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3. Sonntag im Advent
Der Vorläufer des Herrn - Predigtbeispiele

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Predigtvorschläge zu Lk 3, 1-14
Rev. 2014: Lk 1, 67-79 [Evangeliumslesung] (III)

Zu Lk 3, 1-14:

Advent, Advent, ich sagt' es schon
vor einem Jahr im gleichen Ton,
gereimt in Versen, immer, gleich:
es kommt zu uns das Himmelreich.

Ich denk', dass es auch heute, jetzt,
der eine oder andre schätzt,
wenn ich in Reimen etwas sag',
und so die Botschaft rübertrag'.

Doch weiß ich, dass nicht jedermann
damit etwas anfangen kann,
und sicher auch nicht jede Frau -
wer das erinnert, ist schon schlau.

Jedoch, in Versen sagt sich's gut,
was uns das Herz erwärmen tut,
die frohe Botschaft dieser Zeit:
das Licht kommt in die Dunkelheit.

Das war, so steht's bei Lukas schon
das Wort des Zacharias' Sohn,
Johannes hat man ihn genannt,
und auch "der Täufer", weit bekannt.

Er mahnte, drohte, und auch schnaufte
bevor er manchen Menschen taufte.
Der Lukas sagt uns seine Worte,
die er rief aus an jenem Orte,
den wir als Jordan alle kennen
und heute auch genauso nennen.

Johannes spricht von Schlangenbrut,
da spürt man richtig seine Wut,
so redet er sie alle an,
egal ob Frau, Kind oder Mann.

Er spricht vom Zorn, und ruft sogleich:
"Kehrt um! Tut Buße! Werdet reich
an Früchten der Rechtschaffenheit!"
Und warnt vor Überheblichkeit.

Denn wer sich ganz darauf verlässt
(und feiert darum Fest auf Fest),
dass er sei Gottes Kind genannt,
der wird von Gott ganz schnell verbannt.

Das hört sich ziemlich grausam an,
Johannes gar nicht anders kann.
Denn jeder ist sich selbst so nah,
er nimmt den Nachbarn gar nicht wahr.

Das klingt vertraut; so leben wir
auch heute, ja, auch jetzt und hier.
Sich selbst der Nächste ist man gern,
denn das liegt ja nicht ganz so fern.
Und kommen tut es mir zugut,
das sagte schon die Schlangenbrut.

Doch das, so hören wir den Schall
fast so wie ein Kanonenknall,
darf so nun nicht mehr weitergehn,
wollt ihr den Frieden Gottes sehn.

Johannes war ganz aktuell,
er hat' den Nächsten gleich zur Stell,
wenn du zwei Hemden bei dir hast,
pass auf, sie werden dir zur Last.

Das eine gib nur hin geschwind,
der andre braucht es mit dem Kind,
der nackt und bloß am Wegrand steht
dem friert, wenn kalter Wind herweht.

Und wenn der Tisch beladen ist
mit Sachen, die man täglich isst,
dann lade doch den andern ein
der Hunger leidet voller Pein.

Johannes' Worte waren klar,
und jeder nahm sie auch für wahr,
denn Arme sah man überall,
an Straßen, Häusern, und am Stall.

Da war es klar, jetzt gehe ich
und helfe mal ganz nachbarlich,
und werde künftig nicht vergessen:
der andre braucht auch was zu essen.

Doch uns fällt das nicht ganz so leicht,
wenn man die Zeiten heut' vergleicht,
dann scheint es: Arme gibt es kaum
in unsrem heut'gen Zeitenraum.

Obwohl es schon mal möglich ist,
das sehen wir zu dieser Frist,
dass mancher lebt allein vom Brot
des andern, weil er leidet Not.

Hartz IV, so nennt man das ja auch,
das ist noch nicht so lange Brauch.
Es hilft den Armen bei uns hier
das freut so machen wie ein Tier.

Doch wissen wir: die Armen gibt's
heut ganz genauso, wenn's beliebt.
Nur sind es nicht die Nachbarsleut,
die Armen sind uns ferner heut'.

Dort gibt es Arme auch zu Hauf
im fernen, weiten Weltenlauf.
Man sagt wohl: was geh'n die mich an?
Da ruft mal andre auf den Plan!

Doch denken wir noch mal zurück
was uns gesagt in diesem Stück
das uns der Lukas hat erzählt,
das heut' für diesen Tag erwählt.

Johannes ruft zum Teilen auf
Gerechtigkeit nehm' seinen Lauf.
Und das bedeutet sicher doch
dass niemand rotte in 'nem Loch.
Auch nicht der Arme in der Fern,
und das ist nun des Pudels Kern.

Der Nächste wohnt nicht nebenan,
dem man mal schnell was geben kann,
er findet sich mal hier, mal dort
und sicher auch am fernsten Ort,

dort wo man Apfelsinen pflegt
und schöne Blumen für uns hegt,
wo man die Kaffeebohne pflückt,
die manches Herz hat schon beglückt.

Wo Kakao und der Ingwerwurz
- doch das ist ja den meisten Schnurz -
für Hungerlohn geerntet wird
so schlecht geht?s nicht dem ärmsten Hirt.

Was uns so selbstverständlich ist,
das wird dort nicht einmal vermisst,
denn Geld, das reicht für's Leben kaum.
Damit erfüllt man keinen Traum.

Meist fehlt sogar ein dichtes Dach
und manche and're nöt'ge Sach'.
Es fehlt sogar an einem Stuhl
die Kinder gehen nicht zur Schul',
sie müssen helfen hin und her
auch wenn die Arbeit ist sehr schwer.

So sieht es andernortens aus
weit weg von unsrem eignen Haus.
Und doch sind sie uns richtig nah
die ganze groß' Familienschar.
Denn was sie tun, das dient uns gleich
zum Nahrungs- und zum Zeitvertreib.

Johannes sagt: man gebe hin!
Da sind wir nicht sehr gut darin.
Denn Wohlstand haben wir verdient,
so meint es Mann und Frau und Kind.

Advent, Advent, es ist die Zeit
der Ruhe und Besinnlichkeit,
wo Hektik und der Einkaufswahn
am besten gar nicht auf dem Plan.

Besinnt euch! Denkt mal richtig nach:
Das Licht ins Dunkel hinein brach.
Was meint das denn? Dass alle Welt
wird von dem klaren Licht erhellt.

Das Licht, es scheint uns längst schon hier,
Es ist gewiss nun dran, dass wir
es tragen in die Welt hinaus
und treiben alles Finstre aus.

So haben sie es einst gesehn,
die Christen in den ersten zehn
und auch wohl hundert Jahren bald:
der Christ teilt seine Habe halt.

So steht es auch bei Lukas, seht,
dass nur kein Staub darüber weht,
in den Geschichten vor, zurück,
von den Aposteln; in dem Stück.

Advent, das heißt, er kommt fürwahr
so legt es uns Johannes dar
macht alles nun für ihn bereit
legt ab die Ungerechtigkeit.

Denkt an den Nächsten hier und dort,
bringt Licht an jeden dunklen Ort,
dann kommt der Herr schon bald zu uns
und auch wohl noch zu Hinz und Kunz.

Dann gibt es Grund zur Freude bald
der Klang vom Himmel widerhallt!
Der Singsang von der Engelschar
der klingt uns ja ganz wunderbar.

So machen wir die Herzen rein,
damit der König ziehe ein!
Wir freuen uns in dieser Zeit
der Buße und Besinnlichkeit.

Wir werden ruhig und fragen dann,
was man dem Nächsten tuen kann,
wie wir den Willen Gottes tun,
wenn wir von unsrer Arbeit ruhn.

So machen wir die Wege weit,
die Berge flach, dem Herrn bereit.
Wir machen alles Krumme grad,
so wird es dann ein guter Pfad.

Der Herr, er kommt, doch wann genau
das wissen weder Mann noch Frau
es ist nicht schlicht das Weihnachtsfest
wenn man bereitet sich das Nest
mit Printen und mit Zimtenstern,
die unsre Kinder haben gern.

Er kommt schon morgen, so kann's sein,
er kommt zu allen, groß und klein,
er kommt, und zwar in alle Welt
zu jedem, der sich zu ihm hält.

Er kommt, wo man das Seine teilt,
wo die Gerechtigkeit verweilt,
wo Menschen nicht den Vorteil seh'n,
der ihnen selbst nur wird gescheh'n.

Er kommt, wo Frieden wird gemacht,
wo jeder Mensch ganz fröhlich lacht,
wo jeder wohl den andern mag,
und das nicht nur am Christfesttag.

Er will, dass diese unsre Welt
von seiner Liebe wird erhellt!
So tragen wir sie gern hinaus
und teilen sie an alle aus:

An jene, die nicht lieben woll'n,
ganz so wie ein Stück Christfeststoll'n.
An jene, die wohl kaum geliebt,
man gerne auch die Liebe gibt.

An jene, die verbittert sind,
wir machen ihre Seele lind.
An jene, die allein und schwach,
für sie ist unser Herze wach.

Wir kleiden Nackte auch ganz gern,
so leuchtet ihnen bald der Stern,
der Gottes Liebe deutlich macht,
und auch das Licht im Dunkel lacht.

Ja, komm, Herr Jesus, komme bald
und zeig' dich uns in der Gestalt
dass wir dich gleich erkennen schon
und hören auch den himmlisch' Ton.

Im Abendmahl bist du uns nah,
das wissen wir, das ist wohl wahr.
So mach uns innen ganz bereit,
mach unsre Herzen für dich weit.

Wir warten dein, o Gottessohn
und sehen dich auf deinem Thron
du kommst gewiss, das glauben wir,
so komm und bleibe dann auch hier.

Dass Friede werde weit und breit
für alle, und Gerechtigkeit.
Wir wollen dich empfangen gern
und freuen uns, wenn du nicht fern.

Wir sprechen Amen, so soll's sein,
der Friede kehre bei uns ein
der über allem Denken steht
der nie und nimmer je vergeht.

Er lasse uns're Herzen ruhn
in ihm, dem lieben Gottessohn.
So bitten wir in dieser Stund
mit unserm Seufzen, unserm Mund.

Amen


© Martin Senftleben


Liedvorschläge zur Predigt:

*Gottes Sohn ist kommen (EG 5)
*MIt Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Auch dürft ihr nicht erschrecken (EG 11, 8.10)
Tröstet, tröstet, spricht der Herr (EG 15)
Wir wollen sing'n ein' Lobgesang (EG 141)
Gott hat dir Christus, seinen Sohn (EG 145, 2-4)

Predigtvorschläge zu Jes 40, 1-8 (9-11)
Jes 40, 1-11 (W)
Rev. 2014: Jes 40, 1-11 (V)

Liebe Gemeinde!
Ich habe gerade ein Buch gelesen, das eigentlich für Kinder geschrieben wurde. Jedenfalls wird es als Kinderbuch verkauft, leider gar nicht in Deutschland, sondern in den USA. Es beschreibt aus der Sicht eines Kindes, wie eine Familie im Nordamerika des 19. Jahrhunderts sich eine Existenz aufzubauen versucht und dabei immer wieder von vorne anfangen muss.
In diesen Beschreibungen wird einem klar, mit wie wenig man im Grunde ein glückliches und zufriedenes Leben führen kann. Aber darum geht es mir heute nicht, sondern um ein Phänomen, das in dem Buch beschrieben wird. Die Autorin, die alles damals als Kind erlebt hat, stellt nämlich fest, dass man in der Prairie gar nicht so weit schauen kann, wie es einem eigentlich erscheint. Man hat den Eindruck, dass die Prairie unendlich weit wäre und nur der Horizont sie begrenzt, aber kaum ist sie mit ihrem Vater und ihrer Schwester sie einige hundert Meter gegangen, ist es schon unmöglich, ihr kleines Blockhaus zu sehen, das noch gar nicht weit entfernt hinter ihnen liegt. Es ist so, als sei es von der Prairie verschluckt worden. Dabei sind es nur sanfte Hügel, die den Blick verdecken, die einem aber aus der Nähe kaum auffallen und die man auch beim Gehen nicht wirklich bemerkt. Es gibt keine steilen Abhänge, die einem das Vorwärtskommen schwer machen, man schaut nicht zu Gipfeln auf. Nur ein kleines, flaches Tal gibt es dort, in dem ein Bach fließt, der von Bäumen umsäumt wird. Ansonsten die unendliche Weite der Prairie. Diese Weite wird suggeriert durch das Prairie-Gras, das sich über riesige Flächen ausbreitet und wie ein ebener Teppich erscheint.
Ich musste beim Lesen des Predigttextes an diese Schilderung denken:
Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden.
Es geht darum, alles sichtbar zu machen. Oder besser anders herum: es geht darum, allen etwas sichtbar zu machen, egal, wo sie sich befinden.
Es kommt etwas Großes, sagt Jesaja: die Herrlichkeit des Herrn! Und die sollen alle schon von weitem erkennen, alles Fleisch miteinander wird es sehen!
Es kann schon verwundern, warum man für die Herrlichkeit des Herrn alles einebnen soll, denn die müsste man doch sowieso weithin sehen. Sie überstrahlt doch alles!
Aber offenbar gibt es Hindernisse, die den Blick versperren und auf die Jesaja mit dem Bild + von den Hügeln und Tälern anspielt.

Das Volk Israel lebte im Babylonischen Exil, sie waren Gefangene, fern von der Heimat, fern von Jerusalem, fern von Gott. So empfanden sie es. Nicht wie trotzige Kinder, die meinten, alles, nur nicht das zu tun, was ihr Vater von ihnen wollte. Sondern eher wie reumütige Sünder, die erkannt hatten, dass ihr eigenes Verhalten ihnen diese Gottesferne eingebrockt hatte.
Sie wagten nicht mehr zu hoffen, dass Gott sich ihnen wieder zuwenden würde. Die Zerstörung des Tempels war wie ein endgültiges Zeichen – denn bisher hatte der Tempel als Zeichen der Gegenwart Gottes im Volk Israel gegolten. Das war nicht mehr. Der Tempel war nicht mehr.
Und so waren die Israeliten am Boden zerstört, zerschlagenen Herzens, könnte man sagen:
An den Wassern zu Babylon saßen wir und weinten,
wenn wir an Zion gedachten.
Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande.
Denn die uns gefangen hielten, hießen uns dort singen
und in unserem Heulen fröhlich sein: „Singet uns ein Lied von Zion!”
Wie könnten wir des Herrn Lied singen in fremdem Lande?
Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.
Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben,
wenn ich deiner nicht gedenke,
wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.

(Ps 137, 1-6)
So erinnerten sie sich damals im 137. Psalm an die Zeit im Babylonischen Exil. Tiefe Trauer hatte sie erfasst angesichts der Gottesferne, die sie erlebten; sie wollten umkehren.
Die Worte des Propheten leiten eine große Veränderung ein:
„Tröstet, tröstet mein Volk! Die Knechtschaft hat ein Ende! Die Schuld ist vergeben!”
Man kann sich vorstellen, wie sich die Menschen aufrichteten, als sie diese Worte hörten, fragend vielleicht, unsicher, aber doch so, dass der Funke Hoffnung, den die Worte entzündet hatten, schon erkennbar wurde.
Des Herrn Mund hat's geredet. - Auf Worte aus dem Mund des Herrn kann man sich doch verlassen, das ist eine zuverlässige Botschaft.
Aber genügt es, damit sich die Einstellung zur gesamten Lebenssituation ändert? Ich stelle mir vor, dass die nachfolgenden Verse fast wie ein Hohn empfunden wurden. Der, der zur Predigt aufgefordert wird, stellt erstmal seine Endlichkeit und die des Volkes in den Vordergrund. Da spürt man einen Vorbehalt: ob es das Volk überhaupt erleben wird, was da erst so groß angekündigt wurde?
Und dann die Worte der Freude über Jerusalem, über Zion, das doch wüst da liegt, das keine Freude mehr kennt. Wie kann von Jerusalem solche Freudenbotschaft ausgehen? Der zerstörte Tempel, die verfallenen Mauern, die Ruinen mit den wenigen Menschen, die sie noch bewohnen – eine Stadt, die früher mit Leben pulsierte, wo der Name des Herrn Tag für Tag gepriesen wurde, wo täglich hunderte und tausende Pilger ein- und auszogen - eine Stadt, die die Herrlichkeit Gottes allen Menschen offenbarte. Das ist Vergangenheit. Und die Zukunft? Wird sie wirklich so sein, wie Jesaja es verkündigt? Und: werden sie es überhaupt erleben?

Wir können uns ein bisschen in das Volk Israel hinein versetzen. Der Ort unserer Hoffnung liegt zwar nicht in Trümmern. Aber was hoffen wir denn überhaupt? Was ist es, das wir vom Leben erwarten? Haben wir nicht längst aufgegeben, zu hoffen? Haben wir uns nicht damit abgefunden, dass er nicht kommt, so lange wir leben?
Würden wir nicht gerne in die Worte des Predigers einstimmen: „Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!”
Dem können wir eigentlich nur zustimmen. Was ist das Leben schon? Und was können wir vom Leben erwarten, außer den Tod?
Doch Jesaja hört mit diesen Worten nicht auf. „Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich” - das ist das Entscheidende. Jesaja weist uns nur unseren Platz zu, bevor die eigentliche Predigt beginnen kann. Verlasst euch nicht auf euer Geschwätz, sondern hört auf das Wort Gottes!
Das Wort Gottes – es ist lebendiges Wort. Es kommt zu uns. Wir können es auf vielfältige Weise erfahren, z.B. wenn wir in der Bibel lesen, aber auch durch andere Menschen, durch Ereignisse, die sich in unserem Umfeld ereignen. Die Worte Gottes sind Worte des Trostes – es sind Worte, die Hoffnung machen.
„Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR!” Alles ist eben geworden, alle können ihn sehen – wenn sie ihre Häupter erheben, wenn sie aufblicken, ihm entgegen.
Ja, Gott kommt gewaltig, aber er kommt nicht gewalttätig. Er wird nicht Blitze von sich schleudern oder alles um ihn her mit einem riesigen Hammer zerschlagen. Aber wir können sein Kommen spüren, es hat sich längst angekündigt, es kann nicht mehr lange dauern, denn er ist auf dem Weg!
Er kommt, um das, was ihm gehört, zu sammeln, damit es immer in seiner Gegenwart sein kann. Er kommt als der Hirte, der seine Herde weidet, der die Lämmer in seinen Arm nimmt.
Und da merken wir: so vergänglich wir sind, so vergänglich alles um uns herum ist, so trostlos alles zu sein scheint, so wenig wird es vergessen sein. Denn Gott kennt die Seinen, er kennt uns. Darauf dürfen wir vertrauen. Das ist unser Trost in dieser Zeit des Wartens, die vielleicht mit unserem Tod zu enden scheint, aber da doch nicht zu Ende ist. Denn der Tod ist für Gott ja keine Hürde, so wenig, wie es die Zeit ist oder Berge oder tiefe Täler.
Nichts soll unseren Blick ablenken von dem, was eigentlich wichtig ist. Dann sehen wir es auch schon jetzt, was vor Zeiten angekündigt wurde. Räumen wir alles aus dem Weg, was uns hindern könnte, das Kommen unseres Herrn zu sehen. Und nehmen wir uns mal etwas Zeit dafür, darüber nachzudenken, was es uns so schwer macht, das Kommen unseres Herrn wahrzunehmen.

Zweifeln wir daran, dass Gott überhaupt kommen wird? Schließlich hat sich fast 2000 Jahre lang nichts getan, und so viele Menschen sind schon gestorben, ohne sein Kommen zu erleben. Da kann natürlich Zweifel aufkommen.
Zweifel gehört zum Glauben dazu, aber er darf den Glauben nicht überwältigen. Zweifel stärkt den Glauben, wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen, wenn wir ihm die Worte des Propheten und die Worte unseres Herrn entgegenstellen. Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Lassen wir also ihn mit uns reden, indem wir still werden und auf seine Stimme hören. Lasst uns das jetzt tun, versuchen wir, auch die Geräusche, die vielleicht von außen auf uns eindringen wollen, einmal ganz auszublenden. Schließen wir die Augen und hören auf Gottes Wort...
Stille...
Siehe, da ist euer Gott! Siehe, da ist Gott der HERR!
Erheben wir unsere Häupter, sehen wir ihm entgegen.
Amen


Liedvorschläge zur Predigt:

O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7)
Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10)
Wie soll ich dich empfangen (EG 11)
Dein König kommt in niedern Hüllen (EG 14)
Tröstet, tröstet, spricht der Herr (EG 15)
Die Nacht ist vorgedrungen (EG 16)
Wir wollen singn ein' Lobgesang (EG 141)

Zuletzt überarbeitet: 19 November 2015
© Copyright 1998-2015 by Martin Senftleben

Bibeltexte: © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.
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Aktuelle Predigtreihe: III

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