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3. Sonntag im Advent
Der Vorläufer des Herrn - Predigtanregungen

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Predigten

Am 3. Sonntag im Advent steht der "Vorläufer des Herrn", Johannes der Täufer, im Vordergrund. Während die Evangelienlesungen und die alttestamentliche Lesung dieses Thema aufgreifen, betrachten die Epistellesungen unseren Umgang mit der Botschaft, die wir empfangen haben, als Haushalter über die Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5), als Hoffende (Röm 15, 4-13) und als die, die schlafen und das Kommen des Herrn verpassen, wenn sie nicht aufwachen (Offb 3, 1-6). Diese drei Aspekte sind schwer dem Thema unterzuordnen, es sei denn, man sieht darin die Reaktion auf die Botschaft des Propheten, denn alle drei sind geschrieben in der Erwartung, dass der Herr kommt, aber noch nicht endgültig da ist.
Es entfällt das "Gloria in excelsis".

Zu den Perikopen

  1. Mt 11, 2-6 (7-10)
    Rev. 2014: Röm 15, 4-13 (s. Reihe IV)

    Johannes sieht seinem eigenen Tod entgegen. Er weiß, dass er wohl nie wieder frei sein wird, und deswegen schließt er mit seinem Leben ab. Er fragt sich, ob das, was er getan hat, in irgendeiner Weise zu einem Ziel führt. Er hatte es geahnt, dass der Erlöser kommen würde, der, dessen Schuhriemen er nicht wert ist, zu lösen. Ja, er war ihm begegnet und hatte ihn doch wieder aus den Augen verloren. Denn Jesu Stunde war noch nicht gekommen.
    Vielleicht spürt er, dass er Jesus hätte nachfolgen sollen. Als Gefangener kann er es nun nicht mehr. Deswegen versucht er, sich zu vergewissern, und sendet die Frage hinaus, ob er der Messias ist, den er zwar gesehen, dann aber wieder aus dem Blick verloren hat. Die Antwort ist für Johannes kaum befriedigend, denn er bekommt wieder nur einen Bericht. von den Ereignissen. Aber Johannes genügt es doch, denn er weiß, dass auch diese Worte von den Propheten stammen, und dass sie nun erfüllt werden. Jesus ist also der, den er selbst angekündigt hat!
    Die die Perikopen bestimmt haben, erlauben nun, es damit genug sein zu lassen. Es folgen vier Verse, die in Klammern gesetzt sind und nun eine Lehre Jesu darstellen, die die Aufgabe und Funktion Johannes des Täufers beschreibt und zugleich seine eigene Funktion unterstreicht.
    Beide sind sie von den Propheten angekündigt, beide gemeinsam erfüllen, was vorzeiten verkündigt wurde.
    Weil es aber an diesem Sonntag vor allem um Johannes selbst geht, ist es vielleicht sinnvoll, sich diese Figur etwas näher anzuschauen. Das legt der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang zumindest nahe. Er erweist sich, obwohl er doch treu als Bote Gottes gedient hat, als unsicher und zweifelnd. In dieser Unsicherheit finden wir uns selbst ja auch oft. Wir glauben zwar, das richtige zu tun, aber ob es wirklich richtig ist, können wir erst wissen, wenn wir Ihm gegenüberstehen. Oder? Jesus verweist die Jünger auf die Zeichen, die sie sehen können. Vielleicht ist es genau das, worauf es ankommt: die Zeichen wahrzunehmen.
    Vielleicht kann man in der Predigt solche Zeichen setzen, oder zumindest auf Elemente hinweisen, die solche Zeichen sein können. Sie zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass unser Leben nicht ins Leere läuft. Dabei darf sicher auch dies nicht vergessen werden, dass die Zeichen letztlich von Gott bewirkt werden.

  2. 1. Kor 4, 1-5
    Rev. 2014: Lk 3, (1-2) 3-14 (15-17) 18 (19-20) (s. Reihe III)

    folgt später

  3. Lk 3, 1-14
    Rev. 2014: Lk 1, 67-79 [Evangeliumslesung]

    folgt später

  4. Röm 15, 4-13
    Röm 15, (4) 5-13 (W)
    Rev. 2014: 1. Kor 4, 1-5 (s. Reihe II)

    Zu Röm 15, 4-13:
    Dieser Text, an die christliche Gemeinde in Rom geschrieben, geht auf die Trennung zwischen Juden und Heiden ein. Er macht uns deutlich, dass die Juden aufgrund der Verheißung, die sie schon bekommen haben, unwiderruflich Gottes Volk sind. Die Heiden aber, d.h. wir, sind aus Gottes Barmherzigkeit heraus Glieder dieses Volkes Gottes geworden.
    Die Zitate aus dem Alten Testament, die zahlreich angeführt werden, sollen die Zugehörigkeit der Heiden zum Volk Gottes unterstreichen. Freilich ist es immer wieder beklemmend, wenn die Schrift zur Unterstützung bestimmter Theorien in passenden Häppchen herangezogen wird, ohne den jeweiligen Zusammenhang zu berücksichtigen. Allerdings kann man wohl davon ausgehen, dass Paulus das Richtige meint, und somit lässt die entstandene Beklemmung nach.
    Paulus sieht offenbar Probleme in der Einigkeit der Gemeinde, weswegen er die beiderseitige Zugehörigkeit zum Volk Gottes betont. Es scheint, dass es Spannungen gibt zwischen Juden- und Heidenchristen. Der Aufruf zur gegenseitigen Annahme, "so wie Christus euch angenommen hat", stellt alle auf die gleiche Stufe. Sie alle bedürfen der Zuwendung Christi.
    Für uns ist vom kirchenjahreszeitlichen Zusammenhang her etwas anderes wichtig: der Aufruf zu Geduld, die aus dem Trost der Schrift heraus Hoffnung schafft. Es gibt gewiss Probleme und Spannungen. Falsch wäre es, in diesen Spannungen das Wesentliche zu vergessen: dass unser Herr kommt. Dass wir auf ihn warten. Dass sein Kommen uns Freude und Frieden schenkt, und dass die Hoffnung auf sein Kommen uns diese Freude und Frieden schon jetzt schenken kann. Anstelle dessen scheint es oft so zu sein, dass wir überhaupt nicht mit seinem Kommen rechnen. Kaum verwunderlich, sind doch 2000 Jahre verstrichen, und nichts hat sich verändert. Wir bleiben im Ungewissen, warum Jesu Ankunft noch nicht erfolgt ist. Wüssten wir es, wäre es ein Leichtes, sein Kommen zu bewirken. Eins ist gewiss: Wenn wir uns nicht ändern, wird auch er nicht zu uns kommen. Es liegt also schon ein Teil der Verantwortung bei uns: das freudige Warten in Geduld, das uns aber auch den inneren Frieden schenkt, um mit unseren Mitmenschen in Freude und Dankbarkeit dem Wunder seiner Ankunft als Kind entgegenzusehen.

  5. Jes 40, 1-8 (9-11)
    Jes 40, 1-11 (W)
    Rev. 2014: Jes 40, 1-11

    Es ist schon merkwürdig: ich hätte anstatt der Verse 9-11 lieber die Verse 1-2 ausgeklammert, denn in diesen beiden Versen wird ein deutlicher geschichtlicher Bezug hergestellt, der das Nachfolgende (V. 3-11) für uns im Grunde irrelevant macht. Es wird nur dadurch für die christliche Gemeinde bedeutungsvoll, dass von den Evangelisten darauf Bezug genommen wird im Rahmen des Handelns Johannes des Täufers (Mk 1,3 Par.). Dass sich die vorgegebene Auswahl dem logischen Denken entzieht, mag einen Grund haben, den ich jedenfalls nicht nachvollziehen kann. Ich werde mich daher im Folgenden auf die Verse 3-11 beschränken, wobei ich hier betonen möchte (wie ich es schon oft getan habe), dass wir im Umgang mit "alttestamentlichen" Texten nicht vorsichtig genug sein können. Denn es ist eigentlich nicht richtig, sie ohne jeden Hinweis auf ihren ursprünglichen Bezug einfach für die christliche Gemeinde in Anspruch zu nehmen, es sei denn, wir stellen uns auf die gleiche Ebene wie das jüdische Volk. Dadurch würde dann aber die Offenbarung in Jesus Christus ihre Relevanz verlieren, denn das jüdische Volk wartet noch auf den Messias, während wir glauben, dass er in Jesus Christus schon gekommen ist. Wir begeben uns also bei der Auslegung solcher Texte immer auf eine Gratwanderung.
    Der Text, der den Anfang des Deuterojesaja darstellt, redet von einer Stimme (man beachte die Verdrehung bei den Evangelisten, die plötzlich eine Stimme "in der Wüste" lesen), die dazu auffordert, in der Wüste den Weg für den HERRN zu bereiten, denn seine Herrlichkeit soll offenbar werden (V. 3-5). Ab Vers 6 dann wird ein spezifischer Bezug zu Jesaja hergestellt. Er hört eine Stimme, die ihn auffordert, zu predigen (wahrscheinlich das zuvor gesagte), aber er weiß nicht, "was" er predigen soll.
    Vielleicht kann man das "Was" auch als "Warum" wiedergeben, denn sonst fällt es schwer, in der Frage einen Sinn zu erkennen, da ja zuvor schon mitgeteilt wurde, was gepredigt werden soll. Jesajas eigene Antwort, vielleicht Bestandteil der Frage (dann koennte man ein "denn" an den Anfang stellen) ist zunächst die Feststellung, dass alles Leben vergänglich ist, und darum vielleicht gar nicht die Verkündigung. Er begreift aber schnell, dass das Wort Gottes ausgebreitet werden muss.
    Eine andere und die wohl Übliche Variante ist, das "Was" so stehen zu lassen. Dann kann man von einem Neuanfang ausgehen, der vorherige Text verliert an Bedeutung. Jesaja würde dann vielleicht auf das babylonische Königreich anspielen, das zwar in großem Glanz erstrahlt ist, aber unter dem Wort des Herrn zugrunde geht. Hier würde die Frage "Was" aber auch ad absurdum geführt, denn Jesaja gibt sich ja sofort selbst die Antwort. Es wird zumindest nirgends deutlich, dass hier wieder "die Stimme" zum Klingen kommt.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist durch den Bezug auf diesen Text in den Evangelien gegeben. Die Verse 3-5 müssten dann aber aus ihrem Zusammenhang gerissen werden. Die Aufgabe der Predigt sollte eigentlich sein, die Verzerrung, die durch die Evangelisten entstanden ist, wieder zurechtzurücken. Nur ist dann natürlich der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang nicht mehr so offensichtlich. Angemessen wäre aber wohl, die Predigt des Johannes auch in diesem Text zu erkennen und in den Mittelpunkt zu stellen. Das wären dann aber vor allem die Verse 7-8: unsere Vergänglichkeit führt uns zugleich unsere Schuldigkeit vor Gott vor Augen. Gott ruft uns zur Umkehr, weil er zu uns kommen will. So wie das jüdische Volk können auch wir sagen, dass wir auf die Ankunft unseres Herrn warten, nicht symbolisch, sondern real. Wenn wir ihm begegnen wollen, dann ist der Bußruf des Johannes, den wir andeutungsweise auch in diesem Text vorfinden, von elementarer Bedeutung.

  6. Offb 3, 1-6
    Rev. 2014: Mt 11, 2-10 (s. Reihe I)

    Der Sendbrief an die Gemeinde in Sardes fordert zur Buße auf. Der Gemeinde wird vorgeworfen, dass sie tot sei - mit anderen Worten: sie zeigt auf keine Weise das, was sie für sich in Anspruch nimmt: die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde. Immerhin scheint es noch eine Hoffnung für diese Gemeinde zu geben, sonst gäbe es den Bußruf nicht. Werde wach!
    Interessant ist der Auftrag, der mit diesem "Weckruf" an die Gemeinde zu Sardes ergeht: "stärke das andere, das sterben will" - ist hier eine andere Gemeinde gemeint, die sich ähnlich wie die Gemeinde in Sardes nicht mehr bzw. nur noch wenig rührt? Oder bezieht es sich auf einzelne Gemeindeglieder, die nicht ganz regungslos geworden sind? Das lässt sich wohl kaum mit Gewissheit sagen, zumal es ausgesprochen schwierig ist, diese Verallgemeinerungen über einzelne Gemeinden nachzuvollziehen.
    Hilfreich wäre da ein anderer Ansatz: diese Sendschreiben nicht als Briefe an Gemeinden, sondern an Individuen zu verstehen, die sich bemühen, als Christen dem hohen Anspruch der christlichen Verküdnigung gerecht zu werden. Dann ist natürlich der Aufruf klar: 'Du nennst dich zwar Christ, aber du bist tot. Nun wach auf, tu, was dir als Christ zu tun gebührt, und hilf denen auf den rechten Weg, die ähnlich wie du es eigentlich schon aufgegeben haben.
    Der weitere Verlauf des Briefes redet vom Kommen dessen, der die Schlüssel des des Todes und der Hölle (1,18) hat, das unerwartet geschehen wird. Darauf muss ein Christ immer vorbereitet sein. Dann geht es wieder zurück zur Gemeindesituation: es gibt doch noch einige, die nicht gänzlich tot sind. Hier wird also der anfänglichen pauschalen Verurteilung doch widersprochen. Folgen wir der Möglichkeit, dies als Anrede an ein Individuum zu verstehen, dann wäre hierdurch zumindest ein Hoffnungsschimmer gegeben: vielleicht gehöre ich zu denen, ich muss es nun nur beweisen. In einer Gemeinde könnte eine solche Aussage schnell zur Abgrenzung, ja Aburteilung führen, die dem Zweck dieses Sendschreibens entgegenlaufen würde.
    Der kirchenjahreszeitliche Zusammenhang ist nicht ganz eindeutig. Was hat der Vorläufer des Herrn, Johannes der Täufer, mit Sardes zu schaffen? Es ist wohl vielmehr der Bußruf, der hier laut wird und der ja auch von dem Täufer ausging, der diesen Zusammenhang herstellt. Und auch dann bestätigt sich der Ansatz, diesen Text als Anrede an ein Individuum zu verstehen, denn so war ja die Bußpredigt des Täufers ebenfalls zu verstehen.
    Die Predigt sollte denn auch einer Aufforderung zur Buße entsprechen. Man mag sich dabei nicht wohlfühlen, aber es wird dem Charakter der Adventszeit durchaus gerecht, wenn man die Hörer auffordert, in sich zu gehen und darüber nachzudenken, wo ihr christlicher Glaube lebendig wird. Dabei ist es immer hilfreich, Möglichkeiten aufzuzeigen, die christliche Botschaft nicht nur zu hören, sondern auch in die Tat umzusetzen. Welcher Art diese Möglichkeiten sind, wird von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein.



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  • Zuletzt überarbeitet: 19 November 2015
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