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16. Sonntag nach Trinitatis
Das Unvergängliche* - Predigtanregung

Proprium | Predigtanregung | Predigttext | Liedvorschläge | Gebete | Predigten

Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar.

III - Klgl 3, 22-26.31-32
Rev. 2014: Joh 11, 1(2)3.17-27(28-38a)38b-45 (Evangeliumslesung - s. auch Reihe I)

Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. Denn der Herr verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.

[Die Perikopenrevision von 2014 sieht folgenden Text vor:] Joh 11, 1(2)3.17-27(28-38a)38b-45
Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. 2 Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank. 3 Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.
17 Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. 18 Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. 19 Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders.
20 Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. 21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. 25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
28 Und als sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sprach zu ihr: Der Meister ist da und ruft dich. 29 Als Maria das hörte, stand sie eilend auf und kam zu ihm. 30 Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war noch dort, wo ihm Marta begegnet war. 31 Als die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilend aufstand und hinausging, folgten sie ihr, weil sie dachten: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen.
32 Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und sah ihn, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 33 Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde sehr betrübt 34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh es! 35 Und Jesus gingen die Augen über. 36 Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn lieb gehabt! 37 Einige aber unter ihnen sprachen: Er hat dem Blinden die Augen aufgetan; konnte er nicht auch machen, dass dieser nicht sterben musste? 38 Da ergrimmte Jesus abermals und kam zum Grab.
Es war aber eine Höhle und ein Stein lag davor. 39 Jesus sprach: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen.
40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich&#ausweglos erscheinenden Situation befindet. Eigentlich müsste es schon zu Ende sein. Die Tatsache, dass es (noch) nicht so ist, ist einzig der "Güte des Herrn" zuzuschreiben.
Die Erfahrung einer ausweglosen Situation machen wir alle in unserem Leben, sie taucht aber gerade im Alltag eines Pfarrers immer wieder auf. Vielen erscheint das Gebet sinnlos, weil keine Antwort zu kommen scheint. Viele Menschen glauben, auch wenn sie zur Kirche gehören, dass Gott entweder weit entfernt ist oder gar nicht existiert.
Dieser Text geht das Leben von der anderen Seite her an: Wenn die Güte Gottes nicht wäre, wäre alles noch viel schlimmer. Der Verfasser regt sich nicht über unbeantwortete Gebete auf, sondern geht ganz selbstverständlich vom Handeln Gottes aus, das allerdings kein "Superleben" garantiert. Aber es steht fest, dass Gott treu ist und barmherzig, und dass beides nicht abnimmt. Auch wenn er dies in der bestehenden Situation nicht erfährt, so glaubt er doch daran und hält daran fest.
Weiter folgt der Lobpreis der Geduld, wie man die Verse 24 bis 26 betiteln könnte. Klar, der Verfasser weiß wohl, dass es zunehmend schwerer wird, an Gott zu glauben, je länger man keine Besserung verspürt. Er preist die Geduld, denn in der Geduld selbst schon findet der Mensch Frieden.
Mit den letzten zwei Versen wird dies unterstrichen: der Herr verstößt nicht ewig. Selbst das schlimmste Übel wird irgendwann vergehen, Gott wird einen nicht ewig in der großen Not lassen.
Wichtig ist wohl der Gedanke, dass das Bedrückende auch von Gott kommt. Es wird hier aber nicht als "Test" beschrieben. Dieser Gedanke ist wichtig, weil wir dazu neigen, Gott den Teufel gegenüber zu stellen, als sei der Teufel eine selbständige Macht, die sich gegen Gott durchsetzen könnte. Diesen Gedanken verwirft der Verfasser. Er ist überzeugt, dass es keinen Stärkeren als Gott selbst gibt, und da Gottes herausragendes Charakteristikum seine Güte und Barmherzigkeit ist, gibt es eben nichts besseres, als in seiner Hand zu sein.
Der Zusammenhang zum Thema ergibt sich daraus, dass der Verfasser die Hoffnung nicht aufgibt, dass er davon überzeugt ist, dass die Güte und Barmherzigkeit Gottes unvergänglich sind. Beharrlich hält er daran fest, voller Zuversicht, dass die von ihm gesandte Betrübnis vorübergehen wird.
Für die Predigt wäre vor allem der Aspekt der Geduld im Leiden wichtig, die belohnt wird. Wie der Lohn aussieht, wird nicht definiert. In gewisser Weise hat der Verfasser aber schon einen Lohn, wenn er sagt, dass der Herr sein Teil ist. Die Barmherzigkeit Gottes nimmt vielfältige Gestalt an. Wichtig ist für uns, dass wir mit dem Verfasser sagen können: "Der Herr ist mein Teil", selbst wenn wir in einer ausweglosen Situation stecken oder wenn wir je39;s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
43 Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen! 45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.

Aus dem Text klingt heraus, dass sich der Verfasser in einer ausweglos erscheinenden Situation befindet. Eigentlich müsste es schon zu Ende sein. Die Tatsache, dass es (noch) nicht so ist, ist einzig der "Güte des Herrn" zuzuschreiben.
Die Erfahrung einer ausweglosen Situation machen wir alle in unserem Leben, sie taucht aber gerade im Alltag eines Pfarrers immer wieder auf. Vielen erscheint das Gebet sinnlos, weil keine Antwort zu kommen scheint. Viele Menschen glauben, auch wenn sie zur Kirche gehören, dass Gott entweder weit entfernt ist oder gar nicht existiert.
Dieser Text geht das Leben von der anderen Seite her an: Wenn die Güte Gottes nicht wäre, wäre alles noch viel schlimmer. Der Verfasser regt sich nicht über unbeantwortete Gebete auf, sondern geht ganz selbstverständlich vom Handeln Gottes aus, das allerdings kein "Superleben" garantiert. Aber es steht fest, dass Gott treu ist und barmherzig, und dass beides nicht abnimmt. Auch wenn er dies in der bestehenden Situation nicht erfährt, so glaubt er doch daran und hält daran fest.
Weiter folgt der Lobpreis der Geduld, wie man die Verse 24 bis 26 betiteln könnte. Klar, der Verfasser weiß wohl, dass es zunehmend schwerer wird, an Gott zu glauben, je länger man keine Besserung verspürt. Er preist die Geduld, denn in der Geduld selbst schon findet der Mensch Frieden.
Mit den letzten zwei Versen wird dies unterstrichen: der Herr verstößt nicht ewig. Selbst das schlimmste Übel wird irgendwann vergehen, Gott wird einen nicht ewig in der großen Not lassen.
Wichtig ist wohl der Gedanke, dass das Bedrückende auch von Gott kommt. Es wird hier aber nicht als "Test" beschrieben. Dieser Gedanke ist wichtig, weil wir dazu neigen, Gott den Teufel gegenüber zu stellen, als sei der Teufel eine selbständige Macht, die sich gegen Gott durchsetzen könnte. Diesen Gedanken verwirft der Verfasser. Er ist überzeugt, dass es keinen Stärkeren als Gott selbst gibt, und da Gottes herausragendes Charakteristikum seine Güte und Barmherzigkeit ist, gibt es eben nichts besseres, als in seiner Hand zu sein.
Der Zusammenhang zum Thema ergibt sich daraus, dass der Verfasser die Hoffnung nicht aufgibt, dass er davon überzeugt ist, dass die Güte und Barmherzigkeit Gottes unvergänglich sind. Beharrlich hält er daran fest, voller Zuversicht, dass die von ihm gesandte Betrübnis vorübergehen wird.
Für die Predigt wäre vor allem der Aspekt der Geduld im Leiden wichtig, die belohnt wird. Wie der Lohn aussieht, wird nicht definiert. In gewisser Weise hat der Verfasser aber schon einen Lohn, wenn er sagt, dass der Herr sein Teil ist. Die Barmherzigkeit Gottes nimmt vielfältige Gestalt an. Wichtig ist für uns, dass wir mit dem Verfasser sagen können: "Der Herr ist mein Teil", selbst wenn wir in einer ausweglosen Situation stecken oder wenn wir jemandem begegnen, der die Hoffnung auf Gott ganz aufgegeben hat..

Liedvorschläge zur Predigt:

Du meine Seele, singe (EG 302)
*Mir ist Erbarmung widerfahren (EG 355)
Befiehl du deine Wege (EG 361)
*Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364 - alt. Wochenlied!)
So nimm denn meine Hände (EG 376)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)
Freunde, dass der Mandelzweig (EG 613)
zu Joh 11, 1(2)3.17-27(28-38a)38b-45:
O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113 - Wochenlied!)
Jesus lebt (EG 115)
Bei dir, Jesu, will ich bleiben (EG 406)
Was mein Gott will, gescheh allzeit (EG 364)
Ich steh in meines Herren Hand (EG 374)
Morgenglanz der Ewigkeit (EG 450)
Mitten wir im Leben sind (EG 518)
Wenn mein Stündlein vorhanden ist (EG 522)
Jesus, meine Zuversicht (EG 526)
Du kannst nicht tiefer fallen (EG 533)

Die Anregungen für alle Predigtreihen

Buchempfehlungen:

Zuletzt überarbeitet: 20 September 2015
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