaubt zu werden - so sagt Paulus. Gott macht die Sünder selig, er versöhnt sie mit sich selbst.
    Damit wird auch der kirchenjahreszeitliche Zsammenhang deutlich.

  3. Lk 15, 1-7 (8-10)
    Rev. 2014: 1. Tim 1, 12-17 (Epistellesung - s. Reihe II)

    folgt später

  4. 1. Joh 1, 5 - 2, 6
    Rev. 2014: Jona 4

    Dieser Text bietet eine Fülle von Ansatzpunkten:
    Zunächst stellt diese Perikope den Dualismus zwischen Licht und Finsternis vor, den anzuwenden man sich hüten muss. Die Schwarz-Weiß-Malerei kann zerstörerisch wirken, das hat sich immer wieder in der Geschichte erwiesen. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch davor bewahren, zu nachlässig zu sein und alles zuzulassen. Auch darin kann eine zerstörerische Kraft liegen.
    Dann wird unsere Position gewissermaßen "ausgelotet": wandeln wir im Licht oder in der Finsternis? Dabei scheint für den Verfasser eines festzustehen: wir sind Sünder. Die Sünde kann uns zwar vergeben werden und wird uns vergeben, wenn wir sie bekennen, aber wir können nicht von uns aus sagen, dass wir ohne Sünde wären. Darin ist wohl ein Versuch des Verfassers zu sehen, die Notwendigkeit des Opfertodes Jesu zu begründen. Dementsprechend geht der Text dann auch weiter, indem er auf den Fürsprecher Jesus Christus hinweist, durch den wir versöhnt werden.
    Schließlich wird das Handeln nach den Geboten eingefordert (Verse 3-5). Nur wenn wir auch nach den Geboten Christi handeln, sind wir Christen; sonst sind wir Lügner.
    Es werden drei Schwerpunkte erkennbar:

    1. Gott und die Welt - die Spannung zwischen Gott und der Welt, dem Licht und der Finsternis
    2. der Glaube - die Antwort des Menschen auf Gottes Existenz und auf Gottes Handeln
    3. die Frucht des Glaubens - das Handeln des Menschen angesichts Gottes

    Über jedes einzelne dieser Themen könnte man eine ausführliche Predigt halten. Der Schwerpunkt der Perikope scheint aber doch auf dem Sündenverständnis und unserem Verhältnis zur Sünde zu liegen. Es wird deutlich betont, dass wir Sünde haben, genauso wie die Tatsache, dass uns diese Sünde vergeben wird, wenn wir sie bekennen.
    Vom kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang her sollte der Aspekt der Sündenvergebung auch in der Predigt im Vordergrund stehen, denn dies ist das "Wort von der Versöhnung". Dabei kann es problematisch sein, die Theologie der Erbsünde zu bemühen - sie ist zu theoretisch und schwer zugänglich. Es wird kaum jemanden geben unter den Zuhörern, der oder die nicht auch die Erfahrung gemacht hat, dass man zwar das Gute will, aber das Böse getan hat. Sachzwänge machen es manchmal sehr schwer, das richtige zu tun. Anderen schaden tun wir, auch indirekt und ungewollt, eigentlich täglich. Es würde schon genügen, diese Zusammenhänge aufzuzeigen. Ist die Vergebung im Glauben angenommen, dann darf natürlich auch die Frucht des Glaubens nicht fehlen. Es kann aber nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass wir aus Gnade mit Gott versöhnt sind und nicht durch unser eigenes Verdienst. Was wir tun, ist Antwort auf Gottes erlösendes Handeln und nicht aus unserem eigenen Wollen entstanden.

  5. Lk 19, 1-10
    Rev. 2014: Lk 15, 1-10 (s. Reihe III)

    Die Geschichte von dem Zöllner Zacharias gehört zu den bekanntesten Erzählungen aus der Kindergottesdienstzeit. Das kann insoweit gefährlich werden, als es heutzutage durchaus Hörer geben kann, denen diese Geschichte überhaupt nichts mehr sagt.
    Bei solchen Geschichten muss man sich fragen, welches Ziel sie haben. Es geht ja nicht nur um den kleinen Zöllner, der an sich durch seinen Beruf schon ein Sünder ist, sondern es geht um die Konfrontation zwischen Sünder und Gerechtem. Menschen wenden sich gerne vom Sünder ab, wobei der Maßstab auch noch fraglich wird. Gott wendet sich dem Sünder zu.
    Interessant in dieser Hinsicht ist zunächst aber, dass die Initiative ganz vom Sünder ausgeht. Da ist niemand, der dem Zachäus unter die Arme greift. Jesus spricht ihn erst an, als Zachäus sich ihm zugewendet hat. Vers 3a erinnert ein bisschen an Joh 12,21, die Griechen, die Jesus gerne sehen möchten. Es ist ein einfaches Begehren, das bei den Griechen in Johannes auch keine weitere Konsequenz hat. Für Zachäus aber bedeutet dieses Begehren eine vollkommene Verwandlung, denn von Jesus kommt eine Reaktion auf sein Begehren.
    Die Reaktion ist im Grunde das, was im weiteren Verlauf im Mittelpunkt steht. Für Jesus ist es eine zwingende Notwendigkeit, dass er zu Zachäus ins Haus kommt. "Sie alle" (Vers 7 - man beachte, dass die Menschen, die Kritik üben, nicht weiter identifiziert werden!) finden diese Reaktion allerdings völlig überzogen. Sie hätten Zachäus wahrscheinlich lieber verhöhnt, dort oben auf seinem Baum, endlich einmal nützt ihm sein Reichtum, den er von vielen von ihnen erpresst hat, nichts mehr (dabei sei ganz deutlich darauf hingewiesen, dass über die negativen Qualitäten der Zöllner überhaupt nichts gesagt wird; das einzige, was wir von Zachäus wissen, ist, dass er sehr reich ist; alleine das scheint ihn schon zu disqualifizieren für die Begegnung mit Gott - ein Problem, mit dem sich die Befreiungstheologie dann irgendwann auch befassen musste). Aber Jesus erkennt in Zachäus nicht den geldgierigen, sondern den gotthungrigen Menschen. Damit wird Jesu Handeln aber auch anstößig.
    Auf den Einwand der Menschen gibt es keine direkte Reaktion. Allein Zachäus macht die Ankündigung, dass er wieder gut machen will, was er zuvor falsch gemacht hat. Dabei ist die Aussage von Interesse: "...wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück." Jesus schaut ihn auf diese Aussage hin nicht schief an, als ob er da doch etwas im Schilde führt, sondern erkennt den aufrichtigen Willen zur Wiedergutmachung. Also bedeutet diese Aussage auch: der Zöllner Zachäus ist nicht "von Natur aus" ein Betrüger, denn sonst könnte er sein Versprechen ja gar nicht einhalten. Im Gegenteil: offenbar hat er sich schon immer redlich bemüht, alles nach Vorschrift zu handhaben. Es hat aber wohl Einzelfälle gegeben, aus denen er seinen Vorteil gezogen hat.
    Jesus bestätigt das Handeln des Zachäus als Konsequenz der Heilserfahrung, die der Zöllner gemacht hat. Damit rechtfertigt er auch zugleich sein eigenes Handeln: den Sünder zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist nicht augenfällig. Das "Wort der Versöhnung" wäre zumindest für mich ein Wort des Zuspruchs. Doch Jesus redet in den Versen 9 und 10, die wohl als einzige in Betracht kommen, ganz allgemein von der Versöhnung Gottes mit dem Sünder. Diese Worte sind dazu u.U. ja auch noch als Provokation an die gedacht, die sich vom Sünder bewusst fernhalten. Wer wird also mit diesem Wort angesprochen? Der Sünder oder der Gerechte?
    Ich meine, dass durch das Wort in Vers 10 die Person angesprochen wird, die sich selbst für gerecht hält. Das sind im Normalfall z.B. die Gottesdienstbesucher. Für sie wird dieses Wort u.U. zum anstoß, aber es kann für sie auch ein Wort der Versöhnung werden, dann nämlich, wenn sie bereit sind, die Liebe Gottes weiterzugeben, auch und gerade an die, die in unseren Augen verlorene, sündhafte Menschen sind.

  6. Hes 18, 1-4.21-24.30-32 (= Ez 18, 1-4.21-24.30-32)
    Rev. 2014: Mi 7, 18-20*

    Der Anfang dieses prophetischen Wortes ist zunächst ein klares Zurechtrücken der Vorstellung, dass Sünde auf die Nachkommen vererbt wird bzw. die Folgen der Sünde die Nachkommen auszubaden haben. Sicher stammt diese Vorstellung aus den Heiligen Schriften (ich werde heimsuchen die "Missetat der Väter ... bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen$quot; (2. Mose 20, 5), aber dort war sie wohl eher eine Rechtfertigung für die Beobachtung, dass nicht unbedingt der Bösewicht direkt gestraft wurde, sondern es ihm vielmehr gut ging, bzw. dass Menschen, die sich redlich bemühten und nach den Geboten lebten, schwer gestraft schienen. So rechtfertigte das Sprichwort aus Vers 2 bestimmte Beobachtungen, die sonst Gott in einem ungerechten Licht hätten erscheinen lassen. Denn warum sollte Gott Menschen, die vor dem Gesetz gerecht sind, mit Krankheit, Elend und Not plagen, während er Bösewichter leer ausgehen lässt?
    Gott straft den Sünder, das wird in Vers 4 dann ganz deutlich gesagt, und nicht seine Nachkommen. Trotz aller gegenteiliger Erfahrung bleibt dieser Satz nun ganz kritiklos stehen. Der Sünder kann die Strafe Gottes abwenden, indem er sich von seinen Sünden bekehrt. Sogar den Tod soll dieser Mensch nicht erleiden - auch das eine Aussage, die jeder Erfahrung widerspricht. Gott spricht zum Volk Israel und gibt seinem Volk eine Chance, zu leben. Er wird sie richten, einen jeden individuell nach seinem Weg, d.h. nach der Art und Weise, wie er oder sie gelebt hat. Merkwürdig ist die Aufforderung in Vers 31, sich einen neuen Geist und ein neues Herz zu machen. Gemeint ist sicher das, was wir als Gesinnungswandel bezeichnen, im religiösen Sprachgebrauch auch Buße genannt.
    Ebenso merkwürdig erscheint die Formulierung in Vers 32, Gott habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden. Hier ist wohl gemeint, dass der Sünder ein Sterbender Mensch ist, während der Gerechte ein lebender Mensch ist.
    Es ist klar, dass solche Aussagen zu Überlegungen führen, die das Jenseits dieses Lebens betreffen. Wenn das, was wir in unserem Leben erfahren, nicht die Strafe Gottes ist, dann muss Gottes Strafe uns zu einer anderen Zeit, also jenseits dieses Lebens, treffen. Nur so wäre auch zu verstehen, dass Gott keinen Gefallen am Tod des Sterbenden hat - denn der Sterbende wird den ewigen Tod erleiden - sondern am Tod des Lebenden, denn der Lebende wird nach dem Tod seinen Lohn empfangen, d.h. in der Gegenwart Gottes leben.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang wird deutlich darin, dass Gott hier jedem einzelnen die Versöhnung anbietet, der sich verwandelt. Diese Verwandlung muss allerdings von einem selbst ausgehen - Gott begegnet einem in dieser Verwandlung, schenkt sie aber nicht. Es ist also nicht so, dass man auf Gottes Handeln warten könnte, sondern der erste Impuls geht von einem selbst aus. Aber wenn man es genau nimmt, geht der erste Impuls doch von Gott aus, denn er ruft sein Volk, seine Gemeinde zur Buße. Er ermahnt sie, dass sie ihren Lebenswandel ändern müssen, um zu leben, und dass sie als Lebende schon tot sind, wenn sie sich nicht von ihren alten Wegen abkehren. Das Motto "nach mir die Sintflut" gilt einfach nicht mehr.
    Angesichts der Tatsache, dass hier einige Aussagen gemacht werden, die darauf abzielen, das Heil im Jenseits zu suchen, muss man in der Predigt behutsam vorgehen, denn eine Vertröstung auf das Jenseits ist billig und hilft den Menschen nicht sonderlich, die das Heil jetzt brauchen. Darum sollte man in der Predigt versuchen, dieses versöhnende Wort Gottes weiterzugeben: tut Buße, erkennt die Wege Gottes, sucht sie und geht auf ihnen! Denn dadurch verliert der Tod seine beängstigende Macht, das Leben wird spür- und erfahrbar.



Buchempfehlungen:
Zuletzt überarbeitet: 18 Juni 2015
© Copyright 1998-2015 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
Schreiben Sie mir!

- Heiligenkalender -
- Erläuterungen & Impressum -
- Kalender -
- Monatssprüche -
- Links -
- Buchtipps -
- Lesepläne -
- Thema Gottesdienst -
- Diskussionsforum -
- drmartinus.de -
- Konzertsänger -
- Kirchenmusik/Oratorien -
- Pfarrerrecht -
- Spende -

Aktuelle Predigtreihe: III

 Als ein Wort behandeln


Bitte unterstützen Sie diese Webseite, indem Sie Ihre Bücher und anderes bei Amazon kaufen oder auf die folgende Werbung klicken. Danke!

Gebrauchte Bücher bei booklooker
Hier finden Sie gebrauchte Bücher zum günstigen Preis!


"christliche" Suchmaschinen:

Feuerflamme Suchmaschine
Das Kirchenjahr: Ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de


eXTReMe Tracker